Mit dem Alter verändert sich vieles – auch bei unseren Vierbeinern. Bewegung, Schlaf, Fellqualität und nicht zuletzt der Stoffwechsel wandeln sich im Laufe der Jahre.


Die gute Nachricht: Mit BARF lässt sich die Ernährung genau auf diese Veränderungen abstimmen – individueller als mit jedem Fertigfutter.

Ab wann gilt ein Tier als Senior?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei Hunden hängt es stark von der Körpergröße ab: Große Rassen gelten bereits ab etwa 7 Jahren als Senioren, kleine Rassen erst ab rund 10 Jahren. Bei Katzen spricht man ab etwa 12 Jahren von Seniorentieren.


Wichtiger als das reine Alter sind aber die Zeichen, die das Tier selbst zeigt: mehr Schlaf, weniger Bewegungsdrang, nachlassende Muskulatur, verändertes Fell oder kognitive Veränderungen.


Erst wenn solche Alterskriterien auftreten, macht eine Anpassung der Ration wirklich Sinn – nicht schon beim ersten grauen Haar.

Hund und Katze sitzen gemeinsam auf einer grünen Wiese unter einem Baum - BARF kann die Gesundheit von Seniortieren bis ins hohe Alter unterstützen

Veränderte Bedürfnisse im Alter: Was der Körper jetzt braucht

Stoffwechsel und Energiebedarf

Der Stoffwechsel verlangsamt sich im Alter – das ist bei Hund und Katze gleichermaßen der Fall. Geringere Aktivität, ein höherer Anteil kastrierter Tiere und ein sinkender Muskelmasseanteil führen dazu, dass der Energiebedarf insgesamt abnimmt.


Eine unverändert kalorienreiche Ration kann deshalb schnell zu Übergewicht führen, das sich wiederum negativ auf Gelenke, Herz und Lebenserwartung auswirkt.


Die Anpassung sollte aber immer individuell erfolgen: Aktive Senior-Hunde haben einen völlig anderen Bedarf als ein Hund, der kaum noch läuft.

Protein – mehr, nicht weniger

Ein weit verbreiteter Irrtum: Ältere Tiere brauchen weniger Eiweiß. Das stimmt so nicht. Der Proteinbedarf bleibt im Alter mindestens gleich – und steigt tendenziell sogar an, weil die Proteinsynthese nachlässt und der Proteinumsatz im Körper zunimmt.


Eine Reduktion der Eiweißzufuhr ist nur bei bestimmten Erkrankungen wie Niereninsuffizienz angezeigt – nicht generell bei Senioren. Gleichzeitig gilt: Zu viel Protein ist auch nicht sinnvoll, denn es verhindert keinen Muskelabbau und belastet den Stoffwechsel unnötig.


Entscheidend ist vor allem die Qualität der Proteinquellen: Hochwertiges Muskelfleisch mit einer guten Aminosäurezusammensetzung belastet Leber und Niere deutlich weniger als schwer verdauliche Proteine aus bindegewebsreichem Fleisch. Letztere sollten im Alter nach Möglichkeit durch hochwertiges Muskelfleisch ersetzt werden.

Omega-3-Fettsäuren: Jetzt besonders wichtig

Im Alter nehmen stille Entzündungsprozesse im Körper zu – in Gelenken, Gefäßen, Gehirn. Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA, wirken diesen Prozessen entgegen und unterstützen gleichzeitig Herz, Nieren, Immunsystem und kognitive Funktion.


Die Empfehlung: Die Ölmenge in der BARF-Ration etwas erhöhen. Unser Lachsöl oder das Basis-Öl 3-6-9 eignen sich dafür besonders gut. Wer auf den Komplett-Mix Senior setzt, profitiert direkt von der enthaltenen Kombination aus Lachsöl, Leinöl und Dorschlebertran – alle drei Öle gemeinsam decken ein breites Fettsäurespektrum ab.

Zink und Antioxidantien: Zellschutz im Alter

Auch Zink gewinnt im Alter an Bedeutung, denn es spielt eine wichtige Rolle für Haut, Fell und Immunsystem. Gute natürliche Zinkquellen sind Leber, Muskelfleisch und Knochen. Diese sollten in einer ausgewogenen BARF-Ration ohnehin enthalten sein.


In unserem Komplett-Mix Senior wird der Zinkbedarf Deines alten Hundes über die Rinderleber, das Muskelfleisch sowie das Kalbsbrustbein abgedeckt.


