Der Australian Shepherd trägt zwar Australien im Namen, stammt aber aus den USA. Dort wurde er als ausdauernder Hütehund für Schaf- und Rinderherden gezüchtet, und dieser Arbeitseifer steckt bis heute in ihm.


Ein erwachsener, normal aktiver Aussie mit einem Idealgewicht von 22 kg braucht rund 550 g BARF-Hundefutter pro Tag. Beim kleineren Mini Aussie mit 12 kg sind es rund 300 g.


Wie viel Energie in seinem Napf landen sollte, hängt beim Aussie stark davon ab, wie er lebt. Ein Hund aus der Arbeitslinie, der Tiere hütet oder regelmäßig Hundesport macht, braucht einen höheren Fettanteil im Muskelfleisch als ein Aussie aus der ruhigeren Familienlinie.


Dazu kommen zwei rassetypische Themen: Hüft- und Ellenbogendysplasie, bei denen eine schlanke Figur die Gelenke entlastet, und der MDR1-Defekt, der beim Entwurmen eine Rolle spielt.


Hier zeigen wir Dir, wie Du Deinen Aussie vom Welpen bis zum Senior barfst und was beim kleineren Mini Aussie anders ist.

Australian Shepherd und Mini Aussie: Herkunft, Größe und Wesen

Australian Shepherd und Mini Aussie sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich in der Größe und damit auch in der Futtermenge.


Deshalb stellen wir Dir beide Rassen hier kurz vor.

Australian Shepherd

Trotz seines Namens stammt der Australian Shepherd aus den USA. Farmer im Westen des Landes züchteten ihn im 19. Jahrhundert als ausdauernden Hütehund für Schaf- und Rinderherden.

  • Schulterhöhe: Rüden 51 bis 58 cm, Hündinnen 46 bis 53 cm
  • Gewicht: meist 18 bis 29 kg, Rüden sind kräftiger als Hündinnen
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
  • Fell: mittellang mit dichter Unterwolle
  • Farben: Schwarz, Rot, Blue-Merle und Red-Merle, mit oder ohne weiße und kupferfarbene Abzeichen

Der Aussie ist intelligent, lernfreudig und hat viel Energie. Ohne Aufgabe hütet er gerne Kinder oder andere Hunde, im Hundesport ist er voll in seinem Element.


In der Zucht gibt es eine Arbeitslinie mit hohem Energielevel und eine ruhigere Linie für Familien. Für die Ernährung ist dieser Unterschied wichtig, denn er bestimmt, wie viel Energie im Napf landen sollte.

Mini Aussie

Auch der Mini Aussie kommt aus den USA. Dort wurde er ab den 1960er-Jahren aus besonders kleinen Australian Shepherds gezüchtet.


Der American Kennel Club führt ihn als eigene Rasse unter dem Namen Miniature American Shepherd (englischsprachig), die FCI erkennt ihn nicht an.

  • Schulterhöhe: Rüden 36 bis 46 cm, Hündinnen 33 bis 43 cm
  • Gewicht: meist 9 bis 18 kg
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Im Wesen steht der Mini dem großen Aussie in nichts nach: Er ist genauso arbeitsfreudig, aktiv und lernwillig, nur im kleineren Format.

So kann der BARF-Napf eines Australian Shepherd aussehen

Ein BARF-Napf ohne Getreide besteht zu 80 % aus tierischen und zu 20 % aus pflanzlichen Zutaten. Dieses Verhältnis gilt für den Australian Shepherd genauso wie für den kleineren Mini Aussie, nur fallen die Mengen beim Mini entsprechend geringer aus:

Drei Zusätze gehören in jeden selbst zusammengestellten Napf: Seealgenmehl für Jod, Dorschlebertran für Vitamin D und ein hochwertiges Öl wie Lachsöl für den Fettsäurenausgleich.

