Jein: Hunde dürfen Paprika nur in kleinen Mengen essen, am besten reif, rot und gekocht.


Paprika für Hunde ist als gelegentliche Ergänzung zum Gemüseanteil einer BARF-Ration geeignet, wegen des enthaltenen Solanins aber nicht uneingeschränkt und niemals in größeren Mengen.


Beim Barfen werden Hunde mit einem großen Anteil rohem Fleisch gefüttert, dennoch wird ergänzend Gemüse empfohlen. Geeignete Gemüsesorten sind vielfältig: Gurken, gekochte (Süß)-Kartoffeln oder Karotten.

Worauf Du bei der Fütterung von Paprika achten musst

Paprika zählt, genau wie Kartoffeln und Tomaten, zu den Nachtschattengewächsen und enthält den Stoff Solanin. Bei Verzehr größerer Mengen kann Solanin zu Vergiftungserscheinungen führen.


Füttere Deinem Hund deshalb am besten nur kleine Mengen Paprika und beschränke Dich, wenn möglich, auf durchgereifte, rote Paprika.


Rote Paprika hat im Vergleich zur gelben und grünen Variante am wenigsten Solanin und ist damit in kleinen Mengen die unbedenklichste Wahl.


Entferne außerdem immer den Strunk, dort ist der Solanin-Gehalt am höchsten, Hunde meiden ihn ohnehin meist von selbst.

Kleiner weiß-brauner Welpe sitzt neben einer roten Paprika

Roh oder gekocht: Was ist besser verträglich?

Nicht nur die Reife, auch die Zubereitung entscheidet über die Verträglichkeit.


Rohe Paprika enthält mehr Solanin als gekochte, deshalb ist es vor allem bei größeren Mengen sinnvoll, das Gemüse vor dem Füttern zu kochen. Beim Kochen löst sich ein Teil des Solanins ins Kochwasser.


Wichtig: Fütterst Du Deinem Hund das Gemüse püriert und hast dabei Kartoffeln oder Paprika mitgekocht, schütte das Kochwasser weg, statt es mit zu verwenden.

Was tun, wenn Dein Hund zu viel Paprika gefressen hat?

Bleib zunächst ruhig, ein durchdachtes Vorgehen hilft Deinem Hund mehr als Panik. Grundsätzlich hast Du drei Optionen:

  1. Beobachten und reagieren: Du beobachtest Deinen Hund genau und suchst einen Tierarzt auf, sobald erste Vergiftungssymptome auftreten.
  2. Sofort zum Tierarzt: Am besten innerhalb der ersten Stunde nach dem Verzehr. Der Tierarzt kann ein Medikament spritzen, das Erbrechen auslöst, wodurch weniger Solanin aufgenommen wird. Hier zählt jede Minute.
  3. Aktivkohle geben: Aktivkohle bindet einen Teil des Giftstoffs und verringert so die Menge an Solanin, die in die Blutbahn Deines Hundes gelangt.

Bist Du Dir unsicher, gilt: lieber einmal zu häufig zum Tierarzt als zu wenig.


Mögliche Vergiftungsanzeichen:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Atemprobleme
  • Fieber
  • Blasse bis weiße Schleimhäute statt der normalen, rosaroten Farbe, zum Beispiel an den Lefzen

Paprika beim Barfen: Ergänzung mit Vorsicht

Beim Barfen macht der pflanzliche Anteil rund 20 % der täglichen Ration aus, davon entfallen etwa 70 % auf Gemüse.


Rote, gekochte Paprika kann in kleinen Mengen Teil dieses Gemüseanteils sein, sollte aber wegen des Solanin-Gehalts nicht die Hauptkomponente sein und nicht regelmäßig in größeren Portionen gefüttert werden.


Setze für die tägliche Grundversorgung lieber auf unbedenklichere Sorten wie Blattsalat, Kürbis oder Spinat, und nutze Paprika eher als gelegentliche, kleine Abwechslung.

Fazit

In geringen Mengen, gut gereift, rot, und gekocht ist Paprika gut verträglich und kann eine kleine Bereicherung für den Speiseplan Deines Hundes sein.


Entscheidend ist, dass Du auf Reife, Farbe und Zubereitung achtest und den Strunk konsequent entfernst.


Bist Du unsicher oder möchtest auf Nummer sicher gehen, greifst Du einfach auf Karotten, Gurke, gekochte Kartoffeln oder andere unbedenkliche Gemüsesorten zurück, davon gibt es reichlich Auswahl.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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