Ja, Du kannst Deinen Berner Sennenhund problemlos barfen, und bei einer Rasse mit erhöhtem Krankheitsrisiko ist eine hochwertige Ernährung sogar besonders sinnvoll.


Als grobe Richtschnur bekommt ein ausgewachsener, normal aktiver Berner Sennenhund täglich etwa 2 bis 3 % seines Körpergewichts an BARF-Ration, bei einem 40 kg schweren Hund also rund 800 g bis 1,2 kg.


Wichtiger als bei kleineren Rassen ist beim Berner Sennenhund allerdings das Timing: Als sehr große Hunderasse wächst er deutlich länger als kleinere Hunde, und genau in dieser Wachstumsphase entscheidet sich viel über seine spätere Gelenkgesundheit.

Warum beim Berner Sennenhund besonders auf Wachstumstempo und Qualität zu achten ist

Der Berner Sennenhund zählt zu den großen bis riesigen Rassen und braucht entsprechend deutlich länger, um ausgewachsen zu sein, als etwa ein Havaneser oder Cocker Spaniel.


Während kleine Rassen oft schon mit einem halben Jahr nahezu ihre Endgröße erreichen, wachsen Riesenrassen noch bis weit ins zweite Lebensjahr hinein.


Zusätzlich hat die Rasse mit einer eher niedrigen Lebenserwartung von durchschnittlich 7 bis 8 Jahren zu kämpfen und gilt als anfällig für bestimmte Erbkrankheiten, darunter Epilepsie und der sogenannte portosystemische Shunt, eine angeborene Fehlbildung der Leberdurchblutung.


Das sind rassetypische Veranlagungen, die BARF nicht verhindern kann, aber ein hochwertiges Hundefutter entlastet zumindest den Stoffwechsel und unterstützt das Immunsystem, statt es zusätzlich mit unnötigen Zusatzstoffen zu belasten.

So kann BARF-Futter für Berner Sennenhunde aussehen

Ein ausgewogener BARF-Napf für einen Berner Sennenhund setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

Nahaufnahme eines Napfes, der von einer Hand gehalten wird und mit stückigem BARF-Hundefutter gefüllt ist. Verschwommen im Hintergrund ist ein Berner Sennenhund zu erahnen

Wie viel BARF braucht ein Berner Sennenhund am Tag?

Als grobe Orientierung gilt für einen ausgewachsenen, normal aktiven Berner Sennenhund mit Idealgewicht:

  • 30 kg Körpergewicht: rund 600 bis 900 g täglich
  • 40 kg Körpergewicht: rund 800 g bis 1,2 kg täglich
  • 50 kg Körpergewicht: rund 1 bis 1,5 kg täglich

Welpen und Junghunde brauchen anteilig mehr, wobei sich die Ration bei Riesenrassen wie dem Berner Sennenhund über einen deutlich längeren Zeitraum langsam reduziert als bei kleinen oder mittleren Rassen.


Ältere oder wenig aktive Hunde kommen mit der unteren Spanne meist gut aus.

Wichtiger Sicherheitshinweis: kein rohes Schweinefleisch

Verfütterst Du Deinem Berner Sennenhund gelegentlich Schweinefleisch, sollte es immer vollständig durchgegart sein.


Rohes Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus enthalten, das für Menschen unbedenklich, für Hunde aber lebensgefährlich ist.


Eine Infektion verläuft praktisch immer tödlich, es gibt keine Behandlung dagegen.


Verzichte deshalb bei der BARF-Fütterung generell auf rohes Schweinefleisch und greife stattdessen auf Rind, Geflügel, Lamm oder Pferd zurück.

Was Du beim Barfen eines Berner Sennenhundes vermeiden solltest

Bei einer Riesenrasse wie dem Berner Sennenhund ist zu schnelles Wachstum im Welpenalter ein häufiger Fehler, meist aus gut gemeinter Sorge, der Welpe bekomme zu wenig.


Zu große Portionen oder ein zu hoher Calciumanteil können das Skelettwachstum jedoch negativ beeinflussen, weshalb eine kontrollierte, altersgerechte Steigerung der Futtermenge wichtiger ist als möglichst schnelles Wachstum.


Einseitige Fütterung ohne ausreichend Abwechslung bei Fleischsorten und Innereien kann außerdem zu Mangelerscheinungen führen.

Praxis: Fütterung an den Hund anpassen

Wiege Deinen Berner Sennenhund während der Wachstumsphase regelmäßig und beobachte seine Entwicklung.


Ein Welpe braucht mehrmals täglich kleinere Portionen, während sich die Mahlzeiten bei einem ausgewachsenen Hund auf ein bis zwei Portionen am Tag reduzieren lassen.


Achte außerdem auf Körperform und Aktivitätslevel, gerade im Alter, wenn der Bewegungsdrang nachlässt.

Fazit

Der Berner Sennenhund ist bei seinem freundlichen, ausgeglichenen Wesen unkompliziert im Umgang, bei der Ernährung lohnt sich aber besondere Aufmerksamkeit.


Weil die Rasse zu Erbkrankheiten neigt und eine vergleichsweise niedrige Lebenserwartung hat, zahlt sich eine hochwertige BARF-Fütterung hier doppelt aus: Sie entlastet den Stoffwechsel und liefert alles, was der Hund für ein glänzendes Fell und stabile Gelenke braucht.


Besonders wichtig ist Geduld während der langen Wachstumsphase. Wer seinen Welpen nicht zu schnell großfüttert und stattdessen auf eine ausgewogene, alterstypische Ration achtet, legt den Grundstein für ein möglichst gesundes und langes Hundeleben.


Und wer sich unsicher ist, wie die Mahlzeiten konkret aussehen sollen, kann jederzeit auf fertig abgestimmte BARF-Menüs zurückgreifen oder eine BARF-Beratung buchen.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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