Mini Aussie Amira in Blue Merle liegt neben einem Napf mit BARF-Futter aus rohem Muskelfleisch, Innereien, Rohfleischknochen, püriertem Gemüse und Obst

Beim Aussie lohnt sich ein genauer Blick auf das Muskelfleisch. Fett ist beim Barfen die wichtigste Energiequelle, und der Fettgehalt im Fleisch sollte je nach Aktivität zwischen 15 und 25 % liegen.


Ein Aussie aus der Familienlinie, der täglich spazieren geht und ein wenig Kopfarbeit bekommt, kommt meist mit dem unteren Bereich gut aus.


Hütet Dein Hund Vieh, trainiert er regelmäßig Agility oder begleitet er Dich beim Laufen, darf das Fleisch deutlich fetter sein.


Verliert Dein Aussie trotz passender Menge an Gewicht oder wirkt er nach dem Training schnell erschöpft, ist ein höherer Fettanteil oft die bessere Stellschraube als einfach mehr Futter.


Möchtest Du nicht selbst abwiegen, sind unsere DLG-zertifizierten Komplett-Mixe die einfachere Lösung. Sie enthalten alle Bestandteile im passenden Verhältnis und brauchen keine BARF-Zusätze.

Wie viel BARF brauchen Australian Shepherd und Mini Aussie?

Die Futtermenge richtet sich vor allem nach Gewicht, Alter und Aktivität. Für erwachsene, normal aktive Hunde mit Idealgewicht kannst Du Dich grob an diesen Werten orientieren:


Mini Aussie

  • 10 kg Körpergewicht: rund 250 g BARF pro Tag
  • 15 kg Körpergewicht: rund 375 g BARF pro Tag

Australian Shepherd

  • 20 kg Körpergewicht: rund 500 g BARF pro Tag
  • 25 kg Körpergewicht: rund 625 g BARF pro Tag
  • 30 kg Körpergewicht: rund 750 g BARF pro Tag

Diese Werte sind eine Orientierung. Wie viel BARF Dein Hund tatsächlich braucht, hängt von Gewicht, Aktivität, Alter und Körperform ab, die genaue Menge berechnen wir in der BARF-Beratung individuell für Deinen gesunden Hund.


Ob die Menge passt, zeigt Dir die Figur Deines Hundes nach drei bis vier Wochen. Streichst Du über den Brustkorb, solltest Du die Rippen fühlen, ohne fest drücken zu müssen. Sehen solltest Du sie nicht.


Ein Aussie aus der Arbeitslinie oder ein Mini, der regelmäßig Agility läuft, verbrennt mehr Energie als ein Familienhund. Nimmt Dein Hund ab, passe Fettanteil oder Gesamtmenge an.


Mini-Aussie Amira im Bild oben wiegt zum Beispiel 12,4 kg und bekommt 250 g BARF am Tag.


Das ist weniger als der oben erwähnte Richtwert, aber mit dieser Menge hält sie ihr Gewicht und zeigt sehr schön, dass die Werte ein Startpunkt sind - die richtige Menge zeigt Dir am Ende die Figur Deines Hundes.

Welpen und Senioren barfen

Auch beim Barfen ändern sich die Bedürfnisse Deines Hundes mit dem Alter, vor allem bei der Futtermenge und der Zahl der Mahlzeiten.

Aussie- und Mini-Aussie-Welpen

Welpen brauchen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht deutlich mehr Futter als erwachsene Hunde.


Die Menge berechnest Du deshalb immer nach dem aktuellen Gewicht und passt sie laufend an.


Damit die Gelenke stabil wachsen können, sollte das Muskelfleisch höchstens 15 % Fett enthalten. Bis zur 16. Woche verteilst Du die Tagesmenge auf vier Mahlzeiten, bis zum 6. Monat auf drei und danach auf zwei.


Einen fertig abgestimmten Napf für den Start bietet unser Komplett-Mix Junior.

Aussie und Mini Aussie im Alter

Ob Du den Napf Deines älteren Hundes anpassen musst, hängt nicht vom Alter in Jahren ab, sondern davon, ob er tatsächlich Alterserscheinungen zeigt.


Wird er ruhiger und setzt er leichter an, reduzierst Du die Gesamtfuttermenge, in der Regel um 10 bis 20 %.