Wenn Du die Ration selbst zusammenstellt, solltest Du auf eine entsprechend ausgewogene Zusammenstellung dieser Komponenten achten.

Vitamine und Mineralstoffe anpassen

Ältere Hunde und Katzen reagieren empfindlicher auf sehr hohe Vitamin-A-Dosen. Das bedeutet nicht, dass Lebertran im Alter grundsätzlich tabu ist - in kleinen Mengen, wie er in unserem Komplett-Mix Senior enthalten ist, ist er weiterhin unbedenklich. Wer selbst portioniert, sollte die Menge im Blick behalten und die Vitamin-D-Versorgung alternativ über fettreichen Fisch sicherstellen.


Für die Versorgung mit B-Vitaminen – die für Zellfunktion und Nervensystem im Alter besonders wichtig sind – eignen sich hochwertige Innereien wie Leber und Niere hervorragend, da diese natürliche B-Vitamin-Lieferanten sind und in einer ausgewogenen BARF-Ration ohnehin enthalten sein sollten.


B-Vitamine unterstützen im Alter nicht nur Zellfunktion und Nervensystem, sondern spielen auch für die Gehirngesundheit eine Rolle. Wer selbst portioniert, kann die Versorgung zusätzlich über unsere Basismineralien Senior sicherstellen, die B-Vitamine aus Bierhefe enthalten.

Barfen alter Hund: So passt Du die Ration an

Beim Barfen eines alten Hundes kommt es vor allem auf diese Punkte an:


Fettmenge kontrollieren: Viele ältere Hunde vertragen fettreiche Mahlzeiten schlechter, was sich in weichem Kot oder Verdauungsproblemen äußern kann. Mageres Muskelfleisch und eine reduzierte Menge Zusatzfett sind oft hilfreicher als eine komplette Futterumstellung.


Zeichnet sich eine Gewichtszunahme ab, lohnt sich zunächst der Blick auf Snacks und Kauartikel – sie liefern oft viele Kalorien, aber wenig Nährstoffe und lassen sich leicht reduzieren, bevor an der Hauptration selbst etwas verändert wird.


Knochen im Blick behalten: Die nachlassende Darmmotilität und reduzierte Magensäure können dazu führen, dass harte rohe fleischige Knochen (RFK) im Alter nicht mehr gut vertragen werden. Wenn das der Fall ist, sind gewolfte Knochen oder ein geeignetes Calciumpräparat – zum Beispiel Knochenmehl – die bessere Wahl.


Schwer verdauliche Zutaten reduzieren: Stark bindegewebsreiche Fleischteile können im Alter schlechter vertragen werden und zu weichem Kot oder Blähungen führen. Hochwertiges Muskelfleisch ist hier die verträglichere Wahl.

Bindegewebsärmere Innereien wie Herz, Lunge oder Niere sind in der Regel weiterhin gut bekömmlich. Grüner Blättermagen ist zwar ein Pansenprodukt, enthält aber deutlich weniger grobes Bindegewebe als grüner Pansen – in kleinen Mengen wird er von den meisten Senioren gut vertragen.


Trockenkauartikel streichen: Getrocknete Schweineohren oder ähnliche Produkte liefern viel Energie, aber wenig verwertbare Nährstoffe und sind wegen ihres hohen Bindegewebsanteils schwer verdaulich. Sie sollten bei Senior-Hunden aus der Ration gestrichen werden.


Fertiglösung: Unser Komplett-Mix Senior Rind & Huhn ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Hunde abgestimmt. Die Rezeptur setzt auf leicht verdauliche Proteinquellen wie Hühner- und Rindfleisch sowie Hühnermagen, ergänzt durch einen moderaten Anteil an grünem Rinderblättermagen – der aufgrund seines geringen Bindegewebsanteils auch von Senioren gut vertragen wird.


Dazu kommen Süßkartoffel als sanfte Energiequelle, ein hochwertiges Öl-Trio aus Lein-, Lachs- und Dorschlebertran sowie Seealgenmehl für die Jodversorgung. Wer selbst portioniert, kann ergänzend unsere Basismineralien Senior und Collagen zur Unterstützung von Gelenken und Bindegewebe einsetzen.

Welches Futter für alte Katzen? BARF als natürliche Option

„Welches Futter für alte Katzen?" ist eine der häufigsten Fragen, die uns bei BARFER'S erreicht. Und die Antwort überrascht viele: Nicht weniger Protein, sondern mehr Qualität ist der Schlüssel.


