Ja, Du kannst Deinen Rhodesian Ridgeback problemlos barfen. Als grobe Richtschnur bekommt ein ausgewachsener, normal aktiver Ridgeback täglich etwa 2 bis 2,5 % seines Körpergewichts an BARF, bei einem 35 kg schweren Hund also rund 700 bis 850 g.


Der große braune Jagdhund mit dem markanten Rückenkamm bringt allerdings ein paar Besonderheiten mit, die Du beim Barfen kennen solltest: eine Neigung zu Allergien, eine erbliche Veranlagung zu Epilepsie und als großer Hund ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung.

Rhodesian Ridgeback: Herkunft, Wesen und Körperbau

Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige anerkannte Hunderasse aus dem südlichen Afrika.


Seine Vorfahren entstanden in der Kapkolonie, wo sich die Hunde europäischer Siedler mit einheimischen Hunden mischten, die bereits einen Rückenkamm trugen.


Meist zu zweit oder zu dritt spürten sie Großwild auf, vor allem Löwen, und hielten es in Schach, bis der Jäger eintraf. Daher stammt auch sein Spitzname „Löwenhund“.


Namensgebend ist der „Ridge“: ein klar abgegrenzter Fellstreifen auf dem Rücken, dessen Haare gegen den Strich wachsen. Das kurze Fell ist hell- bis rot-weizenfarben.


Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 63 bis 69 cm und wiegen rund 36,5 kg, Hündinnen werden 61 bis 66 cm groß und wiegen etwa 32 kg. Trotz seiner Größe soll der Ridgeback laut Rassestandard wendig, elegant und ausdauernd sein, ohne massig zu wirken.


Heute wird er noch zur Jagd eingesetzt, vor allem aber als wachsamer Familienhund geschätzt. Er ist selbstständig, furchtlos und lernfreudig, braucht aber eine konsequente Erziehung sowie viel Bewegung und geistige Auslastung.

Warum BARF gut zum Rhodesian Ridgeback passt

Ein Ridgeback, der ausdauernd läuft oder jagdlich geführt wird, verbraucht viel Energie. Oft wird deshalb zu kohlenhydratreichem Futter geraten.


Aus Sicht der Ernährungsphysiologie ist das jedoch nicht nötig: Hunde haben keinen Bedarf an Kohlenhydraten aus der Nahrung.


Ihren Glukosebedarf decken sie bei natürlicher Ernährung selbst, indem sie Glukose aus Fetten und Proteinen bilden. Bei BARF sind deshalb Fette die Hauptenergielieferanten, so wie beim Beutetier, an dem sich der Napf orientiert.


Kohlenhydrate haben im BARF-Napf trotzdem ihren Platz, allerdings in Form von Faserstoffen aus Gemüse und Obst. Diese sind wichtig für die Darmgesundheit.


Wölfe, die Vorfahren unserer Hunde, nehmen pflanzliche Kost über den vorverdauten Mageninhalt kleiner Beutetiere auf, fressen aber auch gezielt Gräser, Früchte und Kräuter. Beim Barfen bildest Du das mit fein pürierten Gemüse- und Obstsorten nach.


Ein weiterer Vorteil: Frisches Muskelfleisch besteht zu etwa 75 % aus Wasser. Dein Ridgeback nimmt also schon über das Futter viel Flüssigkeit auf.

So kann ein Ridgeback-Napf aufgebaut sein

Bei getreidefreiem BARF besteht der Napf zu 80 % aus tierischen und zu 20 % aus pflanzlichen Bestandteilen.


Für einen 35 kg schweren, normal aktiven Ridgeback mit rund 770 g Futter am Tag sieht das so aus:

Dazu kommen Seealgenmehl für die Jodversorgung, Dorschlebertran oder Fisch für Vitamin D sowie ein hochwertiges Omega-3-Öl wie Lachsöl für den Fettsäurenausgleich. Die Menge dieser Zusätze richtet sich nach der Futtermenge, nicht nach dem Körpergewicht.

Glasschale mit BARF-Hundefutter zwischen den Vorderpfoten eines Rhodesian Ridgeback: rohe Rinderrippe, Herz, Lunge, Muskelfleisch, Lachsscheibe, Geflügelteile, Eigelb, Hüttenkäse, Brokkoli, püriertes Blattgemüse, Cranberrys und Leinsamen

Wenn Du möchtest, kannst Du auch Milchprodukte in den Napf geben. Hunde vertragen Hüttenkäse, Quark und Sauermilchprodukte wie Kefir, Buttermilch oder Joghurt besser als pure Milch.


