Anzeichen einer Dehydrierung
Eine Dehydrierung kann ernsthafte Folgen wie Organschäden haben, deshalb ist es wichtig, dass Du folgende Anzeichen kennst:
- Ausgetrocknete Schleimhäute: Gesunde Schleimhäute sind immer feucht und leicht glänzend.
- Apathisches Verhalten: Dehydrierte Hunde verhalten sich oft auffallend passiv.
- Starkes Hecheln
- Dunkel gefärbter Urin
- Hautturgor-Test: Dafür greifst Du sanft eine Hautfalte in der Nacken-Schulterpartie Deines Hundes, ziehst sie vorsichtig hoch und lässt sie wieder los. Normalerweise wird die Hautfalte sofort wieder glatt. Bleibt sie stehen, deutet das auf einen erhöhten Flüssigkeitsmangel hin.
Wann solltest Du zum Tierarzt?
Wenn Dein Hund mehrere Tage lang nicht trinkt oder Anzeichen einer Dehydration zeigt, solltest Du dringend zum Tierarzt. Prinzipiell kann es nie schaden, vorsorglich einen Tierarzt aufzusuchen, um Fälle wie diesen medizinisch abzuklären.
Mein Hund trinkt nach der OP oder Narkose nicht, ist das normal?
Ja, das kommt häufig vor und ist in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Während der OP wird der Flüssigkeitshaushalt Deines Hundes in der Regel bereits über eine Infusion ausgeglichen. Manche Tiere können direkt nach der Narkose außerdem noch nicht richtig schlucken, das hängt von der Art der OP und ihrem Verlauf ab.
Trotzdem gilt: Wie lange ein verringertes Trinkbedürfnis nach einer OP normal ist und ab wann Du aktiv werden solltest, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.
Kläre alle Fragen rund um das Trinkverhalten nach der OP am besten direkt mit Eurem Tierarzt oder Eurer Tierärztin ab, insbesondere wenn Dein Hund auch am Tag nach der OP noch gar nicht trinkt oder zusätzlich Anzeichen von Dehydration zeigt.
Mein Hund trinkt wenig, aber pinkelt viel, was steckt dahinter?
Diese Kombination solltest Du nicht auf die leichte Schulter nehmen. Normalerweise passt die Urinmenge zur getrunkenen Wassermenge, trinkt Dein Hund also weniger, sollte er auch weniger urinieren.
Pinkelt er trotzdem viel oder häufig, kann das ein Anzeichen für ein ernsthaftes gesundheitliches Problem sein, zum Beispiel für:
- Nierenprobleme: Die Nieren können den Urin nicht mehr richtig konzentrieren, wodurch mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird, als über das Trinken aufgenommen wird.
- Diabetes: Ein erhöhter Blutzuckerspiegel führt dazu, dass der Körper vermehrt Wasser über den Urin ausscheidet.
- Harnwegsinfektion: Eine Entzündung kann häufigeres, aber auch schmerzhaftes Urinieren auslösen.
Da hinter diesem Symptom mehrere ernsthafte Erkrankungen stecken können, solltest Du bei dieser Kombination zeitnah einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufsuchen, statt abzuwarten.
Warum trinkt mein Hund nicht? Weitere mögliche Ursachen
Mobbing unter Hunden
Mobbing gibt es leider nicht nur unter Menschen. Wenn Du mehrere Hunde besitzt, kann es vorkommen, dass der ranghöhere Hund den rangniedrigeren Hund vom Trinken abhält.
Beobachte den Umgang Deiner Hunde miteinander und greife wenn nötig ein. Stelle bei mehreren Hunden außerdem mehrere Näpfe bereit, um Streitigkeiten zu verhindern.
Läufigkeit
Wenn ein Rüde mit einer läufigen Hündin zusammenlebt, kann es vorkommen, dass er vor lauter Ablenkung Fressen und Trinken vergisst. Achte in diesem Fall besonders darauf, dass er trotzdem genug Nahrung und Flüssigkeit zu sich nimmt.
Stress
Ein Umzug, Kinder oder neue Haushaltsmitglieder können Deinen Hund stressen. Als Reaktion darauf ziehen sich Hunde häufig zurück, was zu weniger Trinken führt. Der emotionale Zustand wirkt sich direkt auf Hunger und Durst aus, physiologische Prozesse werden durch Stress regelrecht unterdrückt.
Wichtig: Um Stress zu vermeiden, solltest Du den Wassernapf an einen ruhigen Ort stellen. Vermeide laute und unruhige Orte wie Gänge und Flure.
Krankheiten und Schmerzen
Bei Magen-Darm-Problemen wie Durchfall und Erbrechen kommt es häufig vor, dass der Hund nicht trinkt. Auch entzündetes Zahnfleisch oder schmerzende Zähne können dazu führen, dass Dein Hund empfindlich auf kaltes Wasser reagiert und es deshalb verschmäht.
