Nein, Hunde dürfen keine Zwiebeln essen, egal ob roh, gekocht, getrocknet oder als Pulver.


Schon eine Menge ab 0,5 % des Körpergewichts Deines Hundes kann Vergiftungserscheinungen auslösen, bei einem 10 kg schweren Hund sind das gerade einmal 50 g.


Deshalb darf die Zwiebel auch niemals Teil der pflanzlichen Komponente beim BARF-Hundefutter sein.

Warum sind Zwiebeln für Hunde so gefährlich?

Was für den Menschen gesundheitsfördernd ist, wirkt bei Hunden genau umgekehrt. Zwiebeln enthalten sogenannte Sulfide, die die roten Blutkörperchen im Körper Deines Hundes angreifen und zerstören.


Dadurch kann eine Blutarmut entstehen, bei der die Organe Deines Lieblings nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Bleibt die Vergiftung unbehandelt, versagen die Organe nach und nach.


Betroffen ist dabei nicht nur die klassische Küchenzwiebel. Auch Knoblauch, Schnittlauch, Porree beziehungsweise Lauch, Schalotten, Frühlingszwiebeln und Bärlauch zählen zu den Zwiebelgewächsen und enthalten dieselben gefährlichen Stoffe.

Verschiedene Zwiebelgewächse auf einem Tisch, rote und weiße Zwiebeln, Schalotten, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Lauch

Welche Menge ist gefährlich?

Ab einer Menge von etwa 0,5 % des Körpergewichts wird es für Deinen Hund kritisch.


Bei einem 10 kg schweren Hund reichen bereits rund 50 g Zwiebel aus, egal ob frisch, getrocknet oder als Pulver. Achte deshalb darauf, dass Dein Hund weder im Haushalt noch beim Anbau im eigenen Garten Zugang zu den Knollen hat.


Besonders frische, rohe Zwiebeln weisen zusätzlich einen hohen Anteil an ätherischen Ölen auf, die Hunde zusätzlich reizen können.


Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Kochen oder Braten die giftigen Stoffe unschädlich macht. Das stimmt nicht: Die Sulfide bleiben auch in gekochten, gebratenen oder gebackenen Zwiebeln erhalten.


Verwende deshalb auch keine Zwiebel, wenn Du für Deinen Hund Knochenbrühe kochst.

Vorsicht bei versteckten Zwiebeln in Alltagsgerichten

Nicht nur die rohe Knolle ist ein Risiko. Viele Gerichte vom menschlichen Tisch enthalten Zwiebeln, ohne dass man auf den ersten Blick daran denkt: Hackfleischgerichte, Suppen, Eintöpfe, Bratensoßen oder Wurstwaren gehören dazu.


Am sichersten ist es daher, Deinem Hund grundsätzlich keine Essensreste vom Tisch zu geben, auch wenn es gut gemeint ist.

Woran erkennst Du eine Zwiebelvergiftung bei Hunden?

Die Symptome zeigen sich oft nicht sofort, sondern teils erst Stunden bis Tage nach dem Verzehr.


Mögliche Anzeichen sind Erbrechen, Durchfall, Schwäche oder Antriebslosigkeit, blasse Schleimhäute, dunkel gefärbter Urin sowie eine schnellere Atmung oder ein erhöhter Puls.


Je mehr dieser Anzeichen auftreten, desto dringlicher solltest Du handeln.

Was tun, wenn Dein Hund Zwiebeln gegessen hat?

Besteht der Verdacht, dass Dein Hund Zwiebeln gefressen hat, solltest Du umgehend tierärztliche Hilfe suchen, auch wenn noch keine Symptome sichtbar sind.


Im Idealfall wird Dein Hund innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden nach dem Verzehr durch den Tierarzt zum Erbrechen gebracht.


Versuche das niemals selbst herbeizuführen, das gehört ausschließlich in fachkundige Hände.


Der Tierarzt wird Dich zunächst zu Zeitpunkt und vermuteter Menge befragen und Deinen Hund klinisch untersuchen, unter anderem Herzfrequenz, Atmung und Schleimhautfarbe.


