Beim Havaneser kommt es beim Barfen vor allem auf die richtige Portionsgröße an: Die Rasse liegt laut Rassestandard bei etwa 4 bis 7,3 kg (Rüden bis 7,3 kg, Hündinnen eher 4 bis 6,5 kg) und zählt damit klar zu den kleinen Rassen, die es in praktisch allen Fellfarben gibt, von Weiß, Creme und Gold bis hin zu Schokobraun, Schwarz oder mehrfarbig gescheckt.


Als grobe Richtschnur bekommt ein erwachsener, normal aktiver Havaneser täglich etwa 3 % seines Körpergewichts an BARF, aktive Tiere auch etwas mehr.


Kein Wunder, denn der Havaneser gilt als verspielter, anhänglicher Begleithund, der wegen seiner geringen Größe schnell überfüttert wird, ohne dass Halter es merken.


Genau das macht eine präzise Rationsgestaltung zu einer der wichtigsten Stellschrauben für seine Gesundheit.

Warum die BARF-Fütterung beim Havaneser besonders auf Präzision ankommt

Havaneser sind kleine, quirlige Hunde mit hohem Energiebedarf pro Kilo Körpergewicht, gleichzeitig aber sehr wenig Gesamtvolumen im Napf.


Das bedeutet: Wo ein großer Hund einen zu großzügig bemessenen Löffel Fleisch kaum bemerkt, kann die gleiche Abweichung beim Havaneser schon spürbar zu Übergewicht führen.


Hinzu kommt eine rassetypische Neigung zu Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung), wie sie bei vielen kleinen Rassen vorkommt.


Zusätzliche Kilos belasten die ohnehin empfindlichen Gelenke unnötig, weshalb ein stabiles Idealgewicht beim Havaneser eine noch größere Rolle spielt als bei größeren Hunden.


Auch der kleine Kiefer verdient Aufmerksamkeit: Havaneser neigen zu eng stehenden Zähnen, und das Kauen auf passend dimensionierten rohen fleischigen Knochen kann die Zahn- und Zahnfleischgesundheit unterstützen, ohne den Hund beim Herunterschlucken zu überfordern.

Havaneser mit langem, seidigem Fell auf einer Wiese, darunter eine Hand mit dem DLG-zertifizierten BARFER'S Komplett-Mix Lamm (Fertigbarf, gewolft in Würfeln) vor geöffneten Gefrierfächern mit weiteren Würfel-Portionen

So kann BARF-Futter für Havaneser aussehen

Ein ausgewogener BARF-Napf für einen Havaneser besteht aus mehreren Komponenten, die in kleinen, aber genau dosierten Mengen zusammenkommen:

  • Proteine in Form von Muskelfleisch (z. B. Rind, Geflügel oder Pferd als allergenarme Alternative)
  • Innereien als natürliche Vitaminquelle
  • kleine, gut dosierbare fleischige Knochen (z. B. Hühnerhälse) für die Calcium- und Phosphorversorgung sowie zur Zahnpflege
  • ganzer Fisch oder Dorschlebertran für die Vitamin-D-Versorgung
  • Lachsöl für Omega-3-Fettsäuren, die dem seidigen Fell des Havanesers zugutekommen
  • pürierte Mischung aus Gemüse und Obst für die Versorgung mit Ballaststoffen und Antioxidantien
  • Seealgenmehl für die Jodversorgung

Rund 20 % der täglichen BARF-Ration sollten pflanzlich sein. Davon macht Gemüse etwa 70 % aus, der restliche Anteil von rund 30 % entfällt auf Obst, was insgesamt etwa 6 % der Gesamtration ausmacht.


Praktisch lässt sich das über eine Gemüse-Mischung abdecken, die püriert leichter verdaulich ist.


Wie bei anderen Hunderassen auch übernimmt beim Havaneser das Fett im Muskelfleisch die Energieversorgung, da BARF ohne Kohlenhydrate auskommt.


Je nach Aktivitätslevel sollte der Fettanteil rund 15 bis 25 % des Muskelfleisches ausmachen, wobei verspielte, lebhafte Havaneser eher am oberen Ende dieser Spanne liegen sollten und ruhigere Vertreter der Rasse eher am unteren.

Havaneser sind früh ausgewachsen

Ein Aspekt, den viele Halter kleiner Rassen unterschätzen: Havaneser haben mit etwa einem halben Jahr fast ihre Endgröße erreicht, während große Rassen zu diesem Zeitpunkt erst rund zwei Drittel ihres Höhenwachstums abgeschlossen haben.


