Du kannst Deinen Mischlingshund genauso gut barfen wie einen reinrassigen Hund.


Da es keinen festen Rassestandard gibt, an dem Du Dich orientieren kannst, richtest Du Dich bei der Festlegung der täglichen Futtermenge nach der individuellen Größe und Statur Deines Hundes.


Ein kleinerer, ausgewachsener Mischling mit Idealgewicht bekommt täglich zwischen 3 und 4 % seines Körpergewichts an BARF-Hundefutter.


Ist er eher groß, bekommt er täglich zwischen 1,7 und 2,5 % seines Körpergewichts.


Mittelgroße Mischlinge liegen mit rund 2 bis 3 % dazwischen.

Warum beim Mischlingshund die BARF-Ration so individuell ausfällt

Ein Mischling vereint körperliche und stoffwechselbezogene Eigenschaften verschiedener Rassen in einem Tier, und diese Kombination ist bei jedem Hund anders.


Ein Hund mit Anteilen eines Schäferhundes kann einen ganz anderen Energiebedarf haben als einer mit Anteilen eines Bernersennenhundes, selbst wenn beide ähnlich groß sind.


Auch die Verträglichkeit einzelner Proteinquellen unterscheidet sich: Manche Mischlinge kommen mit Rind problemlos zurecht, andere reagieren empfindlich und brauchen eher Geflügel oder Kaninchen, Lamm und Pferd.


Das zeigt sich häufig zuerst an Haut und Fell. Stumpfes Fell, vermehrtes Kratzen oder Schuppenbildung können auf eine unpassende Nährstoffversorgung hindeuten, insbesondere bei den Omega-3-Fettsäuren und Spurenelementen wie Zink.


Auch beim Gewicht lohnt sich ein genauer Blick: Mischlinge mit geringem Bewegungsdrang oder nach einer Kastration neigen genauso zu Übergewicht wie reinrassige Hunde, und die Folgen wie Gelenkbelastung oder ein erhöhtes Diabetes-Risiko betreffen sie genauso.


Weil Du bei selbst zusammengestelltem BARF jede Zutat einzeln bemisst, lässt sich die Kalorienzufuhr hier besonders gut auf Deinen Hund abstimmen.


Auch mit fertig abgestimmten BARF-Menüs bekommst Du eine Ration, die exakter auf Gewicht und Aktivität zugeschnitten ist als bei Trockenfutter, das meist nur grob nach Gewichtsklasse dosiert wird.

So kann BARF-Futter für Mischlingshunde aussehen

  • Proteine in Form von Muskelfleisch, wobei Du bei empfindlichen Hunden im Rahmen einer Ausschlussdiät zwischen Rind, Geflügel oder Exoten wechseln kannst, um die verträglichste Quelle zu finden
  • Innereien als natürliche Vitaminquelle
  • fleischige Knochen (z. B. Spachteln oder Entenhälse) für die Calcium- und Phosphorversorgung
  • ganzer Fisch oder Dorschlebertran für die Vitamin-D-Versorgung
  • Lachsöl für den Fettsäurenausgleich, der besonders bei Haut- und Fellproblemen unterstützend wirken kann
  • pürierte Mischung aus Gemüse und Obst für die Versorgung mit Ballaststoffen und Antioxidanzien
  • Seealgenmehl für die Jodversorgung, bei kleinen und Zwergrassen-Mischlingen besonders wichtig auf mindestens drei Tage pro Woche verteilt zu geben statt stoßweise, da Dosierfehler hier schneller zu Problemen führen können
Brauner Mischlingshund leckt sich die Nase vor einem Napf mit Muskelfleisch, Fettstück und fleischigem Knochen

Rund 20 % der täglichen Ration sollten pflanzlich sein, davon etwa 70 % Gemüse und 30 % Obst, was insgesamt rund 6 % der Gesamtration ausmacht.


Der Fettanteil im Muskelfleisch liegt bei einem ausgewachsenen Hund je nach Aktivität und Gewichtszustand bei 15 bis 25 %, unabhängig davon, welche Rassen in ihm zusammenkommen.

Wie viel BARF braucht ein ausgewachsener Mischlingshund am Tag?

Weil es beim Mischling keine feste Rassegröße gibt, orientierst Du Dich am besten am tatsächlichen Körpergewicht Deines Hundes:

  • Kleine Mischlinge (bis etwa 10 kg): rund 3 bis 4 % des Körpergewichts täglich
  • Mittelgroße Mischlinge (etwa 10 bis 25 kg): rund 2 bis 3 % des Körpergewichts täglich
  • Große Mischlinge (über 25 kg): rund 1,7 bis 2,5 % des Körpergewichts täglich, wobei der Prozentsatz mit steigendem Gewicht tendenziell weiter sinkt

Innerhalb jeder Gewichtsklasse gilt: Ruhigere, zu Übergewicht neigende Hunde kommen eher mit dem unteren Wert aus, aktive und sportliche Mischlinge brauchen eher den oberen.


