Wenn Du Deinem Hund die Barf-Mahlzeiten selber zusammenstellen möchtest, ist es notwendig einen Barf-Plan genau zu berechnen, damit alle Nährstoffe bedarfsdeckend enthalten sind.

Diese Pläne erstellen oftmals Ernährungsberater für Dich. Mit dieser Anleitung kannst Du nun für Deinen gesunden Hund selber einen Plan erstellen.

Sollte Dein Hund eine Krankheit haben, solltest Du immer einen Ernährungsberater zu Rat ziehen, da es durch Krankheiten zu Änderungen im Barf-Plan kommen kann. Zudem solltest Du beachten, dass Welpen & Junghunde sowie Senioren andere Bedarfswerte haben.

Los geht's

Der erste Schritt

Bevor Du beginnst die Mahlzeit zu planen, musst Du erst die individuelle Futtermenge ermitteln.

Generell kannst Du Dich hierbei an Richtwerten orientieren, die durch die Aktivität und die Größe Deines Hundes beeinflusst werden und mit dem Zielgewicht berechnet werden müssen.

  • Kleine Hunde (< 15 kg) erhalten 3-4 % ihres Ziel-Körpergewichts
  • Große Hunde ( > 15 kg) erhalten 2-3 % ihres Ziel-Körpergewichts.

Bei der Berechnung helfen Prozentrechner, die Du einfach über Google finden kannst.

Anpassungen durch den

Aktivitätsgrad

Um die optimale Futtermenge zu finden, solltest Du ebenfalls die Aktivität und den Hormonstatus Deines Tieres mit einbeziehen. Je aktiver ein Hund ist, desto mehr Nährstoffe benötigt er. Währenddessen benötigen kastrierte Hunde weniger Nährstoffe, da sich der Stoffwechsel verlangsamt.

Beispiel: Bruno (kastriert) erhält 500 Gramm bzw. 3% seines Körpergewichts. Er ist als Bürohund weniger aktiv. Somit ergibt sich die folgende Rechnung für die tägliche Futtermenge:

500 g x 1,0 x 0,9 = 450 g

Zweiter Schritt

Futterkomponenten

Mit der errechneten Futtermenge geht es nun an die genauere Planung. Die standardisierte Zusammensetzung von BARF besteht aus pflanzlichen & tierischen Futterkomponenten, die jeweils nochmal unterteilt werden.

Veränderungen der

Zusammensetzung

Manchmal müssen, aufgrund von Unverträglichkeiten oder Vorlieben, Änderungen am Plan vorgenommen werden. Die Gesamtmenge des Futters ändert sich dabei nicht, sondern nur die Verteilung.

  • Es werden nur weiche RFK (Knochen vom Geflügel & Kaninchen) eingesetzt ➡️ Statt 15% RFK müssen 20% gefüttert werden. Die 5% werden vom Pansen abgezogen.
  • Der Hund soll Milchprodukte fressen ➡️ Die Menge von 5% darf gefüttert werden & muss vom Muskelfleisch abgezogen werden.
  • Getreideprodukte sollen gefüttert werden ➡️ Der pflanzliche Teil steigt auf 30% der Gesamtration & setzt sich nun aus 20% Obst, 40% Gemüse & 40% Getreide zusammen
  • Das Fleisch hat zu wenig Fettanteil ➡️ Hunde benötigen mindestens 15% Fett im Muskelfleisch. Sollte das gefütterte Fleisch zu fettarm sein, muss Fett zugegeben werden. Die Fettmenge wird vom Muskelfleisch abgezogen.

Formel zur Berechnung des Zusatzfettes: (Fleischmenge x (Zielfettwert/gewünschter Fettanteil in % - Ausgangsfettwert/fettanteil im Muskelfleisch in %)) : (100 % - Ausgangsfettwert in %)

ganz entspannt

Rundung der Mengen

Nun kannst Du anhand der Prozentzahlen alle Bestandteile einzeln berechnen und die Menge auf die Woche hochrechnen (x7).

Oftmals erhältst Du dabei ungerade Zahlen. Um Dir das Portionieren zu vereinfach, kannst Du diese Zahlen ohne große Sorgen runden.

z.B. 588 Gramm zu 600 Gramm runden.

Zusätze festlegen

Letzter Schritt

  • Theoretisch kommt eine Barf-Ration ohne Zusätze aus. Dies ist jedoch in der Realität meist nicht mehr so, da die Beutetiere nicht mehr unter natürlichen Bedingungen gehalten werden. Um Deine Barf-Ration abzurunden, sind deshalb ein paar Zusätze notwendig. Wie viel Du Deinem Hund geben musst, kannst Du auf der Verpackung nachlesen.

    Alle Zusätze entdecken
  • Seealgenmehl

    Durch Seealgenmehl wird die Jodversorgung sicher gestellt & ist ein notwendiger Zusatz.

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  • 3-6-9 Öl

    Dieses Öl wird genutzt, um das Omega3 zu Omega 6 Verhältnis auszugleichen und alle essenziellen Fettsäuren zuzuführen.

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  • Dorschlebertran

    Dorschlebertran wird eingesetzt, um Vitamin A & Vitamin D zu decken. Um dies zu tun hast Du zwei Möglichkeiten:

    • Dorschlebertran nutzen
    • 1x pro Woche das Muskelfleisch einer Ration durch Fisch austauschen
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Tipps & Tricks

Mach's Dir einfach

Einfache Vorbereitung durch Komplettfutter

Oftmals, vor allem bei geringeren Tagesmengen, lohnt es sich für mehrere Wochen ein sogenanntes Komplettfutter anzumischen. Dabei kaufst Du für z.B. 4 Wochen alles ein und verteilst es dann in passende Gefrierdosen. Das tägliche Futter kannst Du dann bequem pro Tag aus dem Gefrierer nehmen & musst nur einmal pro Monat alles vorbereiten.

Zusätze verabreichen

Öle und Zusätze kannst Du am besten frisch pro Tag hinzugeben.

Für Pulverzusätze eignet sich ein Salz- und Pfefferstreuer, da es meist sehr kleine Mengen pro Tag sind. Den Streuer kannst Du wöchentlich mit den Zusätzen füllen und dann jeden Tag ein bisschen über das Futter geben.

Auftauen und Portionieren

Um das Fleisch zu portionieren, kannst Du es unbesorgt antauen bzw. auftauen lassen & danach wieder einfrieren.

Wenn Du Pansen fütterst, kannst Du diesen nur antauen lassen, damit er nicht so intensiv riecht. Dies macht das Portionieren angenehmer.

Hilfe beim Rechnen

Wenn die Prozentrechnung zu Schwierigkeiten führt oder Du Dich überprüfen möchtest, kannst Du mit Hilfe von Prozentrechnern ganz einfach alle Bestandteile berechnen.

Beispiel Prozentrechner

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