Das bedeutet, dass Dein Havaneser schon deutlich früher in den Erhaltungsstoffwechsel wechselt als etwa ein Golden Retriever oder Schäferhund.


Gleichzeitig erklärt das, warum ein ausgewachsener Havaneser mit rund 3 % seines Körpergewichts relativ gesehen mehr BARF braucht als mittlere oder große Rassen im Erhaltungsstoffwechsel, die meist mit 2.5 % auskommen (es sei denn, sie sind sportlich sehr aktiv oder trächtig).

Wie viel BARF braucht ein Havaneser am Tag?

Als grobe Orientierung bekommt ein ausgewachsener Havaneser mit Idealgewicht täglich etwa 3 % seines Körpergewichts an BARF-Ration, bei einem 5 kg schweren Hund also rund 150 g.


Bei sehr aktiven Tieren darf es auch Richtung 4 % gehen, bei ruhigeren Vertretern der Rasse reicht der untere Wert meist aus.


Diese Werte sind eine Orientierung. Wie viel BARF Dein Hund tatsächlich braucht, hängt von Gewicht, Aktivität, Alter und Körperform ab, die genaue Menge berechnen wir in der BARF-Beratung individuell für Deinen gesunden Hund.


Als Warnzeichen für eine Unterversorgung gilt eine Tagesration unter 2,7 % des Körpergewichts, das solltest Du im Blick behalten, falls Dein Havaneser trotz ausreichend wirkender Portion abnimmt.


Welpen und Junghunde brauchen anteilig deutlich mehr, das Wachstumstempo lässt aber auch hier schnell nach:

  • Mit etwa 9 Wochen: rund 6 bis 7 % des Körpergewichts täglich
  • Mit etwa 16 Wochen: rund 4 bis 5 % des Körpergewichts täglich
  • Mit etwa 6 Monaten: rund 3 bis 4 % des Körpergewichts täglich, hier ist Dein Havaneser fast schon ausgewachsen
  • Mit 12 Monaten: weiterhin rund 3 bis 4 %, da der Havaneser sich bereits im Erhaltungsstoffwechsel befindet

Weil sich das genaue Gewicht Deines Welpen von Wurf zu Wurf unterscheidet, rechnest Du die Gramm-Menge am besten anhand des aktuellen Gewichts und der passenden Prozentzahl aus, statt Dich an starren Grammangaben zu orientieren.

Was Du beim Barfen eines Havanesers vermeiden solltest

Der häufigste Fehler beim Havaneser ist schlicht zu viel Futter, oft in guter Absicht serviert.


Weil die Tagesration insgesamt so klein ausfällt, wirkt sich jedes zusätzliche Leckerli oder jede großzügig geschätzte Portion überproportional aufs Gewicht aus.


Auch zu große oder zu harte Knochenstücke sind bei dieser kleinen Rasse keine gute Wahl. Sie sollten immer zur Kiefergröße des Havanesers passen, damit weder Zähne noch Verdauung überfordert werden.


Wiege Deinen Havaneser am besten regelmäßig und behalte seine Körperform im Blick, denn schon kleine Gewichtsschwankungen fallen bei dieser Rasse schnell auf.


Ein wachsender Havaneser-Welpe braucht eine andere Zusammensetzung als ein ruhiger, älterer Havaneser mit geringerem Bewegungsdrang.

Fazit: Havaneser barfen heißt genau dosieren

Havaneser sind unkompliziert im Wesen, bei der Futtermenge aber ein Fall für Präzision.


Wer die Ration an Gewicht, Alter und Aktivität anpasst und passend dimensionierte Komponenten wählt, tut seinem kleinen Begleiter einen großen Gefallen.


Und wer weiß, dass sein Havaneser mit einem halben Jahr fast fertig gewachsen ist, füttert ihn erst gar nicht zu lange wie einen Welpen weiter.


Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du die Mahlzeiten für Deinen Havaneser konkret zusammenstellst, kannst Du auf fertig abgestimmte BARF-Menüs zurückgreifen.


Natürlich kannst Du bei uns auch eine BARF-Beratung für Deinen Havaneser buchen! So stellst Du sicher, dass Dein Havaneser nicht nur satt wird, sondern langfristig gesund, fit und in Form bleibt.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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