Liegt die Futtermenge dauerhaft über 3 % bei einem großen beziehungsweise über 4 % bei einem kleinen Mischling, gilt das als sehr hoch.


In dem Fall lohnt sich ein Blick auf die Calcium- und Phosphatzufuhr, die bei so hohen Futtermengen entsprechend mitsteigt und gegebenenfalls nachkorrigiert werden sollte.


Hierbei unterstützen wir Dich gerne im Rahmen einer BARF-Rationsüberprüfung.

Mischlingswelpen: Wachsen ohne bekannte Zielgröße

Bei einem Mischlingswelpen weißt Du oft nicht, wie groß er als ausgewachsener Hund tatsächlich wird, und genau hier lohnt sich ein wichtiger Hinweis.


Die Futtermenge und vor allem die Dosierung von natürlichen Zusätzen sollten sich am aktuellen Gewicht Deines Welpen orientieren, nicht an einer geschätzten Endgröße.


Eine Schätzung, die sich später als zu niedrig herausstellt, führt sonst schnell zu einer Unterdosierung während des Wachstums.


Bis Du eine ungefähre Vorstellung von der Größe Deines Mischlings hast, kannst Du Dich grob an folgenden Werten orientieren, wobei Du eher den unteren Wert der jeweiligen Spanne ansetzt:

  • Mit etwa 9 Wochen: rund 6 bis 7 % des Körpergewichts bei vermutlich kleiner oder mittlerer Endgröße, rund 6 bis 8 % bei vermutlich großer oder sehr großer Endgröße
  • Mit 12 Monaten: rund 3 bis 4 % bei kleiner Endgröße, rund 2 bis 3 % bei mittlerer oder großer Endgröße, rund 2 bis 4 % bei sehr großer Endgröße

Der Fettanteil im Muskelfleisch sollte bei Welpen 15 % nicht übersteigen, das gilt besonders, wenn Dein Mischling vermutlich groß wird.


Ob die Futtermenge stimmt, erkennst Du nicht an starren Prozentwerten, sondern an einer für sein Alter und seine vermutete Größe passenden, kontinuierlichen Gewichtszunahme, an der Idealfigur und am Rippentest: Die Rippen sollten fühlbar, aber nicht sichtbar sein.


Auch beim Wachstumstempo unterscheiden sich kleine und große Mischlinge deutlich.


Kleinere Hunde haben mit etwa 6 Monaten fast ihre Endgröße erreicht, großwüchsige Mischlinge zu diesem Zeitpunkt erst gut zwei Drittel ihres Höhenwachstums, und sehr große Mischlinge sind mitunter erst mit 18 bis 24 Monaten vollständig ausgewachsen.


Bei der Fütterungsfrequenz orientierst Du Dich am Alter: bis zur 16. Woche etwa viermal täglich, bis zum 6. Monat dreimal, danach zweimal, ab etwa einem Jahr kann bei Mischlingen eine Mahlzeit reichen, größer wachsende Hunde brauchen unter Umständen bis zum 18. Monat noch zwei Portionen.

Adoptierte Mischlinge: Die unbekannte Vorgeschichte richtig einschätzen

Bei vielen Mischlingen aus dem Tierheim oder aus dem Ausland kennst Du die Ernährung vor der Aufnahme nicht.


Gerade Hunde aus Ländern mit hoher Straßenhundpopulation haben oft eine Zeit hinter sich, in der sie unregelmäßig oder einseitig gefressen haben, manchmal auch mit Mangelerscheinungen oder Parasitenbefall.


Das bedeutet nicht, dass Du bei der BARF-Umstellung vorsichtiger sein musst als bei einem Welpen vom Züchter, aber es lohnt sich, in den ersten Wochen genauer hinzuschauen.


Starte die Umstellung auf BARF-Futter langsam und mit leicht verdaulichen Komponenten wie magerem Fleisch und einer Gemüsesorte (z.B. Karotte), damit sich der Magen-Darm-Trakt an die neue Kost gewöhnen kann, bevor Du die volle Bandbreite an Fleischsorten und Innereien einführst.


Der Kot ist dabei Dein zuverlässigster Indikator: Ist er fest und regelmäßig, verträgt Dein Hund die Umstellung gut.