In diesen Fällen ist das verminderte Trinkbedürfnis nur ein Symptom, weshalb Du dringend einen Tierarzt aufsuchen solltest, um die eigentliche Ursache zu behandeln.
Futterumstellung
Wie im Rechenbeispiel oben erläutert, verändert sich der Wasserbedarf nach einer Futterumstellung. Wenn Du also gerade von Trockenfutter zu BARF oder Nassfutter gewechselt hast, ist es völlig normal, dass Dein Hund jetzt weniger trinkt.
Allergien
Wenn Dein Hund unter einer Futtermittelallergie leidet, können die Symptome für ihn schmerzhaft sein. Aufgrund dieser Schmerzen kann es vorkommen, dass er weniger trinkt.
Höheres Alter
Auch bei älteren Hunden verändert sich das Trinkverhalten häufig. Das Durstempfinden lässt im Alter oft nach, gleichzeitig können altersbedingte Erkrankungen wie eine nachlassende Nierenfunktion, Zahnprobleme oder auch Medikamente das Trinkverhalten beeinflussen.
Beobachte bei einem älteren Hund, der spürbar weniger trinkt, deshalb besonders aufmerksam, ob weitere Anzeichen wie die oben beschriebene Kombination aus wenig Trinken und viel Urinieren dazukommen, und sprich Veränderungen im Zweifel mit Eurem Tierarzt ab.
Trinkt er wirklich nicht?
Wenn Dein Hund Zugang zum Garten hat, solltest Du zunächst prüfen, ob er wirklich nicht trinkt. Oft stehlen Vierbeiner Schlücke aus Gießkannen, Pfützen, Gartenteichen oder von netten Nachbarn.
Wenn Du ausschließen kannst, dass er heimlich trinkt, kannst Du einfach testen, wie viel er tatsächlich trinkt: Miss dafür, wie viel Wasser Du in seine Wasserstellen gibst, und miss am Abend die Differenz.
Gemüse
Wenn Dein Hund oft wasserreiches Gemüse wie Gurken frisst, kann es sein, dass er dadurch bereits einen Teil seines Wasserbedarfs deckt.
Wenig Bewegung
Der Wasserbedarf Deines Hundes hängt auch von seinem Bewegungslevel ab. Deshalb ist es normal, dass er an weniger aktiven Tagen weniger trinkt als an sehr aktiven Tagen.
12 Tipps, um Deinen Hund zum Trinken zu animieren
1. Extra feuchtes Futter Wenn Dein Hund nicht trinkt, aber frisst, kannst Du Wasser oder salzfreie Fleischbrühe über sein Futter geben. So nimmt Dein Vierbeiner Flüssigkeit auf, während er sein Futter genießt.
2. Wasser mit Zusatz Um Deinem Vierbeiner das Wasser schmackhafter zu machen, kannst Du Früchte wie Heidelbeeren, einen Löffel Naturjoghurt oder auch Knochenbrühe hinzugeben. An heißen Tagen genießen viele Hunde auch Eiswürfel im Wasser, manche mögen es sogar, darauf herumzukauen.
3. Trinkbrunnen und Wasserfontänen Trinkbrunnen sind unter Katzenbesitzern schon länger bekannt, aber auch Hunde können von ihnen profitieren. Fließendes Wasser wird von Tieren als sicherer empfunden, da stehendes Wasser in der Natur anfälliger für Verunreinigungen ist.
Für Garten oder Balkon gibt es Wasserfontänen, die Dein Hund bedient, indem er seine Pfote auf das Gerät drückt und so einen Wasserstrahl auslöst.
4. Verschiedene Trinkmöglichkeiten bieten Hundebrunnen können die Trinkmenge Deines Hundes steigern, allerdings hat jeder Hund eigene Vorlieben. Manche bevorzugen traditionelle Trinknäpfe, andere trinken lieber aus Blumenvasen. Biete deshalb verschiedene Optionen an und orientiere Dich an den Präferenzen Deines Hundes.
Milch als Alternative? Milch ist in Maßen für Hunde kein Problem, solange sie diese vertragen. Doch auch Hunde ohne Laktoseintoleranz sollten nicht zu viel Milch bekommen, da sie für Hunde schwer verdaulich ist. Als Alternative für Wasser eignet sich Milch deshalb nicht.
5. Die ideale Temperatur Dein Hund sollte niemals heißes Wasser bekommen, da er sich daran verbrennen kann. Manche Hunde bevorzugen lauwarmes Wasser, andere kaltes. Das kann sowohl von der Jahreszeit als auch von den individuellen Vorlieben Deines Hundes abhängen.
6. Mehrere Wasserstellen Durch mehrere Wasserstellen wird Dein Hund regelmäßig ans Trinken erinnert. Es hilft außerdem, Wasserstellen an Orten aufzustellen, die Dein Hund häufig frequentiert.
