Ja, Fenchel kann für Hunde eine gesunde Ergänzung sein, roh oder gegart, in fein gehackter oder pürierter Form.


Als Richtwert gilt etwa ein Teelöffel pro Tag für kleine Hunde und ein Esslöffel für mittelgroße Hunde, größere Hunde entsprechend mehr.


Fenchel kann also als kleine, gezielte Ergänzung zum pflanzlichen Anteil der BARF-Fütterung gehören.

Fenchel als Heilpflanze für Hunde

Der weiß-grüne Fenchel gilt seit jeher als Heilpflanze, die auch bei uns Menschen als Hausmittel bei gesundheitlichen Problemen wie Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden beliebt ist.


Fenchel kann auch für Hunde vielseitige positive Wirkungen haben, denn er enthält wertvolle Nährstoffe, beispielsweise:

  • Vitamine A, B, C und K
  • Kalium, Kalzium und Magnesium
  • Ballaststoffe
  • Ätherische Öle

Daher gilt Fenchel als wahre Nährstoffbombe. Zudem ist er sehr bekömmlich und verträglich. Der sehr geringe Kaloriengehalt macht Fenchel auch für Hunde mit Übergewicht zum idealen Futterzusatz.

Glastasse mit Fencheltee neben einer angeschnittenen Fenchelknolle und verstreuten Fenchelsamen

Welche gesundheitlichen Vorteile kann Fenchel für Hunde haben?

Fenchel kann verdauungsfördernd, beruhigend, krampflösend und entzündungshemmend wirken.


Er eignet sich besonders gut für Hunde mit Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung und Blähungen, gesundheitliche Probleme lassen sich damit sanft behandeln.


Fenchel kann auch bei einem Hund mit empfindlichem Magen gegeben werden. Die Ballaststoffe unterstützen zusätzlich die Verdauung.


Auch das Immunsystem kann Fenchel mit dem enthaltenen Vitamin C stärken.


Vitamin A beeinflusst die Gesundheit der Augen und das Zellwachstum positiv, Fenchel zählt dabei, neben Süßkartoffel, Karotte, Kürbis, Tomate und Spinat, zu den guten pflanzlichen Quellen für Carotine, die Vorstufen von Vitamin A.


Die enthaltenen Mineralstoffe sind wichtig für Muskeln, Knochen, Zähne und den Elektrolythaushalt. Kalium reguliert den Wassergehalt der Zellen und wird für die Herzfunktion benötigt.


Der Kaliumgehalt ist beim Fenchel übrigens höher als bei Kartoffel oder Banane, vor allem bei einem Hund mit Nieren- oder Harnsteinproblemen solltest Du deshalb auf eine angemessene Kaliumzufuhr achten. Hat Dein Hund eine Erkrankung, besprich Deinen BARF-Plan immer mit Deinem Tierarzt.


Die ätherischen Öle, beispielsweise Menthol und Fenchon, können bei Atembeschwerden Linderung verschaffen. Sie wirken schleimlösend und erleichtern das Abhusten, zudem sollen sie antibakteriell wirken und das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen.


Frisst Dein Senior-Hund öfter schlecht, kann Fenchel zusätzlich appetitanregend wirken und ihn wieder etwas mehr zum Fressen motivieren.

Hat Fenchel Nebenwirkungen?

Fenchel ist allgemein sicher für Hunde, die meisten vertragen ihn sehr gut.


Bei manchen kann er aber Unverträglichkeiten oder Beschwerden wie Hautirritationen, Juckreiz, Niesen, Augen- und Nasenausfluss oder Durchfall verursachen. Zeigt Dein Hund solche Reaktionen, solltest Du den Fenchel absetzen.


Beobachte am besten von Anfang an, wie Dein Hund darauf reagiert, und beginne mit kleinen Mengen.

Vorsicht bei Epilepsie

Fenchel hat, wie auch Sellerie, einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen.


Bei Hunden mit Epilepsie sollten Gemüsesorten mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen gemieden werden, da sie potenziell anfallsauslösend wirken können.


Hat Dein Hund Epilepsie, verzichte deshalb lieber auf Fenchel und sprich vorab mit Deinem Tierarzt über geeignete Alternativen.

Kreuzallergie bei Sellerie-Allergie

Reagiert Dein Hund allergisch auf Sellerie, ist Vorsicht geboten, Fenchel gilt als mögliches Kreuzallergen und kann bei entsprechend empfindlichen Hunden ähnliche Reaktionen auslösen.

Wie kannst Du Fenchel für Hunde zubereiten?

Du kannst Fenchel roh und gegart geben, bei akuten Beschwerden wie Bauchkrämpfen lässt sich frischer Fenchel auch zerstampfen oder pürieren.


Durch seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen zählt Fenchel zu den sogenannten Karminativa, also Pflanzen, die vorbeugend gegen Blähungen wirken können.


Frisch aufgebrühter, abgekühlter Fencheltee hat eine beruhigende und krampflösende Wirkung und eignet sich auch bei Erbrechen. Auf Fenchelöl und Fencheltee solltest Du bei säugenden Hündinnen allerdings verzichten.


Wasche den Fenchel vorher gründlich und schneide ihn für eine gute Verträglichkeit und Verdaulichkeit in kleine Stücke und püriere ihn.


Hat Dein Hund einen empfindlichen Magen, integriere den Fenchel langsam und schrittweise in die Fütterung.

Wie viel Fenchel ist für Hunde geeignet?

Füttere Fenchel nur in Maßen, denn die enthaltenen ätherischen Öle können in größerer Menge unverträglich sein.


Die richtige Dosis hängt von Größe und Gewicht Deines Hundes ab: Ungefähr ein Teelöffel pro Tag in fein gehackter Form reicht für die meisten kleinen Hunde, ein Esslöffel für mittelgroße Hunde. Ist Dein Hund größer, kannst Du die Menge entsprechend anpassen.

Fenchel beim Barfen

Für Hundehalter, die barfen, ist roher Fenchel gut geeignet, um Muskelfleisch, Innereien und Knochen sowie natürliche BARF-Supplemente zu ergänzen.


Gerade in kleinen Mengen ergänzt er die tägliche Futtermenge sinnvoll und trägt zur allgemeinen Gesundheit des Hundes bei.

Fazit

Fenchel kann, egal ob roh, gedämpft oder gekocht, aufgrund seines hohen Gehalts an verschiedenen Nährstoffen in vielfältiger Hinsicht gesund für Deinen Hund sein.


Die positiven Effekte reichen von der Verdauung über die Unterstützung von Knochen und Muskeln bis hin zum Immunsystem, und dank der ätherischen Öle kann Fenchel sogar bei Atembeschwerden eine sanfte Linderung bringen.


Entscheidend ist die richtige Dosis: klein anfangen, beobachten, und die oben genannten Ausnahmen (Epilepsie, Sellerie-Allergie, Nieren- oder Harnsteinprobleme, säugende Hündinnen) im Blick behalten.

Autor

Carolin Kroll
Carolin KrollZertifizierte BARF-Ernährungsberaterin


Carolin ist zertifizierte BARF-Ernährungsberaterin der THP-Schule (nach Swanie Simon) und begleitet bei BARFER'S seit 2023 Hunde- und Katzenbesitzer auf dem Weg zur artgerechten Rohfütterung.


Ihre Leidenschaft fürs BARFen begann ebenfalls 2023, als ihre Hündin Fragola aus dem Tierschutz bei ihr einzog. Seitdem befasst sich Carolin mit BARF sowohl im Berufsalltag als auch zuhause.

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