Zecken entfernen
Wenn Du trotz der Prävention und Schutzmitteln bei Deinem Vierbeiner eine Zecke gefunden hast, muss Du nicht direkt Panik schieben. Es ist möglich, Zecken auf sichere Weise zu Hause zu entfernen – ohne Dein Haustier zu verletzen oder Dich selbst einem Krankheitsrisiko auszusetzen.
Vor dem Start - was
benötigst Du:
- Latexhandschuhe: Diese Handschuhe schützen Deine Haut vor Zeckenblut und -speichel.
- Pinzetten: Am besten eignet sich eine Pinzette mit Spitzen, die nach innen gebogen sind. Pinzetten mit flachen Spitzen führen eher zu einem Zerquetschen der Zecke, das Anheben ist oft schwieriger.
- Zusätzliche Beleuchtung: Eine Lampe oder eine Taschenlampe hilft oft, die Stelle besser sehen zu können – insbesondere bei langem, dickem Fell.
- Behälter mit dichtem Deckel: Ein Behälter mit gutsitzendem Deckel ermöglicht ein sicheres Einfangen der Zecke. So kannst Du sichergehen, dass sie nicht entkommen kann (und Deinen Hund erneut sticht).
- Milde antiseptische Lösung: Mit Antiseptika kann der Bereich nach dem Entfernen der Zecke desinfiziert werden.
Schritt für Schritt Anleitung
- Greife die Zecke so nah wie möglich an der Haut Deines Hundes
- Ziehe die Zecke vorsichtig und gleichmäßig nach oben. Achte darauf, den Hinterleib der Zecke nicht zu verdrehen oder zu quetschen, um zu verhindern, dass der abgetrennte Kopf auf der Haut verbleibt
- Nach der Entfernung ist es wichtig die Zecke korrekt unschädlich zu machen und zu entsorgen (zB. Im Alkohol)
- Reinige den Bereich mit einer milden antiseptischen Lösung oder Wasser und milder Seife
- Überwache den Bereich in den nächsten Tagen auf Anzeichen einer Infektion. Wenn der Stichbereich rötlicher wird, sich entzündet oder mit übelriechendem Eiter füllt, kontaktiere sofort Deinen Tierarzt
Zecke falsch entfernt - was soll Ich tun?
Beim Entfernen einer Zecke kann es vorkommen, dass ein Teil des Beißwerkzeugs, der Hypostom, in der Haut stecken bleibt. Dies passiert, weil der Hypostom mit Widerhaken und einem speziellen Klebstoff ausgestattet ist, der die Zecke fest an der Haut verankert.
Zu schnelles oder ruckartiges Entfernen kann dazu führen, dass die Zecke auseinanderbricht. Vorsichtiges Hin- und Herdrehen kann helfen, die Zecke zu lösen, jedoch sollte man darauf achten, nicht zu stark zu drehen, um ein Abreißen zu vermeiden.
Wenn der Kopf der Zecke doch abgerissen wurde, muss man erstmal Ruhe bewahren, denn der Kopf bzw. Stachel der Zecke birgt keine große Gefahr mehr. Alle Krankheitserreger sind hauptsächlich im Körper der Zecke konzentriert, nicht im Rüssel und sobald der Rüssel einmal vom Körper getrennt oder abgerissen ist, können keine zusätzlichen Erreger in die Wunde gelangen.
Trotzdem kann man Folgendes machen:
- Ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
- Versuchen, den "Kopf" bzw. Rüssel der Zecke selbst zu entfernen
- Die Wunde gründlich desinfizieren und beobachten
Häufige Bissstellen
Um Zecken schnell von Deinem Hund zu entfernen, solltest Du die bevorzugten Stellen kennen, an denen die Parasiten zustechen. Die häufigsten Stellen, an denen Hunde von Zecken befallen sind, sind der Kopf, insbesondere um:
- Augen (25 %)
- Ohren (24 %)
- Schnauze (15 %)
- Kinn (3 %)
- Bereich um die Schnauze (10 %)
- Unspezifische Bereiche (23 %)
Je näher ein Körperteil des Hundes dem Boden ist, desto höher ist das Risiko eines Zeckenstichs. Studien haben gezeigt, dass Zecken hauptsächlich an den folgenden Stellen zu finden sind:
- Kopf (49%)
- Beine (12 %)
- Hals (9 %)
- Brust (8 %)
- Flanken (5 %)
- Bauch (4 %)
Verschiedene Zeckenarten
Holzbock
Der Holzbock oder sog. der Gemeine Holzbock ist die am weitesten verbreitete Zeckenart in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Holzbock-Männchen verfügen über einen braun-schwarzen Schild, der den ganzen Körper bedeckt.
Bei den Weibchen bedeckt der Schild nur das vordere Drittel – ihr Hinterleib ist rot und wie eine Mondsichel geformt. Besonders häufig kommt er auf Lichtungen im Wald oder am Waldrand vor und hat sich nicht auf einen Wirt spezialisiert, sondern befällt viele verschiedene Tierarten. Er gilt als gefährlich, da er eine ganze Reihe von Krankheiten übertragen kann. Dazu zählen zum Beispiel: Borreliose, FSME, Q-Fieber, Babesiose und Ehrlichiose.
Buntzecke / Auwaldzecke / Wiesenzecke
Die Auwaldzecke kommt ursprünglich aus Südeuropa und breitet sich momentan auch in Mitteleuropa aus. Daher ist sie bisher nur regional und nicht flächendeckend verbreitet. Ihr Schild ist mehrfarbig gemustert und weiß marmoriert Sie ist schon ab 3° Celsius aktiv und tritt daher auch bereits im Januar und Februar auf. Diese Buntzecken übertragen auch Krankheiten, insbesondere bekannt geworden sind Fälle von Babesiose beim Hund (Hundemalaria. FSME-Viren wurden auch nachgewiesen, jedoch bisher nur äußerst selten.
Braune Hundezecke
Hundezecken sind Laufzecken, die aktiv nach ihren Wirtstieren suchen. Wie ihr Name schon sagt, sind ihre Hauptwirte Hunde und Katzen. Menschen werden nur befallen, wenn es zu Massenvermehrungen in Wohnräumen gekommen ist. Auch die Hundezecke kann zahlreiche Krankheiten übertragen – primär die Babesiose beim Hund ist von Bedeutung.
Hyalomma-Zecke
Hyalomma-Zecken ist eine neue Art der Zecken in Deutschland. Im Unterschied zu den üblichen Vertretern (Holzbock und Auwaldzecke) sind Hyalomma-Zecken deutlich größer. Mit den Beinen können sie bis zu 2 cm umspannen. Die Körperlänge beträgt bei ausgewachsenen Tieren 5 bis 6 Millimeter. Deutliches Erkennungsmerkmal sind die gestreiften, geringelten Beine.
Dennoch besteht absolut kein Grund zu Panik. Erstens sind die Zecken extrem selten und selbst wenn man eine trifft, bedeutet das noch nicht, dass sie auch tödliche Viren in sich trägt. Auch FSME und Borreliose Erreger wurden bisher nicht in Hyalomma-Arten gefunden.