Ja, Du kannst Deinen Sibirian Husky gut barfen, seine genetische Nähe zum Wolf zeigt sich auch an seiner Vorliebe für rohen Fisch und rohes Fleisch.


Als grobe Richtschnur bekommt ein ausgewachsener Husky mit Idealgewicht täglich etwa 2 bis 3 %seines Körpergewichts an BARF-Hundefutter, wie bei anderen mittelgroßen Rassen auch.


Ist Dein Husky sehr aktiv oder wird sportlich geführt, etwa im Zughundesport, hat er einen entsprechend höheren Energiebedarf und liegt eher am oberen Ende dieser Spanne oder sogar leicht darüber.

Worauf es beim Sibirian Husky bei der Futtermenge ankommt

Der Sibirian Husky wirkt mit seinem enormen Bewegungsdrang nach einer großzügigen Ration, und bei sehr aktiven Arbeits- oder Sporthunden stimmt das auch.


Der typische Familienhund-Husky bewegt sich im Alltag dagegen oft eher im mittleren bis unteren Bereich der üblichen Spanne, manche sind sogar besonders genügsam. Verlass Dich deshalb lieber auf Gewicht und Figur Deines Hundes als auf eine feste Zahl.


Neben der Futtermenge lohnt sich bei dieser Rasse auch ein Blick auf zwei gesundheitliche Besonderheiten: Rohes Schweine- oder Wildschweinfleisch ist tabu, es kann das für Hunde meist tödliche Aujeszky-Virus übertragen.


Und wie einige andere Rassen neigt der Husky überdurchschnittlich zu Epilepsie, ein Grund mehr, Auffälligkeiten tierärztlich statt nur über die Fütterung anzugehen.

So kann BARF-Futter für den Sibirian Husky aussehen

Ein ausgewogener BARF-Napf für einen Sibirian Husky setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Proteine in Form von Muskelfleisch (z. B. Rind, Geflügel oder Pferd)
  • Innereien als natürliche Vitaminquelle
  • fleischige Knochen (z. B. Entenhälse) für die Calcium- und Phosphorversorgung
  • ganzer Fisch, den viele Huskys von Natur aus besonders gerne fressen, oder Dorschlebertran für die Vitamin-D-Versorgung
  • Lachsöl für den Fettsäurenausgleich, der dem dichten Fell zugutekommt
  • pürierte Mischung aus Gemüse und Obst als Ballaststoffquelle und die Versorgung mit Antioxidantien
  • Seealgenmehl für die Jodversorgung
BARF-Napf mit Muskelfleisch, Innereien, ganzen Sardinen, Knochenstücken, geriebener Roter Bete und grünem Gemüse, dekoriert mit Tannenzweigen und Pastinaken

Rund 20 % der täglichen Ration sollten pflanzlich sein, davon etwa 70 % Gemüse und 30 % Obst, was insgesamt rund 6 % der Gesamtration ausmacht.


BARF kommt bewusst ohne nennenswerte Kohlenhydrate aus, die Energie liefert stattdessen das Fett im Muskelfleisch.


Bei einem normal aktiven Husky liegt der Fettanteil meist bei 15 bis 20 %, bei sehr sportlich geführten oder ziehenden Hunden darf es Richtung 25 % gehen.

Wie viel BARF braucht ein Sibirian Husky am Tag?

Als grobe Orientierung gilt für einen ausgewachsenen Husky mit Idealgewicht:

  • Normal aktiver Husky (Alltag, regelmäßige Spaziergänge): rund 2 bis 2,5 % des Körpergewichts täglich
  • Sehr aktiver oder arbeitender Husky (Zughundesport, lange Läufe): rund 3 bis 4 % des Körpergewichts täglich
  • Ruhigerer oder zu Übergewicht neigender Husky: eher der untere Wert, teils sogar leicht darunter

Bei einem 20 kg schweren, normal aktiven Husky landest Du damit bei rund 400 bis 500 g täglich.


Welpen und Junghunde brauchen anteilig mehr, hier kannst Du Dich an rund 6 bis 8 % des aktuellen Körpergewichts in den ersten Lebenswochen orientieren, mit schrittweiser Reduktion Richtung des Erwachsenenwerts bis etwa zum 12. Lebensmonat.

Was Du beim Barfen eines Sibirian Huskys vermeiden solltest

Der häufigste Fehler beim Husky ist, die Futtermenge nach seinem Energielevel statt nach seinem tatsächlichen Verbrauch zu bemessen.


Beobachte deshalb regelmäßig Gewicht und Figur, statt Dich allein auf sein aktives Erscheinungsbild zu verlassen.


Eine rassetypische Besonderheit beim Husky betrifft die Zinkversorgung: Sibirian Huskys gelten wie Alaskan Malamute, Akita Inu und Bullterrier als genetisch anfälliger für einen Zinkmangel, der sich als Hautprobleme (Zinkdermatose) oder, bei Welpen, als Fehlentwicklung des Skeletts im Wachstum zeigen kann.


Zink aus tierischen Quellen wie Fleisch, Leber und Knochen wird dabei deutlich besser aufgenommen als aus pflanzlichen Zutaten.


Mehr ist hier aber nicht automatisch besser: Eine zu hohe Zinkzufuhr kann einen Kupfer- oder Calciummangel auslösen, da sich diese Nährstoffe gegenseitig in der Aufnahme behindern.


Zeigt Dein Husky Hautauffälligkeiten oder wächst ein Welpe nicht rassetypisch, lass das tierärztlich abklären, bevor Du eigenständig Zink ergänzt.


Bleib außerdem bei frischem Wasser, Huskys trinken abgestandenes Wasser oft ungern, was bei warmem Wetter schnell zu einer unbemerkt zu geringen Flüssigkeitsaufnahme führen kann.

Praxis: Fütterung an den Hund anpassen

Wiege Deinen Husky regelmäßig und beurteile seine Figur über den Rippentest, gerade weil die Rasse zu Untergewicht in der Wildnis, aber zu Übergewicht im gemütlichen Zuhause neigen kann, wirkt eine pauschale Einschätzung hier schnell daneben.


Führst Du Deinen Husky sportlich, etwa im Zughundesport, erhöhst Du die Ration an intensiven Trainings- oder Renntagen und reduzierst sie an ruhigeren Tagen wieder, statt eine feste Menge unabhängig von der Belastung zu füttern.

Fazit

Der Sibirian Husky wirkt mit seinem Bewegungsdrang und seiner Wolfsähnlichkeit wie ein Hund mit riesigem Futterbedarf, sein tatsächlicher Bedarf hängt aber stark davon ab, wie aktiv er im Alltag wirklich geführt wird.


Wer die Ration an seinem tatsächlichen Aktivitätslevel statt an seinem Erscheinungsbild ausrichtet, beugt effektiv Übergewicht vor und liefert ihm trotzdem alles, was er für sein dichtes Fell und seine Ausdauer braucht.


Mit hochwertigem Muskelfleisch, dem von Natur aus geschätzten Fisch, angepasstem Fettanteil und einer auf den individuellen Hund abgestimmten Menge deckst Du den Bedarf Deines Huskys, ohne ihn zu überfüttern.


Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du die Mahlzeiten konkret zusammenstellst, kannst Du auf fertig abgestimmte BARF-Menüs zurückgreifen oder eine BARF-Beratung buchen.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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