Zecken beim Hund sind ein allzu bekanntes Problem für Hundehalter: 


Aufgrund ihrer Neugier und ihres Bewegungsdrangs begeben sich Hunde beinahe täglich in Gebiete, die von Zecken bevölkert sind. Dabei sind nicht nur ländliche Gegenden betroffen, sondern auch Stadtparks, Rastplätze und Uferzonen von Badeseen. Oft genügt sogar ein kurzer Aufenthalt im eigenen Garten, um Zecken zu bekommen. 


Eine Herausforderung während der Zeckensaison ist, dass sie aufgrund der globalen Erwärmung immer früher beginnt. Seit einigen Jahren werden vermehrt Zeckenbisse bereits im März registriert. 2022 waren in einigen Regionen die Temperaturen im Februar bereits so mild, dass viele Zecken sich frühzeitig aus ihren Verstecken gewagt hatten.

Krankheiten, die von Zecken auf den Hund übertragen werden

Babesiose

wird durch einen Parasiten namens Babesia verursacht, der die roten Blutkörperchen infiziert. Sie wird hauptsächlich durch den Biss von infizierten Zecken übertragen. Babesiose kann bei Hunden Symptome wie Fieber, Schwäche, blasses Zahnfleisch und dunklen Urin hervorrufen.

Borreliose

wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht und durch den Biss infizierter schwarzbeiniger Zecken übertragen. Zu den klinischen Anzeichen der Lyme-Borreliose bei Hunden gehören Lahmheit, geschwollene Gelenke, Fieber und Lethargie.

Ehrliose

auch bekannt als Zeckenfieber, wird durch ein intrazelluläres Bakterium namens Ehrlichia verursacht. Sie wird durch den Biss einer infizierten Zecke übertragen. Zu den Symptomen der Ehrlichiose bei Hunden können Fieber, Lethargie, Appetitlosigkeit und geschwollen Lymphknoten gehören.

FSME (Frühsommer-meningoenzephalitis)

führt bis zum Ausfall von Hirnnerven; nicht behandelbar und tödlich.


Gut zu wissen:

Die sogenannte Zeckenimpfung schützt Hunde vor der bakteriellen Borreliose, nicht vor der Viruserkrankung FSME. Für Menschen ist es umgekehrt.

Symptome bei Zeckenbissen

Durch einen Zeckenbiss können beim Hund unterschiedlich deutliche Symptome auftreten. Der Verlauf der Infektion variiert, was dazu führt, dass manche Hundebesitzer die Zeckenbisse möglicherweise nicht bemerken und sie gelegentlich keinen Schaden beim Hund verursachen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein harmloser Verlauf nicht garantiert ist. Daher solltest Du Deinen Vierbeiner auf folgende offensichtliche Symptome eines Zeckenbisses untersuchen:

Zeckenbiss-Schwellung

Eine deutlich sichtbare Beule, die wie ein rundes, andersfarbiges Säckchen auf der Haut des Hundes erscheint. Diese Schwellung nach einem Zeckenbiss kann täglich beim Fellinspektion festgestellt werden und erfordert einen Besuch beim Tierarzt. 

Zeckenbiss-Rötung

Eine Entzündung, die darauf hinweist, dass der Zeckenbiss des Hundes entzündet ist. Als Erste-Hilfe-Maßnahme kannst Du versuchen, die Entzündung mit desinfizierenden Mitteln zu lindern. Sollte sich die Situation innerhalb eines Tages nicht verbessern, ist ein Tierarztbesuch ratsam. Besonders aufmerksam solltest Du sein, wenn eine Schwellung und Rötung am Zeckenbissort gemeinsam auftreten oder wenn ein Ring oder Doppelring um die Stichstelle erscheint, was auf eine beginnende Borreliose hinweisen könnte.