Bleiben Durchfall, weicher oder schleimiger Stuhl über mehrere Tage bestehen, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, um eine mitgebrachte gesundheitliche Vorbelastung auszuschließen, statt das allein auf die Futterumstellung zu schieben.


Weil Du bei einem adoptierten Mischling die genetische Vorbelastung für bestimmte Erbkrankheiten in der Regel nicht kennst, ist ein hochwertiges Hundefutter hier besonders wertvoll.

Der Senior-Mischling: Wenn auch das Alter eine Schätzung ist

Bei einem adoptierten Mischling ist häufig nicht nur die Endgröße, sondern auch das genaue Alter unbekannt.


Das ist weniger problematisch, als es klingt, denn das Kalenderalter allein ist ohnehin nicht der entscheidende Faktor dafür, wann ein Hund als Senior gilt.


Aussagekräftiger sind nachlassende Leistungsfähigkeit, beginnender Muskelabbau oder mehrere gleichzeitig bestehende gesundheitliche Einschränkungen.


Als grobe Orientierung gelten große Hunde ab etwa 7 Jahren, kleine ab etwa 10 Jahren als Senioren, wobei die Neigung zu Übergewicht bei großen Rassen oft schon mit 6 bis 7 Jahren einsetzt, bei kleinen Rassen eher ab etwa 9 Jahren.


Zeigt Dein älterer Mischling diese Anzeichen, reduzierst Du die Gesamtfuttermenge meist um etwa 10 bis 20 %, unabhängig davon, ob Du sein genaues Geburtsdatum kennst oder nicht.


Auch hier gilt: Beobachte Figur und Gewichtsverlauf Deines Hundes genauer als eine Zahl auf dem Kalender.

Was Du beim Barfen eines Mischlingshundes vermeiden solltest

Der häufigste Fehler beim Mischling ist, die Futtermenge nach einer vermeintlich typischen Rasse zu bemessen, obwohl der tatsächliche Energiebedarf ganz anders ausfallen kann.


Ein muskulöser, aktiver Mischling mit 20 kg braucht mitunter deutlich mehr als ein ähnlich schwerer, aber ruhiger Artgenosse.


Auch wer sich einmal für eine bestimmte Fleischsorte entschieden hat, sollte nicht stur daran festhalten: Zeigt Dein Hund Anzeichen einer Unverträglichkeit, etwa weichen Kot oder Hautreizungen, wechsle testweise zu einer anderen Proteinquelle.


Genau diese Flexibilität beim Wechseln ist einer der Vorteile von BARF, den Du bei einem empfindlichen Mischling gezielt nutzen kannst.

Praxis: Fütterung an den Hund anpassen

Wiege Deinen Mischling regelmäßig und beurteile seine Figur über den Rippentest: Die Rippen sollten sich leicht ertasten, aber nicht sehen lassen.


Das gilt besonders in den ersten Monaten nach der Aufnahme, wenn Du sein tatsächliches Aktivitätsniveau und seine Verträglichkeiten noch kennenlernst.


Führe neue Fleischsorten einzeln ein, damit Du bei Unverträglichkeiten genau zuordnen kannst, welche Komponente die Ursache war.


Passe die Ration danach kontinuierlich an, statt einmal eine feste Menge festzulegen und dabei zu bleiben, denn gerade bei einem Mischling verändert sich das Bild oft noch, während Du ihn besser kennenlernst.

Fazit

Der Mischlingshund lässt sich nicht anhand eines Rassestandards einordnen, weder bei der Endgröße noch beim Alter.


Besonders bei adoptierten Mischlingen mit unbekannter Vorgeschichte zahlt sich eine hochwertige Ernährung ohne künstliche Zusatzstoffe meist aus.


Weil weder Endgröße noch genaues Alter immer bekannt sind, gewinnen Rippentest, Gewichtsverlauf und Figur bei diesem Hund noch mehr Bedeutung als bei einer Rasse mit bekanntem Wachstums- und Alterungsverlauf.


Mit einer entsprechend angepassten Ration, wechselnden Proteinquellen bei Bedarf und einem wachsamen Blick auf Kot, Fell und Gewicht unterstützt Du die Gesundheit Deines Mischlings bestmöglich, ganz gleich, welche Rassen in ihm zusammenkommen.


Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du die Mahlzeiten für Deinen Mischling konkret zusammenstellst, kannst Du auf fertig abgestimmte BARF-Menüs zurückgreifen oder eine BARF-Beratung buchen, um die Ration gemeinsam auf Deinen individuellen Hund abzustimmen.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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