Der Fettanteil im Muskelfleisch sollte dabei nicht zu stark sinken. Leckerlis rechnest Du in die Tagesmenge ein und greifst am besten zu mageren Snacks.


Wird die Menge insgesamt sehr klein, sparst Du zuerst bei den Snacks, damit der Napf alle wichtigen Nährstoffe liefert.


Baut Dein Senior dagegen Muskulatur ab und verliert an Gewicht, braucht er wieder mehr Energie.


Für ältere Hunde gibt es unseren Komplett-Mix Senior.

Gesundheit: Darauf solltest Du beim Aussie achten

Aussie und Mini Aussie gelten als robuste Hunde, bringen aber einige rassetypische Veranlagungen mit, die Du bei Fütterung und Alltag kennen solltest.

Hüft- und Ellenbogendysplasie

Australian Shepherd und Mini Aussie sind für Hüft- und Ellenbogendysplasie veranlagt.


Jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke zusätzlich. Halte Deinen Hund deshalb schlank und prüfe die Figur regelmäßig mit dem Rippen-Test.

MDR1-Defekt

Viele Aussies tragen den MDR1-Defekt. Betroffene Hunde reagieren empfindlich auf bestimmte Arzneistoffe, darunter einige Wurmmittel wie Ivermectin.


Lass Deinen Hund testen und stimme jede Entwurmung mit Deinem Tierarzt ab.


Achte außerdem darauf, dass Dein Aussie keine Pferdeäpfel oder anderen Kot von Weidetieren frisst.


Weidetiere werden regelmäßig entwurmt, und Rückstände der Wurmmittel können für Hunde mit MDR1-Defekt lebensgefährlich sein.

Epilepsie

Der Australian Shepherd gehört zu den Rassen, die besonders häufig an Epilepsie erkranken.


Wird bei Deinem Hund Epilepsie festgestellt, kann eine angepasste Ernährung die Behandlung unterstützen.


Was im Einzelfall sinnvoll ist, besprichst Du am besten mit Deinem Tierarzt.

Ruhe nach dem Fressen

Viele Aussies würden bis zur Erschöpfung arbeiten.


Plane deshalb feste Ruhephasen ein und lass Deinen Hund nicht direkt vor oder nach dem Fressen toben oder trainieren.


Hintergrund ist, dass der Körper mit vollem Magen an der Verdauung arbeitet, und wilde Bewegung kann zu Unwohlsein oder Erbrechen führen.


Außerdem gilt anstrengende Bewegung rund um die Mahlzeiten als ein Risikofaktor für eine Magendrehung. Am häufigsten betroffen sind zwar große Rassen mit tiefem Brustkorb wie zum Beispiel Doggen, aber grundsätzlich kann sie jeden Hund betreffen.

Fellwechsel

Mit ihrer dichten Unterwolle haaren Aussie und Mini-Aussie im Frühjahr und Herbst besonders stark.


In dieser Zeit braucht der Körper viel Energie für das neue Fell, und eine ausgewogene, artgerechte Ernährung macht sich hier besonders bemerkbar.

Fazit

Australian Shepherd und Mini Aussie sind Arbeitstiere mit viel Energie, und genau die sollte ihr Hundefutter liefern.


Beim Barfen gelingt das vor allem über den Fettanteil im Muskelfleisch: Ein Familienhund kommt mit weniger aus, ein Aussie aus der Arbeitslinie oder ein sportlicher Mini braucht deutlich mehr.


Der Aufbau des BARF-Napfes ist bei beiden Rassen gleich, nur die Menge passt Du an Größe und Gewicht an. Eine schlanke Figur schont dabei die Gelenke, und beim Thema Entwurmung solltest Du wegen des MDR1-Defekts immer Deinen Tierarzt einbeziehen.


Wenn Du es einfach halten möchtest, sind unsere DLG-zertifizierten Komplett-Mixe eine gute Wahl. Wie viel BARF Dein Hund genau braucht, berechnen wir gerne in einer persönlichen BARF-Beratung.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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