Beim Beagle entscheidet vor allem die genaue Futtermenge über sein Gewicht, denn Beagle sind genau wie der Labrador Retriever äußerst verfressen. Gleichzeitig braucht der bewegungsfreudige, ausdauernde Laufhund viel Energie, was beim Barfen eine bewusste Balance zwischen Sättigung und Kalorienzufuhr erfordert.


Als Faustregel gilt: Ein ausgewachsener, normal aktiver Beagle bekommt täglich etwa 2,5 bis 3,5 % seines Körpergewichts an BARF-Ration, dabei sollte der Fettanteil im Muskelfleisch rund 15 bis 25 % ausmachen, je nach Aktivitätslevel.


Der Beagle ist dabei alles andere als nur ein hungriger Vierbeiner: Er gilt als verschmuster, sozialer Familienhund, der gern überall dabei ist, und bringt gleichzeitig eine gehörige Portion Dickköpfigkeit mit, die ihm als Laufhund mit ausgeprägtem Eigenwillen bis heute nachgesagt wird.


Genau diese Mischung aus Menschenbezogenheit und Eigenwillen macht ihn beliebt, verlangt bei der Fütterung aber klare Regeln statt Nachgiebigkeit.

Warum die Fütterung beim Beagle so entscheidend ist

Beagles gehören zu den Rassen mit dem stärksten Futtertrieb überhaupt. Ihr feiner Geruchssinn und ihre Ausdauer als Laufhunde sorgen zudem für einen hohen Energiebedarf, der leicht dazu verleitet, zu großzügig zu füttern.


Die Folge ist eine der häufigsten Gesundheitsprobleme bei Beagles: Übergewicht, das die kräftigen, aber kurzen Beine und die Gelenke zusätzlich belastet.


Entscheidend ist deshalb nicht nur wie viel, sondern was im Napf landet:

  • hochwertige Proteine für Muskulatur und Ausdauer
  • natürliche Vitamine aus Innereien
  • Calcium und Phosphor aus fleischigen Knochen
  • Antioxidantien und Ballaststoffe aus Gemüse und Obst
  • ein bewusst dosierter Fettanteil als Energiequelle
  • Mineralien für die Jodversorgung
  • keine unnötigen Füllstoffe, die zusätzlich sättigen sollen, aber nur die Kalorienzahl erhöhen

So bekommt Dein Beagle genug Energie für seinen Bewegungsdrang, ohne dass sich unbemerkt Übergewicht einschleicht.

Nahaufnahme von einem Beagle Hund, der im Gras sitzt

Wie viel BARF braucht ein Beagle am Tag?

Als grobe Orientierung bekommt ein ausgewachsener, normal aktiver Beagle mit einem Körpergewicht zwischen 10 und 18 kg täglich etwa 2,5 bis 3,5 % seines Körpergewichts an BARF-Hundefutter, wobei kleinere, aktivere Tiere eher am oberen und größere, ruhigere Tiere eher am unteren Ende dieser Spanne liegen.


Bei einem durchschnittlichen 14 kg schweren Beagle liegt die Tagesration damit ungefähr bei 350 bis 490 g.


Welpen im Wachstum benötigen anteilig deutlich mehr, wobei der prozentuale Anteil mit zunehmendem Alter stetig sinkt: Mit rund 9 Wochen liegt er bei etwa 6 bis 7 % des aktuellen Körpergewichts, mit 16 Wochen bei etwa 4 bis 5 % und ab dem 6. Lebensmonat bei rund 3 bis 4 %.


Bei einem 10 kg schweren Junghund im Alter von etwa 6 Monaten entspricht das etwa 300 bis 400 g täglich. Diese Werte sind Richtwerte und sollten anhand der individuellen Gewichtsentwicklung angepasst werden.


Bei älteren Beagles oder Tieren mit Neigung zu Übergewicht wird die Gesamtfuttermenge in der Regel schrittweise um etwa 10 bis 20 % gegenüber der bisherigen Ration reduziert. Ein fester Prozentsatz vom Körpergewicht lässt sich dafür nicht pauschal angeben, da der Bedarf stark von Aktivitätslevel und Gesundheitszustand abhängt.