Katzen sind obligate Karnivoren – daran ändert sich im Alter nichts. Ihr Körper ist auf tierisches Protein angewiesen, um Taurin, Arachidonsäure und andere essenzielle Nährstoffe aufnehmen zu können. Auch im Seniorenalter bleibt hochwertiges Muskelfleisch die Basis jedes guten Katzenfutters.


Worauf es beim Katzenfutter für alte Katzen ankommt:


Gute Feuchtigkeitsversorgung: Ältere Katzen trinken häufig zu wenig. Rohfutter enthält von Natur aus einen hohen Wasseranteil und unterstützt so Nierenfunktion und Harnwegsgesundheit deutlich besser als Trockenfutter.


Leichte Verdaulichkeit: Fein gewolftes Muskelfleisch – zum Beispiel Truthahn – ist für ältere Katzen mit empfindlichem Magen oft die verträglichste Wahl. Bindegewebsreiche Stücke sollten reduziert werden.


Akzeptanz bedenken: Gerade bei älteren Katzen, die bisher Fertigfutter bekommen haben, kann eine Umstellung auf BARF schwieriger sein. Die Futterprägung ist im Alter stärker ausgeprägt. Eine schrittweise, geduldige Umstellung ist hier besonders wichtig.


Rohes Fleisch nicht mehr vertragen? Manche Senioren vertragen rohe Kost nicht mehr oder leiden unter vermindertem Geruchssinn und zeigen weniger Appetit. In diesen Fällen kann leicht erwärmtes Fleisch ein sinnvoller Kompromiss sein.


Hinweis: Knochen dürfen nicht erhitzt werden, da sie dadurch spröde werden und eine Verletzungsgefahr darstellen!

Die Vorteile von BARF für Senioren im Überblick

Individuell anpassbar: Kein Senior ist wie der andere. BARF erlaubt es, die Ration exakt auf den aktuellen Gesundheitszustand abzustimmen – ob bei Übergewicht, Gelenkproblemen, eingeschränkter Nierenfunktion oder Verdauungsschwäche.


Natürliche Nährstoffversorgung: Hochwertige Rohkost liefert Nährstoffe in gut bioverfügbarer Form – was gerade dann wichtig ist, wenn Leber und Niere im Alter nicht mehr voll leistungsfähig sind.


Präventiver Effekt: Eine ausgewogene, artgerechte Ernährung kann das Auftreten und das Fortschreiten altersbedingter Erkrankungen positiv beeinflussen – nicht nur therapeutisch, sondern auch vorbeugend.

Ist eine BARF-Umstellung im hohen Alter noch sinnvoll?

Grundsätzlich lässt sich auch ein älterer Hund oder eine ältere Katze noch auf BARF umstellen. Bei sehr alten oder gesundheitlich stark beeinträchtigten Tieren sollte die Umstellung jedoch besonders behutsam erfolgen.


Im Zweifel ist eine schonende, leicht angewärmte Variante der rohen Fütterung vorzuziehen, um den Organismus nicht zusätzlich zu belasten. Bedenke hierbei jedoch, dass Knochen auf gar keinen Fall erhitzt werden dürfen, da sie im gekochten Zustand spröde und brüchig werden, und eine Verletzungsgefahr darstellen können.


Ein vitaler Senior kann dagegen von BARF profitieren und spürbar an Lebensqualität gewinnen. Wichtig ist in jedem Fall eine besonders langsame, geduldige Umstellung mit engmaschiger Beobachtung.

Praktische Tipps für den Einstieg

  • Langsam umstellen: Ältere Tiere reagieren empfindlicher auf schnelle Futterumstellungen. Dem Magen Zeit geben.
  • Futtermenge anpassen: Nicht nur nach Körpergewicht – Aktivitätslevel und Körperkondition geben den Ausschlag. Unser BARF-Rechner hilft beim Einstieg.
  • Regelmäßig zum Tierarzt: Blutbild und Nierenwerte sollten bei Senioren regelmäßig kontrolliert werden – so lässt sich die Ration gezielt auf veränderte Werte hin anpassen.

Wer die Signale seines Vierbeiners ernst nimmt und die BARF-Ration entsprechend anpasst, kann dazu beitragen, dass das goldene Alter wirklich golden wird.


Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Einschränkungen empfehlen wir, Rationsanpassungen mit einem Tierarzt oder zertifizierten BARF-Ernährungsberatern abzusprechen.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin

Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy. Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag. Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.