Ja, Du kannst Deinen Dalmatiner barfen. Ein ausgewachsener Dalmatiner mit 25 Kilogramm Körpergewicht frisst täglich zwischen 500 und 750 Gramm BARF.
Weil die meisten Dalmatiner Purine anders verstoffwechseln als andere Hunde, kommt es beim Barfen weniger auf strengen Verzicht an als auf eine bewusste Auswahl der Zutaten.
Frisches BARF-Hundefutter bringt dabei einen echten Vorteil mit. Es enthält viel Feuchtigkeit, und genau die ist für die Harnwege dieser Rasse besonders wichtig.
Bevor wir einen Blick in den Napf werfen, lernst Du den Dalmatiner erst einmal besser kennen. Denn vieles, was bei seiner Fütterung zählt, erklärt sich aus seiner Geschichte, seinem Temperament und seiner besonderen Veranlagung.
Welche Komponenten in seinen Napf gehören und worauf Du besser verzichtest, zeigen wir Dir im Anschluss.
Dalmatiner im Porträt
Woher der Dalmatiner genau stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sein Name verweist auf die kroatische Region Dalmatien.
Berühmt wurde er als Kutschenhund, der stundenlang neben Pferdegespannen herlief und sie unterwegs bewachte. Diese enorme Ausdauer steckt bis heute in ihm.
Der Dalmatiner ist ein mittelgroßer, schlanker und athletisch gebauter Hund mit rund 20 bis 32 Kilogramm.
Seine Punkte sind übrigens nicht angeboren. Welpen kommen komplett weiß zur Welt, die typische Zeichnung entwickelt sich erst in den ersten Lebenswochen.
Als Familienhund ist der Dalmatiner aufgeschlossen, verspielt und oft ausgesprochen verschmust. Eine Spielrunde mit Kindern lehnt er selten ab.
Gleichzeitig ist er sensibel und reagiert fein auf die Stimmung seiner Menschen. Am wohlsten fühlt er sich bei aktiven Familien, die ihm täglich viel Bewegung und Beschäftigung bieten.
Wer schon etwas Hundeerfahrung mitbringt, tut sich mit diesem energiegeladenen Läufer meist leichter.
Gesundheitlich hat die Rasse einige Besonderheiten. Erblich bedingte Taubheit kommt beim Dalmatiner häufiger vor als bei vielen anderen Hunderassen, weshalb seriöse Züchter das Gehör ihrer Welpen testen lassen.
Außerdem zählt er zu den Rassen, bei denen Allergien gehäuft auftreten und eine erbliche Kupferspeicherkrankheit bekannt ist.
Für die Fütterung am wichtigsten ist aber ein anderes Thema: seine Neigung zu Harnsteinen.
Warum Dalmatiner zu Harnsteinen neigen
Purine sind Bausteine, die der Körper selbst herstellt und die er zusätzlich über die Nahrung aufnimmt, vor allem über tierische Produkte.
Beim Abbau von Purinen entsteht Harnsäure. Bei den meisten Hunden wird sie über mehrere Zwischenschritte in wasserlösliches Allantoin umgewandelt und problemlos über die Nieren ausgeschieden.
Die meisten Dalmatiner tragen einen erblichen Gendefekt, der diese Umwandlung stark einschränkt. Sie scheiden deshalb deutlich mehr Harnsäure mit dem Urin aus.
Fachleute sprechen von Hyperurikosurie. Im Urin kann die Harnsäure zu sogenannten Ammoniumurat-Steinen auskristallisieren.
Das passiert vor allem dann, wenn der Urin sauer bis neutral ist, also einen pH-Wert von 6,5 oder darunter hat.
Ein genauer Blick lohnt sich, denn nicht jeder Dalmatiner ist gleich stark betroffen.
In einigen Zuchtlinien wurde der Defekt durch das Einkreuzen englischer Pointer beseitigt. Diese Hunde heißen LUA-Dalmatiner (Low Uric Acid).
Alle anderen gelten als HUA-Dalmatiner (High Uric Acid) und tragen ein erhöhtes Risiko. Doch selbst unter ihnen bilden nur etwa 20 % tatsächlich Uratsteine.
Über 90 % der betroffenen Hunde sind Rüden. Ob es zu Steinen kommt, hängt auch von der Fütterung und Haltung ab.
Als Risikofaktoren gelten eine sehr eiweiß- und purinreiche Ernährung, zu wenig Flüssigkeit, saurer Urin und Übergewicht.
An all diesen Punkten kannst Du mit dem richtigen Hundefutter im Napf ansetzen.
Dalmatiner barfen: purinbewusst statt übervorsichtig
Weil nur ein Teil der Dalmatiner wirklich Steine entwickelt, muss die Fütterung nicht allein wegen der Rasse besonders streng ausfallen.
Für einen gesunden HUA-Rüden ohne Kristalle oder Steine im Urin reicht eine purinbewusste Fütterung.
Das bedeutet, dass Du unnötige Purinquellen weglässt, ohne den Speiseplan Deines Hundes radikal einzuschränken.
Das Verhältnis von tierischen zu pflanzlichen Anteilen liegt dabei bei 80 zu 20 oder 70 zu 30. Den Eiweißgehalt hältst Du nah am tatsächlichen Bedarf Deines Hundes, statt großzügig darüber hinauszugehen.
Damit Dein aktiver Dalmatiner trotzdem genug Energie bekommt, spielt das Fett eine wichtige Rolle.
Muskelfleisch mit einem Fettanteil von 15 bis 25 %, je nach Aktivität, liefert Energie, ohne die Eiweißmenge unnötig nach oben zu treiben.