Zusätzliche Symptome

Zusätzlich zu diesen Symptomen treten mit dem Fortschreiten der Infektion weitere Symptome auf:

  • Appetitlosigkeit: Ein deutliches Zeichen für eine Infektion
  • Abgeschlagenheit, Fieber, Müdigkeit, Lahmheiten und Wahrnehmungsstörungen
Was sind Zecken?

Zecken stellen eine ernsthafte Gefahr für Hunde dar, da sie potenziell gefährliche Krankheitserreger übertragen können. Diese Parasiten setzen sich auf dem Körper des Hundes fest und ernähren sich von seinem Blut. Dadurch gelangen die Erreger, die die Zecken in sich tragen, in den Blutkreislauf des Hundes und können schwerwiegende Infektionskrankheiten verursachen. 


Als Hundebesitzer ist es wichtig zu wissen, dass die Zecke erst dann eine Infektionskrankheit verursachen kann, wenn sie a) den entsprechenden Erreger in sich trägt und b) lange genug am Blut des Hundes saugt. Die Dauer des Saugens, die für eine Übertragung erforderlich ist, variiert je nach Erreger. 


Das Risiko eines Zeckenbisses besteht das ganze Jahr über, wobei nur außerhalb der Wintermonate vermehrt Zeckenaktivität zu beobachten ist.


Um die neuesten Informationen über Zeckenbisse & Zeckenarten in Deiner Nähe zu erhalten, empfehlen wir, die Seite des Robert-Koch-Instituts zu besuchen.

Nahaufnahme einer vollgesogenen Zecke am Hals eines Hundes.

Richtiger Zeckenschutz

Chemische Schutzmittel

enthalten in der Regel eine der folgenden chemischen Substanzen: Fipronil, Fluralaner, Sarolaner, Flumethrin oder Permethrin. Diese Wirkstoffe werden Hunden entweder über ein Spray, Halstropfen oder eine Tablette verabreicht, um sie in den Blutkreislauf gelangen zu lassen.


Eine Zecke muss daher zuerst den Hund beißen, bevor er mit diesen chemisch wirksamen Stoffen in Kontakt kommt. Sobald die Zecke mit der Substanz in Berührung kommt, wird sie vergiftet und stirbt.

Natürliche Schutzmittel

verwenden in der Regel Kräuter und ätherische Öle als Hauptbestandteile. Diese werden äußerlich auf den Hund aufgetragen, um Zecken abzuwehren. Die unangenehmen Gerüche dieser Mittel irritieren Zecken, wodurch sie den Hund nicht beißen. Einige natürliche Mittel werden auch über das Futter verabreicht und basieren ebenfalls auf einer Mischung aus Kräutern und ätherischen Ölen.


Darunter sind Bockshornklee, Bierhefe, Sepiolith, Thymian, Echinacea, Kurkuma, Astragalus, Citronellol und Citronellal. Diese Produkte wirken ähnlich wie die äußerlich anzuwendenden Mittel als Repellentien, werden jedoch auch vom Körper aufgenommen und gelangen in den Blutkreislauf.

Stärkt BARF das Immunsystem gegen Zeckenerkrankungen?

Kein Zeckenschutz kann einen Hundebiss zu 100 % verhindern – umso wichtiger ist es, dass der Körper Deines Hundes für den Ernstfall gewappnet ist. Ein starkes Immunsystem kann dabei helfen, Krankheitserreger, die durch Zeckenstiche übertragen werden, effektiver zu bekämpfen oder den Krankheitsverlauf abzumildern.


Genau hier spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. BARF – also die biologisch artgerechte Rohernährung – versorgt Deinen Hund mit hochwertigen, naturbelassenen Nährstoffen, die das Immunsystem gezielt unterstützen: Zink und Selen aus Muskelfleisch und Innereien stärken die Immunabwehr, Omega-3-Fettsäuren aus Lachs oder Leinöl wirken entzündungshemmend, und ein gesunder Darm – der durch die naturnahe Rohkost gefördert wird – ist die Basis eines funktionierenden Immunsystems.