7. Das richtige Futter Beim Barfen deckst Du einen Teil des Wasserbedarfs auf natürliche Weise durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt des Futters ab. Gleichzeitig erhält Dein Hund alle Nährstoffe, die er braucht.
Fragolas Geheimtipp: BARFER'S Pet Fragola ist für jeden Snack zu haben, das nutzt ihr Frauchen Carolin, um für mehr Hydration zu sorgen. Besonders im Sommer bekommt Fragola häufig Gurke als Snack. Gurken bestehen zu 97 Prozent aus Wasser und sind damit ein super Wasserlieferant. Probiere gerne aus, ob Deinem Vierbeiner Gurke schmeckt.
8. Das perfekte Wasser Die Feinschmecker unter den Vierbeinern schmecken Kalk und Chlor aus dem Leitungswasser heraus. Für diese Hunde lohnt es sich, stilles, natriumarmes, für Säuglingsnahrung geeignetes Mineralwasser auszuprobieren. Auch frisches Regenwasser ist bei Hunden beliebt.
9. Schleckmatten Ob gefroren oder nicht, flüssige Schleckmatten bieten eine spaßige Möglichkeit, den Flüssigkeitshaushalt Deines Hundes aufzubessern. Wenn Du keine Schleckmatte besitzt, kannst Du auch unsere leckeren Hundeleckerli-Rezepte für heiße Tage probieren.
10. Unterwegs Auf längeren Spaziergängen solltest Du unbedingt einen tragbaren Wassernapf oder eine kleine Trinkflasche für Deinen Hund mitnehmen. Sonst musst Du anderweitig sicherstellen, dass er genug Wasser bekommt.
11. Der perfekte Napf Materialien wie Keramik, Edelstahl oder Glas eignen sich besser für Trinknäpfe als Kunststoff. Kunststoff kann Gerüche abgeben, die Hunde mit ihren guten Nasen als störend empfinden.
12. Hygiene Die Hygiene ist beim Wassernapf sehr wichtig für die Gesundheit Deines Vierbeiners, genau wie beim Futternapf. Darüber hinaus trinken die meisten Hunde lieber aus einem sauberen Napf.
Fazit
Der Wasserbedarf eines Hundes liegt je nach Quelle bei 20 bis 100 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht. Gewicht, Aktivitätsniveau, Temperatur und Futterart beeinflussen diesen Bedarf maßgeblich.
Um sicherzustellen, dass Dein Hund ausreichend trinkt, solltest Du ihm stets frisches Wasser in mehreren Näpfen an verschiedenen Orten anbieten und auf Anzeichen von Dehydration achten.
Trinkt Dein Hund über längere Zeit wenig oder gar nicht, oder kommt zusätzlich vermehrtes Urinieren dazu, ist ein Besuch beim Tierarzt dringend empfohlen.
FAQs: Hund trinkt nicht
Wie viel muss ein Hund trinken? Der Wasserbedarf liegt je nach Quelle bei 20 bis 100 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht und hängt von Gewicht, Aktivität, Temperatur und Futterart ab.
Ein 20 Kilogramm schwerer Hund benötigt beispielsweise ca. 1200 Milliliter Wasser täglich, wobei Nassfutter oder BARF bereits einen Teil davon abdecken.
Mein Hund trinkt wenig, aber pinkelt viel, was tun? Das kann ein Anzeichen für ein ernsthaftes medizinisches Problem wie Nierenprobleme, Diabetes oder eine Harnwegsinfektion sein. Sprich zeitnah mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin, statt abzuwarten.
Mein Hund trinkt nicht und schläft viel, ist das normal? Vereinzelt kann eine Kombination aus wenig Trinken und mehr Schlaf durch Stress, Hitze oder eine leichte Umstellung erklärbar sein.
Zeigt Dein Hund zusätzlich Anzeichen von Dehydration wie ausgetrocknete Schleimhäute oder wirkt er auffallend teilnahmslos, oder hält der Zustand länger als einen Tag an, solltest Du das tierärztlich abklären lassen, da vermehrte Müdigkeit in Kombination mit Trinkunlust auch auf eine Erkrankung hindeuten kann.
Wie kann ich meinen Hund zum Trinken bringen? Mit feuchtem Futter, Wasser mit geschmacklichem Zusatz wie Brühe oder Beeren, mehreren Wasserstellen an ruhigen Orten, einem Trinkbrunnen oder frischem, kühlem Wasser. Die ausführlichen 12 Tipps dazu findest Du weiter oben im Artikel.
Warum trinkt mein Hund nach der OP nicht? Das ist normal, da der Flüssigkeitshaushalt während der OP meist über eine Infusion ausgeglichen wird und manche Hunde direkt danach noch nicht richtig schlucken können. Kläre den weiteren Verlauf mit Eurem Tierarzt oder Eurer Tierärztin ab.