Um eine Vergiftung zu bestätigen, folgen meist Blutuntersuchungen, die Aufschluss über die roten Blutkörperchen und den Hämoglobinwert geben.


Je nach Schweregrad kann der Tierarzt Aktivkohle zur Bindung der Giftstoffe verabreichen oder eine intravenöse Flüssigkeitstherapie einleiten, um einer dauerhaften Nierenschädigung vorzubeugen.


Bei besonders schweren Vergiftungen kann sogar eine Bluttransfusion notwendig werden. Nach der Behandlung wird Dein Hund in der Regel weiter überwacht, um sicherzustellen, dass sich sein Zustand stabilisiert und keine Folgeschäden auftreten.

Sind Welpen besonders gefährdet?

Ja. Welpen haben einen noch unreifen Verdauungstrakt und eine geringere Entgiftungsleistung von Leber und Niere als ausgewachsene Hunde.


Dadurch können bei ihnen bereits kleinere Mengen Zwiebel zu einer Vergiftung führen. Da Welpen zudem besonders neugierig sind und gerne alles ausprobieren, was sie finden, solltest Du Zwiebeln bei ihnen erst recht außer Reichweite aufbewahren.

Mythos: Helfen Zwiebeln gegen Würmer und Flöhe bei Hunden?

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Zwiebeln würden bei Wurmbefall oder Flöhen helfen.


Flöhe lässt das Gemüse jedoch völlig unbeeindruckt, und bei oraler Einnahme drohen stattdessen die oben beschriebenen Vergiftungserscheinungen, sodass ein möglicher Wurmbefall schnell zum zweitrangigen Problem wird.


Wende Dich bei Verdacht auf Würmer oder Flöhe lieber direkt an Deinen Tierarzt, der die passende Behandlung für Deinen Liebling kennt.

Zwiebeln und die pflanzliche Komponente beim BARFEN

Zwiebeln und andere Lauchgewächse haben beim Barfen nichts zu suchen und gehören unter keinen Umständen in die pflanzliche Komponente der Ration.


Geeignet sind stattdessen zum Beispiel Salat, Karotte, Zucchini, Kürbis oder Gurke, die Deinem Hund wertvolle Vitamine, Antioxidantien und Ballaststoffe liefern, ohne ihn zu gefährden.


Wenn Du Dir beim selbst Portionieren unsicher bist, welches Gemüse in welcher Menge in den Napf gehört, nehmen Dir unsere DLG-zertifizierten Komplett-Mixe diese Sorge ab.


Die pflanzliche Komponente ist darin bereits fest definiert und aufeinander abgestimmt.

Fazit

Bei Zwiebeln gibt es für Deinen Hund keine unbedenkliche Menge und keine sichere Zubereitungsart.


Ob roh aus dem Gemüsefach, mitgekocht in der Knochenbrühe oder als Pulver im Gewürzregal, in jeder Form können die enthaltenen Sulfide die roten Blutkörperchen angreifen und im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Blutarmut auslösen.


Besonders tückisch: Die Symptome zeigen sich meist erst mit Verzögerung, sodass ein anfänglich unauffälliger Hund keine Entwarnung bedeutet.


Am besten schützt Du Deinen Vierbeiner, indem Du Zwiebeln und ihre Verwandten wie Knoblauch, Lauch oder Schalotten konsequent außer Reichweite hältst, sowohl im Haushalt als auch im Garten, und ihm grundsätzlich keine Essensreste vom Tisch überlässt, auch nicht in kleinen Mengen.


Welpen solltest Du dabei besonders im Blick behalten, da ihr Körper Giftstoffe noch schlechter abbauen kann als der ausgewachsener Hunde.


Besteht dennoch der Verdacht, dass Dein Hund an Zwiebeln geraten ist, zählt jede Stunde: Warte nicht auf sichtbare Symptome, sondern fahre direkt zum Tierarzt.


Wenn Du beim Barfen von vornherein ausschließen möchtest, versehentlich zwiebelhaltige Zutaten zu verfüttern, bist Du mit unseren DLG-zertifizierten Komplett-Mixen für Hunde auf der sicheren Seite. Die pflanzliche Komponente ist darin bereits durchdacht zusammengestellt!

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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