Ja, Hunde dürfen Kartoffeln essen, allerdings ausschließlich gekocht. Als zusätzliche Beilage on top der Ration gilt: nur in kleinen, situativen Mengen, nicht täglich.


Fütterst Du dagegen einen unserer Komplett-Mixe mit Süßkartoffel, ist das etwas anderes, die ist dort fester Bestandteil einer ausgewogenen Rezeptur und kann bedenkenlos täglich gefüttert werden.

Warum rohe Kartoffeln tabu sind

Rohe Kartoffeln stehen auf der Liste der Lebensmittel, die Hunde grundsätzlich nicht bekommen dürfen.


Dazu gehören auch rohe Auberginen, rohe Avocado, rohe Gartenbohnen, rohe Holunderbeeren, rohe Hülsenfrüchte, grüne oder gelbe Paprika, Quitten, unreife Tomaten sowie Weintrauben und Rosinen.


Als Grund dafür wird üblicherweise der Giftstoff Solanin genannt, der bei rohen Kartoffeln, insbesondere in der Schale, vorkommt und zu Erbrechen und Durchfall oder Krämpfen führen kann.


Kochst Du die Kartoffel vor dem Füttern gründlich durch, ist sie unproblematisch und kann bedenkenlos verfüttert werden.

Kartoffeln als Kohlenhydratquelle beim Hund: Einordnung

Hunde haben keinen physiologischen Bedarf an Kohlenhydraten, können Stärke aber in der Regel besser verwerten als ihre wilden Vorfahren.


Kartoffeln dienen deshalb, wenn eingesetzt, primär als situativer, zusätzlicher Energielieferant, nicht als essenzieller Bestandteil der BARF-Rationen.


Lässt Du gekochte Kartoffeln nach dem Kochen abkühlen, bildet sich resistente Stärke, die eine präbiotische Wirkung entfaltet und die Darmflora Deines Hundes unterstützen kann.


Gekochte Kartoffeln sind zudem leicht verdaulich und eignen sich deshalb gut als Schonkost bei Durchfall, neben anderen mild wirkenden Gemüsesorten wie Kürbis, Sellerie, Karotte oder Fenchel.

Napf mit rohen Rindfleischwürfeln umgeben von Kartoffeln, Ei, Haferflocken, Petersilie, Pastinaken, Zucchini und Brokkoli auf Holztisch

Wie viel Kartoffel darf mein Hund essen?

Als Richtwert kannst Du Dich an der Größenordnung orientieren, die auch in einigen unserer Komplett-Mixe für Süßkartoffel verwendet wird: dort liegt der Anteil bei rund 10 bis 11 % der Rezeptur.


Übertragen auf die tägliche BARF-Ration bedeutet das bei einer durchschnittlichen Tagesmenge von 200 g rohem Futter etwa 20 bis 22 g gekochte Kartoffel, bei 400 g Tagesmenge entsprechend 40 bis 44 g.


Das ist aber kein täglicher Fixbestandteil, sondern eine Orientierung für den Fall, dass Du Kartoffel gezielt einsetzt, etwa als Schonkost oder situative Energiequelle.

Kartoffeln beim Barfen

Gebarfte Hunde ziehen ihre Energie hauptsächlich aus Fett.


Gekochte Kartoffeln sind allerdings eine Kohlenhydratquelle, die bei sehr sportlichen Hunden auch zur Energieversorgung zum Einsatz kommen kann.


Darüber hinaus auch als Schonkost bei Durchfall und als Ergänzung bei älteren Hunden sowie bei Junghunden.

Süßkartoffel in ausgewählten Komplett-Mixen

Die Süßkartoffel übernimmt in der BARF-Ration eine etwas andere Rolle als die normale Kartoffel.


Bei der Süßkartoffel geht es weniger um Energie, die liefert weiterhin hauptsächlich das Fett aus dem Fleischanteil, als um andere Vorteile.


Sie liefert Ballaststoffe und resistente Stärke, die ähnlich wie bei der erkalteten normalen Kartoffel eine präbiotische Wirkung auf die Darmflora Deines Hundes entfalten können.


Dazu kommt ein hoher Gehalt an Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A. In Fertig-Mixen sorgt Süßkartoffel außerdem für eine angenehme Konsistenz der Masse, und viele Hunde mögen ihren natürlich süßen Geschmack.


Tipp: In unseren BARFER'S Komplett-Mixen Rind, Geflügel, Senior und Junior ist sie mit einem Anteil von 10 bis 11 % enthalten.


Möchtest Du Süßkartoffel unabhängig von einem Komplett-Mix gezielt dazugeben, eignen sich dafür die Lunderland Süßkartoffel-Würfel.


Diese fütterst Du eingeweicht zum Beispiel mit Muskelfleisch und Innereien sowie Ölen und Basis-Mineralien (Hefe, Algenkalk, Seealgenmehl).

Fazit

Gekochte Kartoffeln sind für Deinen Hund unbedenklich.


Als Kohlenhydratquelle liefern sie zusätzliche Energie, wirken nach dem Erkalten dank resistenter Stärke sogar präbiotisch und können als Schonkost bei Durchfall gut helfen.


Achte trotzdem auf die Menge, denn zu viele Kohlenhydrate können auf Dauer zu Übergewicht führen, und plane Kartoffeln als gezielte Ergänzung ein, nicht als Hauptbestandteil der Ration.


Rohe Kartoffeln gehören dagegen auf keinen Fall in den Napf. Halte Dich an die einfache Regel: erst gründlich kochen, dann verfüttern, so kannst Du die Vorteile der Kartoffel nutzen, ohne Deinen Hund einem unnötigen Risiko auszusetzen.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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