BARF-gefütterte Hunde profitieren zudem davon, dass ihre Ernährung frei von künstlichen Zusatzstoffen, Füllstoffen und übermäßiger Hitzebehandlung ist – alles Faktoren, die die Nährstoffqualität und damit die Immunfunktion beeinflussen können.


Wichtig: BARF ersetzt keinen Zeckenschutz und ist keine Garantie gegen Infektionskrankheiten. Aber als Teil einer ganzheitlichen Vorsorge – gemeinsam mit geprüften Schutzmitteln und regelmäßiger Fellkontrolle – kann eine artgerechte Ernährung dazu beitragen, dass Dein Hund gesund und widerstandsfähig durch die Zeckensaison kommt.

Zecken entfernen

Wenn Du trotz der Prävention und Schutzmitteln bei Deinem Vierbeiner eine Zecke gefunden hast, muss Du nicht direkt Panik schieben. Es ist möglich, Zecken auf sichere Weise zu Hause zu entfernen – ohne Dein Haustier zu verletzen oder Dich selbst einem Krankheitsrisiko auszusetzen.

Vor dem Start - was
benötigst Du:

  • Latexhandschuhe: Diese Handschuhe schützen Deine Haut vor Zeckenblut und -speichel.
  • Pinzetten: Am besten eignet sich eine Pinzette mit Spitzen, die nach innen gebogen sind. Pinzetten mit flachen Spitzen führen eher zu einem Zerquetschen der Zecke, das Anheben ist oft schwieriger.
  • Zusätzliche Beleuchtung: Eine Lampe oder eine Taschenlampe hilft oft, die Stelle besser sehen zu können – insbesondere bei langem, dickem Fell.
  • Behälter mit dichtem Deckel: Ein Behälter mit gutsitzendem Deckel ermöglicht ein sicheres Einfangen der Zecke. So kannst Du sichergehen, dass sie nicht entkommen kann (und Deinen Hund erneut sticht).
  • Milde antiseptische Lösung: Mit Antiseptika kann der Bereich nach dem Entfernen der Zecke desinfiziert werden.

Schritt für Schritt Anleitung 

  1. Greife die Zecke so nah wie möglich an der Haut Deines Hundes
  2. Ziehe die Zecke vorsichtig und gleichmäßig nach oben. Achte darauf, den Hinterleib der Zecke nicht zu verdrehen oder zu quetschen, um zu verhindern, dass der abgetrennte Kopf auf der Haut verbleibt
  3. Nach der Entfernung ist es wichtig die Zecke korrekt unschädlich zu machen und zu entsorgen (zB. Im Alkohol)
  4. Reinige den Bereich mit einer milden antiseptischen Lösung oder Wasser und milder Seife
  5. Überwache den Bereich in den nächsten Tagen auf Anzeichen einer Infektion. Wenn der Stichbereich rötlicher wird, sich entzündet oder mit übelriechendem Eiter füllt, kontaktiere sofort Deinen Tierarzt

Zecke falsch entfernt - was soll Ich tun?  

Beim Entfernen einer Zecke kann es vorkommen, dass ein Teil des Beißwerkzeugs, der Hypostom, in der Haut stecken bleibt. Dies passiert, weil der Hypostom mit Widerhaken und einem speziellen Klebstoff ausgestattet ist, der die Zecke fest an der Haut verankert.


Zu schnelles oder ruckartiges Entfernen kann dazu führen, dass die Zecke auseinanderbricht. Vorsichtiges Hin- und Herdrehen kann helfen, die Zecke zu lösen, jedoch sollte man darauf achten, nicht zu stark zu drehen, um ein Abreißen zu vermeiden.


Wenn der Kopf der Zecke doch abgerissen wurde, muss man erstmal Ruhe bewahren, denn der Kopf bzw. Stachel der Zecke birgt keine große Gefahr mehr. Alle Krankheitserreger sind hauptsächlich im Körper der Zecke konzentriert, nicht im Rüssel und sobald der Rüssel einmal vom Körper getrennt oder abgerissen ist, können keine zusätzlichen Erreger in die Wunde gelangen.


