Öle und Fette für Hunde
Wer seinen Hund barft, denkt beim Thema Fett meist zuerst an Öle. Dabei spielen Fette und Öle beim BARF zwei sehr unterschiedliche Rollen – und beide sind unverzichtbar. Damit die Mahlzeit Deines Hundes wirklich ausgewogen ist, lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.
Fett als Energiequelle beim Barfen
In handelsüblichem Trockenfutter übernehmen Kohlenhydrate die Rolle des Hauptenergielieferanten. Bei BARF ist das grundlegend anders: Da BARF-Rationen sehr kohlenhydratarm sind, liefert Fett die benötigte Energie. Mit rund 9,4 kcal pro Gramm ist Fett der energiereichste Nährstoff überhaupt – mehr als doppelt so viel wie Kohlenhydrate oder Proteine.
Das ist nicht nur eine praktische Eigenschaft, sondern entspricht der natürlichen Ernährungsweise des Hundes. Im Beutetier stellt Fett den wichtigsten Energieträger dar, und Hunde können große Mengen davon effizient verwerten. Kohlenhydrate hingegen spielen in der natürlichen Ernährung von Hunden nur eine untergeordnete Rolle – sie haben schlicht keinen alimentären Kohlenhydratbedarf.
Fett übernimmt beim Hund aber noch weitere wichtige Aufgaben: Es schützt Organe vor Verletzungen, dient als Wärmespeicher und ist der Trägerstoff für fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K. Ohne ausreichend Fett in der Ration können diese Vitamine vom Körper nicht aufgenommen und verwertet werden.
Auf den Fettgehalt des Muskelfleisches achten
Wer seine BARF-Ration selbst zusammenstellt, muss den Fettgehalt des verwendeten Muskelfleisches im Blick behalten. Die Spannbreite ist dabei erheblich: Der Fettgehalt im Muskelfleisch kann zwischen unter 1 % und über 35 % liegen – je nach Tierart und Zuschnitt.
Geflügel und Kaninchen zählen zu den besonders mageren Sorten, während Rindfleisch je nach Zuschnitt deutlich mehr Fett enthalten kann. Als grobe Orientierung empfiehlt sich ein Fettgehalt von 15–25 % im Muskelfleisch, wobei der konkrete Zielwert vom individuellen Tier abhängt: Übergewichtige oder inaktive Hunde kommen mit 15 % gut aus, während sehr aktive oder untergewichtige Tiere eher 25 % benötigen.
Ist das verfügbare Muskelfleisch zu mager, kann die Ration gezielt mit zusätzlichem Fett angereichert werden. Hierfür eignen sich zum Beispiel unser Rinderfett und unser Pferdefett – beide können einfach zur täglichen BARF-Ration hinzugefügt werden und helfen, den gewünschten Fettgehalt zu erreichen.
Da die Berechnung des passenden Fettgehalts und einer ausgewogenen Gesamtration von vielen individuellen Faktoren abhängt, empfehlen wir für eine genaue Rationsüberprüfung unsere BARFER'S Ernährungsberatung.
Die Rolle der Öle: Fettsäurenausgleich statt Energie
Öle haben beim BARF eine andere Aufgabe als feste Fette. Sie dienen nicht primär der Energieversorgung, sondern dem Ausgleich der Fettsäurenzusammensetzung der Ration. Das meiste Fleisch aus konventioneller Haltung enthält ein stark verschobenes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren.
Ziel beim Barfen ist ein Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis von etwa 1:2,5–5. Dieses Verhältnis lässt sich über die gezielte Zugabe des richtigen Öls korrigieren.
Dabei eignen sich nicht alle Öle gleichermaßen. Viele Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Distel- oder Rapsöl enthalten selbst zu viele Omega-6-Fettsäuren und verschlechtern das Verhältnis eher, als dass sie es verbessern. Geeignet sind stattdessen Öle mit einem hohen Omega-3-Anteil – insbesondere Fischöle, die direkt verwertbare Fettsäuren (EPA und DHA) liefern.
Unsere BARFER'S Öle im Überblick
Je nach Bedarf und Verträglichkeit Deines Hundes bieten wir verschiedene Öle an, die sich in ihrer Zusammensetzung und ihrem Einsatzzweck unterscheiden:
Das BARFER'S PLUS Lachsöl ist eine beliebte Wahl für viele Hunde. Es liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren und unterstützt eine ausgewogene Fettsäurenbilanz in der Ration.
Das BARFER'S PLUS Basis-Öl 3-6-9 kombiniert natürliches Omega-3-Marineöl aus Makrele, Sardine, Anchovis, Dorsch, Hering, Capelin und Thunfisch mit pflanzlichem Leinöl. Dadurch liefert es sowohl direkt verwertbare EPA- und DHA-Fettsäuren als auch pflanzliche Alpha-Linolensäure (ALA) – eine sinnvolle All-in-one-Lösung für die tägliche Ölergänzung.
Das BARFER'S PLUS Hanföl ist besonders für Hunde geeignet, die tierische Öle wie Lachsöl nicht vertragen. Als pflanzliche Alternative liefert es essenzielle Fettsäuren, darunter Gamma-Linolensäure, die entzündungshemmende Eigenschaften hat.
Darüber hinaus enthält Hanföl natürliches Vitamin E, das den Zellschutz unterstützt und sich positiv auf Haut und Fell auswirken kann. Da Hanföl jedoch kein EPA oder DHA liefert, eignet es sich nicht als alleiniges Öl für den Omega-3-Ausgleich — es ist eher eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative, wenn tierische Öle nicht infrage kommen. Mehr über die Vorteile von Hanföl für Hunde erfährst Du in unserem ausführlichen Hanföl-Artikel.
Das BARFER'S PLUS Basis-Öl kombiniert natürliches Omega-3-Marineöl aus Makrele, Sardine, Anchovis, Dorsch, Hering, Capelin und Thunfisch mit Walnussöl, Arganöl und Hagebuttenkernöl. Der marine Anteil liefert wertvolle EPA- und DHA-Fettsäuren für den Omega-3-Ausgleich. Die pflanzlichen Öle können positiv zu Hautbild und Fellqualität beitragen.
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Öle richtig lagern
Damit Öle ihre wertvollen Eigenschaften behalten, ist die richtige Lagerung entscheidend. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff.
All das beschleunigt den Oxidationsprozess und lässt das Öl ranzig werden. Geöffnete Öle sollten daher immer im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Fazit
Fette und Öle erfüllen beim BARF zwei klar unterschiedliche Aufgaben. Feste Fette sichern die Energieversorgung und müssen an die verwendete Fleischsorte angepasst werden.
Öle korrigieren das Fettsäurenverhältnis der Ration und sollten gezielt nach ihrem Omega-3-Gehalt ausgewählt werden.
Wer beides im Blick behält, legt eine wichtige Grundlage für eine wirklich ausgewogene BARF-Ernährung.
Autor
Carolin ist zertifizierte BARF-Ernährungsberaterin der THP-Schule (nach Swanie Simon) und begleitet bei BARFER'S seit 2023 Hunde- und Katzenbesitzer auf dem Weg zur artgerechten Rohfütterung.
Ihre Leidenschaft fürs BARFen begann ebenfalls 2023, als ihre Hündin Fragola aus dem Tierschutz bei ihr einzog. Seitdem befasst sich Carolin mit BARF sowohl im Berufsalltag als auch zuhause.
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