Ist Dein Beagle bereits zu schwer, richtet sich die Futtermenge außerdem nicht nach dem aktuellen, sondern nach dem angestrebten Idealgewicht, sonst bleibt das Übergewicht bestehen.

So kann ein Beagle-Napf aufgebaut sein

Ein ausgewogener Napf für einen Beagle besteht aus einer durchdachten Kombination:

Ein bewährtes Verhältnis für die tierischen Bestandteile der Ration ist etwa 50 % Muskelfleisch, 20 % Pansen oder Blättermagen, 15 % Innereien und 15 % rohe, fleischige Knochen, ergänzt um den pflanzlichen Anteil.


So bekommt Dein Beagle nicht nur reines Muskelfleisch, sondern auch die Nährstoffe, die im Beutetier natürlicherweise enthalten wären.


Der Fettanteil im Muskelfleisch verdient beim Beagle besondere Aufmerksamkeit, weil er sich direkt auf sein Energiekonto auswirkt. Da BARF ohne Kohlenhydrate auskommt, übernimmt das Fett die Energieversorgung, weshalb es rund 15 bis 25 % des Muskelfleisches ausmachen sollte.


Weil Beagles durch ihren Bewegungsdrang zwar viel Energie verbrauchen, ihr Sättigungsgefühl aber notorisch unzuverlässig ist, lohnt es sich, den Fettanteil eng an das tatsächliche Aktivitätslevel zu koppeln, statt ihn pauschal hoch anzusetzen.


Beim pflanzlichen Anteil der Ration profitiert der Beagle besonders von Ballaststoffen, die für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen, ein kleiner Vorteil angesichts seiner Fressgier.


Rund 20 % der Tagesration sollten aus Gemüse und Obst bestehen, wobei sich diese wiederum in etwa 70 % Gemüse und 30 % Obst aufteilen, was rechnerisch rund 6 % Obst an der Gesamtration ergibt. Fein püriert lässt sich dieser Anteil am besten in die restliche Ration einarbeiten.

Wichtig ist die Mischung, nicht die einzelne Zutat. Aber gerade beim Beagle gilt: Auch bei bester Zusammensetzung führt eine zu große Portion schnell zu Übergewicht.

Was Du beim Barfen eines Beagles vermeiden solltest

Häufige Fehler sind, dem bettelnden Blick nachzugeben und zusätzliche Snacks oder größere Portionen zu füttern, als eigentlich nötig. Auch beim Training mit Leckerlis lohnt es sich, die Menge von der Tagesration abzuziehen, statt sie oben draufzurechnen.


Besonders wichtig beim Beagle: kein rohes Schweinefleisch. Es kann das Aujeszky-Virus enthalten, das für Menschen ungefährlich ist und deshalb nicht routinemäßig aus dem Fleisch herausgetestet wird.


Für Hunde verläuft eine Infektion dagegen fast immer tödlich, mit starkem Juckreiz und einer Entzündung von Gehirn und Rückenmark, die einem Tollwutverlauf ähnelt. Verzichte deshalb konsequent auf rohes Schwein, auch in kleinen Mengen.

Praxis: Fütterung an den Hund anpassen

Achte bei der Fütterung Deines Beagles immer auf Körpergewicht und Körperform, Alter und Entwicklungsphase sowie das Aktivitätslevel. Regelmäßiges Wiegen hilft dabei, eine schleichende Gewichtszunahme frühzeitig zu erkennen, bevor sie zum Problem wird.


Ein junger, sportlicher Beagle braucht eine andere Zusammensetzung als ein ruhigerer Beagle mit weniger Auslauf.

Fazit: Beagle barfen heißt bewusst füttern

Beagles sind liebenswerte, soziale Familienhunde, bei der Fütterung aber eine echte Herausforderung, denn ihr Appetit kennt kaum Grenzen. Gerade deshalb kommt es auf Struktur, Qualität und Maß an.


Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du die BARF-Mahlzeiten für Deinen Beagle konkret zusammenstellst, kannst Du auf fertig abgestimmte BARF-Alleinfuttermittel zurückgreifen, zu denen Du nichts hinzufügen musst.


Natürlich kannst Du bei uns auch eine BARF-Beratung für Deinen Beagle buchen! So stellst Du sicher, dass Dein Beagle nicht nur satt wird, sondern langfristig gesund, fit und in Form bleibt.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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