Rund 20 % der täglichen Ration sollten pflanzlich sein, davon etwa 70 % Gemüse und 30 % Obst, was insgesamt rund 6 % der Gesamtration ausmacht.
Der Fettanteil im Muskelfleisch liegt bei einem ausgewachsenen Hund je nach Aktivität und Gewichtszustand bei 15 bis 25 %, unabhängig davon, welche Rassen in ihm zusammenkommen.
Wie viel BARF braucht ein ausgewachsener Mischlingshund am Tag?
Weil es beim Mischling keine feste Rassegröße gibt, orientierst Du Dich am besten am tatsächlichen Körpergewicht Deines Hundes:
- Kleine Mischlinge (bis etwa 10 kg): rund 3 bis 4 % des Körpergewichts täglich
- Mittelgroße Mischlinge (etwa 10 bis 25 kg): rund 2 bis 3 % des Körpergewichts täglich
- Große Mischlinge (über 25 kg): rund 1,7 bis 2,5 % des Körpergewichts täglich, wobei der Prozentsatz mit steigendem Gewicht tendenziell weiter sinkt
Innerhalb jeder Gewichtsklasse gilt: Ruhigere, zu Übergewicht neigende Hunde kommen eher mit dem unteren Wert aus, aktive und sportliche Mischlinge brauchen eher den oberen.
Liegt die Futtermenge dauerhaft über 3 % bei einem großen beziehungsweise über 4 % bei einem kleinen Mischling, gilt das als sehr hoch.
In dem Fall lohnt sich ein Blick auf die Calcium- und Phosphatzufuhr, die bei so hohen Futtermengen entsprechend mitsteigt und gegebenenfalls nachkorrigiert werden sollte.
Hierbei unterstützen wir Dich gerne im Rahmen einer BARF-Rationsüberprüfung.
Mischlingswelpen: Wachsen ohne bekannte Zielgröße
Bei einem Mischlingswelpen weißt Du oft nicht, wie groß er als ausgewachsener Hund tatsächlich wird, und genau hier lohnt sich ein wichtiger Hinweis.
Die Futtermenge und vor allem die Dosierung von natürlichen Zusätzen sollten sich am aktuellen Gewicht Deines Welpen orientieren, nicht an einer geschätzten Endgröße.
Eine Schätzung, die sich später als zu niedrig herausstellt, führt sonst schnell zu einer Unterdosierung während des Wachstums.
Bis Du eine ungefähre Vorstellung von der Größe Deines Mischlings hast, kannst Du Dich grob an folgenden Werten orientieren, wobei Du eher den unteren Wert der jeweiligen Spanne ansetzt:
- Mit etwa 9 Wochen: rund 6 bis 7 % des Körpergewichts bei vermutlich kleiner oder mittlerer Endgröße, rund 6 bis 8 % bei vermutlich großer oder sehr großer Endgröße
- Mit 12 Monaten: rund 3 bis 4 % bei kleiner Endgröße, rund 2 bis 3 % bei mittlerer oder großer Endgröße, rund 2 bis 4 % bei sehr großer Endgröße
Der Fettanteil im Muskelfleisch sollte bei Welpen 15 % nicht übersteigen, das gilt besonders, wenn Dein Mischling vermutlich groß wird.
Ob die Futtermenge stimmt, erkennst Du nicht an starren Prozentwerten, sondern an einer für sein Alter und seine vermutete Größe passenden, kontinuierlichen Gewichtszunahme, an der Idealfigur und am Rippentest: Die Rippen sollten fühlbar, aber nicht sichtbar sein.
Auch beim Wachstumstempo unterscheiden sich kleine und große Mischlinge deutlich.
Kleinere Hunde haben mit etwa 6 Monaten fast ihre Endgröße erreicht, großwüchsige Mischlinge zu diesem Zeitpunkt erst gut zwei Drittel ihres Höhenwachstums, und sehr große Mischlinge sind mitunter erst mit 18 bis 24 Monaten vollständig ausgewachsen.
Bei der Fütterungsfrequenz orientierst Du Dich am Alter: bis zur 16. Woche etwa viermal täglich, bis zum 6. Monat dreimal, danach zweimal, ab etwa einem Jahr kann bei Mischlingen eine Mahlzeit reichen, größer wachsende Hunde brauchen unter Umständen bis zum 18. Monat noch zwei Portionen.
Adoptierte Mischlinge: Die unbekannte Vorgeschichte richtig einschätzen
Bei vielen Mischlingen aus dem Tierheim oder aus dem Ausland kennst Du die Ernährung vor der Aufnahme nicht.
Gerade Hunde aus Ländern mit hoher Straßenhundpopulation haben oft eine Zeit hinter sich, in der sie unregelmäßig oder einseitig gefressen haben, manchmal auch mit Mangelerscheinungen oder Parasitenbefall.
Das bedeutet nicht, dass Du bei der BARF-Umstellung vorsichtiger sein musst als bei einem Welpen vom Züchter, aber es lohnt sich, in den ersten Wochen genauer hinzuschauen.
Starte die Umstellung auf BARF-Futter langsam und mit leicht verdaulichen Komponenten wie magerem Fleisch und einer Gemüsesorte (z.B. Karotte), damit sich der Magen-Darm-Trakt an die neue Kost gewöhnen kann, bevor Du die volle Bandbreite an Fleischsorten und Innereien einführst.
Der Kot ist dabei Dein zuverlässigster Indikator: Ist er fest und regelmäßig, verträgt Dein Hund die Umstellung gut.
Bleiben Durchfall, weicher oder schleimiger Stuhl über mehrere Tage bestehen, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, um eine mitgebrachte gesundheitliche Vorbelastung auszuschließen, statt das allein auf die Futterumstellung zu schieben.
Weil Du bei einem adoptierten Mischling die genetische Vorbelastung für bestimmte Erbkrankheiten in der Regel nicht kennst, ist ein hochwertiges Hundefutter hier besonders wertvoll.