Milchprodukte sollten höchstens 5 % des tierischen Anteils ausmachen und werden vom Muskelfleisch abgezogen, weil ihnen im Vergleich zu Fleisch unter anderem Zink, Eisen und Kupfer fehlen.


Im Beispiel oben wären das rund 30 g Hüttenkäse und dafür nur noch 280 g Muskelfleisch.

Wie viel BARF braucht ein Rhodesian Ridgeback am Tag?

Als Richtwert gilt für einen ausgewachsenen, normal aktiven Ridgeback mit Idealgewicht:

  • 30 kg Körpergewicht: 2 bis 2,5 %, also rund 600 bis 750 g täglich
  • 40 kg Körpergewicht: 1,9 bis 2,2 %, also rund 760 bis 880 g täglich

Die genaue Menge hängt von Aktivität, Stoffwechsel und Alter ab. Sportlich oder jagdlich geführte Ridgebacks liegen eher am oberen Ende. Ruhigere Hunde kommen mit weniger aus.


Sinkt die Futtermenge bei einem 30 kg schweren Hund unter 1,8 % oder bei einem 40 kg schweren Hund unter 1,7 %, droht eine Unterversorgung mit Nährstoffen.


Dann solltest Du den Futterplan anpassen oder ein Nährstoffsupplement einsetzen.


Ob die Menge passt, zeigt Dir am besten die Figur Deines Hundes: Die Rippen sollten sich mit leichtem Druck ertasten lassen, aber nicht sichtbar hervorstehen.

Rhodesian Ridgeback Welpen barfen

Ridgeback-Welpen wachsen schnell. Mit etwa sechs Monaten haben sie bereits mehr als zwei Drittel ihres Höhenwachstums hinter sich.


Genau in dieser Phase ist Zurückhaltung beim Füttern wichtig: Zu große Futtermengen fördern Fehlentwicklungen des Skeletts, zu schnelles Wachstum und Übergewicht. Eine kontrollierte Futtermenge hat aber nichts mit „Großhungern“ zu tun.


Für große Rassen wie den Ridgeback gelten diese Richtwerte, bezogen auf das aktuelle Körpergewicht:

  • mit 9 Wochen: 6 bis 8 %
  • mit 16 Wochen: 4 bis 6 %
  • mit 6 Monaten: 3 bis 4 %
  • mit 12 Monaten: 2 bis 3 %

Orientiere Dich eher am unteren Wert und erhöhe bei Bedarf. Die richtige Menge erkennst Du an einer rassetypischen Gewichtszunahme und daran, dass Dein Welpe eine sichtbare Taille hat.


Der Napf wird grundsätzlich wie beim erwachsenen Hund aufgebaut. Welpen brauchen nicht automatisch mehr Knochen: Bei gemischten Knochen, also einer Mischung aus weichen Geflügelknochen und härteren Knochen von Lamm, Ziege oder Kalb, bleibt der Anteil bei 15 %.


Nur wenn Du ausschließlich weiche Knochen fütterst, steigt er auf 20 %.


Das Muskelfleisch sollte bei großwüchsigen Rassen höchstens 15 % Fett enthalten. Für einen einfachen Start eignet sich unser Komplett-Mix Junior.


So oft solltest Du Deinen Welpen füttern:

  • bis zur 16. Lebenswoche: 4 Mahlzeiten
  • bis 6 Monate: 3 Mahlzeiten
  • ab 6 Monaten: 2 Mahlzeiten
  • ab 1 Jahr: 1 Mahlzeit

Ein Punkt, der beim Ridgeback besonders zählt: Welpen, die im ersten Lebenshalbjahr mehr als 20 % typische Rohfutterbestandteile wie Pansen, Innereien und Fischöl bekommen, entwickeln später deutlich seltener Allergien (Hinweis: die Studie ist auf Englisch verfasst).


Denke im Training auch an die Leckerlis: Trockenfleisch oder getrockneter Pansen werden im Verhältnis 1:4 vom Pansen oder Muskelfleisch abgezogen. Für 100 g Trockenpansen pro Woche fallen also 400 g frischer Pansen oder Muskelfleisch weg.