Trotzdem kann man Folgendes machen: 

  • Ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
  • Versuchen, den "Kopf" bzw. Rüssel der Zecke selbst zu entfernen
  • Die Wunde gründlich desinfizieren und beobachten

Häufige Bissstellen

Um Zecken schnell von Deinem Hund zu entfernen, solltest Du die bevorzugten Stellen kennen, an denen die Parasiten zustechen. Die häufigsten Stellen, an denen Hunde von Zecken befallen sind, sind der Kopf, insbesondere um:

  • Augen (25 %)
  • Ohren (24 %)
  • Schnauze (15 %)
  • Kinn (3 %)
  • Bereich um die Schnauze (10 %)
  • Unspezifische Bereiche (23 %)


Je näher ein Körperteil des Hundes dem Boden ist, desto höher ist das Risiko eines Zeckenstichs. Studien haben gezeigt, dass Zecken hauptsächlich an den folgenden Stellen zu finden sind:

  • Kopf (49%)
  • Beine (12 %)
  • Hals (9 %)
  • Brust (8 %)
  • Flanken (5 %)
  • Bauch (4 %)

Verschiedene Zeckenarten

Holzbock

Der Holzbock oder sog. der Gemeine Holzbock ist die am weitesten verbreitete Zeckenart in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Holzbock-Männchen verfügen über einen braun-schwarzen Schild, der den ganzen Körper bedeckt.

Bei den Weibchen bedeckt der Schild nur das vordere Drittel – ihr Hinterleib ist rot und wie eine Mondsichel geformt. Besonders häufig kommt er auf Lichtungen im Wald oder am Waldrand vor und hat sich nicht auf einen Wirt spezialisiert, sondern befällt viele verschiedene Tierarten. Er gilt als gefährlich, da er eine ganze Reihe von Krankheiten übertragen kann. Dazu zählen zum Beispiel: Borreliose, FSME, Q-Fieber, Babesiose und Ehrlichiose.

Buntzecke / Auwaldzecke / Wiesenzecke 

Die Auwaldzecke kommt ursprünglich aus Südeuropa und breitet sich momentan auch in Mitteleuropa aus. Daher ist sie bisher nur regional und nicht flächendeckend verbreitet. Ihr Schild ist mehrfarbig gemustert und weiß marmoriert Sie ist schon ab 3° Celsius aktiv und tritt daher auch bereits im Januar und Februar auf. Diese Buntzecken übertragen auch Krankheiten, insbesondere bekannt geworden sind Fälle von Babesiose beim Hund (Hundemalaria.  FSME-Viren wurden auch nachgewiesen, jedoch bisher nur äußerst selten.

Braune Hundezecke

Hundezecken sind Laufzecken, die aktiv nach ihren Wirtstieren suchen. Wie ihr Name schon sagt, sind ihre Hauptwirte Hunde und Katzen. Menschen werden nur befallen, wenn es zu Massenvermehrungen in Wohnräumen gekommen ist. Auch die Hundezecke kann zahlreiche Krankheiten übertragen – primär die Babesiose beim Hund ist von Bedeutung.

Hyalomma-Zecke

Hyalomma-Zecken ist eine neue Art der Zecken in Deutschland. Im Unterschied zu den üblichen Vertretern (Holzbock und Auwaldzecke) sind Hyalomma-Zecken deutlich größer. Mit den Beinen können sie bis zu 2 cm umspannen. Die Körperlänge beträgt bei ausgewachsenen Tieren 5 bis 6 Millimeter. Deutliches Erkennungsmerkmal sind die gestreiften, geringelten Beine.

Dennoch besteht absolut kein Grund zu Panik. Erstens sind die Zecken extrem selten und selbst wenn man eine trifft, bedeutet das noch nicht, dass sie auch tödliche Viren in sich trägt. Auch FSME und Borreliose Erreger wurden bisher nicht in Hyalomma-Arten gefunden.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin

Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy. Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag. Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.