Rhodesian Ridgeback im Alter barfen

Als großer Hund zählt der Ridgeback ab etwa 7 Jahren zu den Senioren. Oft zeigt sich schon mit 6 bis 7 Jahren eine Neigung zu Übergewicht.


Dann reduzierst Du die Gesamtfuttermenge in der Regel um 10 bis 20 %. Den Fettanteil solltest Du dabei nicht zu stark senken.


Streiche zuerst Snacks und Kauartikel, damit das eigentliche Futter nicht zu knapp wird. Wird die Futtermenge sehr gering, kann eine Vitamin- und Mineralstoffmischung nötig sein.


Das Kalenderalter allein sagt allerdings wenig aus. Entscheidend ist, wie fit Dein Hund ist, ob er Muskulatur abbaut oder ob Erkrankungen hinzukommen. Einen fertig abgestimmten Napf bietet unser Komplett-Mix Senior.

Rassetypische Gesundheitsthemen beim Rhodesian Ridgeback

Allergien

Der Rhodesian Ridgeback gehört zu den Rassen, bei denen Allergien öfter auftreten. Die Veranlagung ist vererbbar. Ob sie sich zeigt, hängt aber auch von Auslösern ab, etwa einer nicht artgerechten Ernährung, einer gestörten Darmflora oder chronischem Stress.


Futtermittelallergien richten sich meist gegen proteinreiche Lebensmittel, die der Hund zuvor oft bekommen hat. Beim Barfen weißt Du genau, was im Napf landet.


Das macht es deutlich leichter, Auslöser zu finden und zu meiden, zum Beispiel mit einer Ausschlussdiät auf Basis einer bisher unbekannten Fleischsorte (hier bieten sich Kaninchen oder Pferd an).

Epilepsie

Beim Rhodesian Ridgeback ist die Erblichkeit der idiopathischen Epilepsie nachgewiesen.


Für Hunde mit Epilepsie wird eine getreidefreie und möglichst kohlenhydratarme Fütterung empfohlen, weil leicht verdauliche Kohlenhydrate starke Blutzuckerschwankungen verursachen, die die Krampfneigung fördern können.


Weitere Anpassungen wie der gezielte Einsatz mittelkettiger Fettsäuren gehören in die Hände von Tierarzt und BARF-Beratung.

Magendrehung

Große Hunde haben ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. Einige Risikofaktoren lassen sich nicht beeinflussen, die Fütterung aber schon. Zur Vorbeugung gilt:

  • keine kohlenhydratreichen Lebensmittel wie Getreide im pflanzlichen Anteil, stattdessen tierische Fette wie Rinderfett als Energiequelle
  • Fleisch und Pansen nicht in zu großen Brocken füttern, weil vergebliche Schluckversuche zu mehr Luftaufnahme führen
  • Milchprodukte höchstens in sehr kleinen Mengen, da sie die Gasbildung fördern

Auch hier hat feuchtes Futter einen Vorteil: Anders als Trockenfutter quillt es im Magen nicht auf.

Was Du beim Barfen eines Rhodesian Ridgebacks vermeiden solltest

  • Welpen zu schnell großfüttern, statt die Futtermenge an Figur und Gewichtsentwicklung anzupassen
  • im Junghundalter weiter Welpenmengen füttern, obwohl das Wachstum sich verlangsamt
  • Energie über Kohlenhydrate statt über Fett zuführen
  • immer dieselbe Fleischsorte füttern, was bei einer allergieanfälligen Rasse ungünstig ist und zu Mangelerscheinungen führen kann
  • rohes Schweinefleisch füttern, da es das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus enthalten kann

Fazit

Der Rhodesian Ridgeback ist ein athletischer Jagdhund, dem BARF sehr entgegenkommt: Fett liefert ihm die Energie für lange Läufe, Faserstoffe aus Gemüse und Obst unterstützen seine Verdauung, und Du behältst die volle Kontrolle über jede Zutat.


Gerade bei einer Rasse mit Neigung zu Allergien und Epilepsie ist das ein echter Vorteil.


Besonders wichtig sind eine kontrollierte Futtermenge im Welpenalter und eine rechtzeitige Anpassung im Seniorenalter.


Wenn Du unsicher bist, berechnet unser BARF-Rechner die passende Menge für Deinen Hund, oder Du buchst eine persönliche BARF-Beratung.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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