Wie viel BARF braucht ein Neufundländer am Tag?
Bei ausgewachsenen Neufundländern mit normaler Aktivität gelten rund 2,5 % des Körpergewichts täglich als Orientierung:
- 40 kg Körpergewicht: rund 1.000 g
- 55 kg Körpergewicht: rund 1.375 g
- 60 kg Körpergewicht: rund 1.500 g
- 70 kg Körpergewicht: rund 1.750 g
Ruhigere oder übergewichtige Tiere kommen mit etwas weniger aus, aktivere, etwa Wasserliebhaber mit viel Auslauf, brauchen entsprechend mehr.
Diese Werte sind eine Orientierung. Wie viel BARF Dein Hund tatsächlich braucht, hängt von Gewicht, Aktivität, Alter und Körperform ab, die genaue Menge berechnen wir in der BARF-Beratung individuell für Deinen gesunden Hund.
Welpen und Junghunde brauchen anteilig deutlich mehr als ausgewachsene Neufundländer:
- Mit etwa 9 Wochen: rund 6 bis 8 % des Körpergewichts täglich
- Mit etwa 16 Wochen: rund 4 bis 6 % des Körpergewichts täglich
- Mit etwa 6 Monaten: rund 4 bis 5 % des Körpergewichts täglich
- Mit 12 Monaten: rund 3 bis 4 % des Körpergewichts täglich, da Dein Neufundländer in diesem Alter als Riesenrasse noch mitten im Wachstum steckt
- Zwischen 12 und 24 Monaten: die Futtermenge sinkt in dieser Phase schrittweise Richtung Erhaltungsbedarf, bis sie sich dem Wert eines ausgewachsenen Tieres von rund 2,5 % annähert
Als Riesenrasse ist der Neufundländer erst mit etwa 18 bis 24 Monaten vollständig ausgewachsen. Die schrittweise Reduzierung begleitet den letzten Abschnitt des Wachstums, bevor die Futtermenge in den Erhaltungsbedarf übergeht.
Der Übergang von der schnellen Wachstumsphase zur Junghundphase ist bei Riesenrassen besonders kritisch. Verpasst Du ihn, drohen zu schnelles Wachstum und Übergewicht mit entsprechender Belastung für die Gelenke.
Orientiere Dich bei den Spannen für Welpen und Junghunde eher am unteren Wert und steigere nur bei Bedarf, kontrollierbar über den Rippentest: Die Taille sollte sichtbar sein, die Rippen fühlbar, aber nicht sichtbar.
Was Du beim Barfen eines Neufundländers vermeiden solltest
Der häufigste Fehler beim Neufundländer ist, die Futtermenge am beeindruckenden Körperbau statt am tatsächlichen Energieverbrauch auszurichten.
Weil die Rasse von Natur aus bedächtig ist, führt eine Futtermenge, die für einen "typischen großen Hund" bemessen ist, bei dieser Rasse schnell zu Übergewicht.
Auch beim Welpen gilt: Zu schnelles Wachstum durch zu große Portionen oder zu viel Calcium kann bei einer so schweren Rasse das Skelett stärker belasten als bei kleineren Hunden, eine kontrollierte, altersgerechte Steigerung der Futtermenge ist deshalb wichtiger als schnelles Wachstum.
Wiege Deinen Neufundländer daher regelmäßig und beurteile seine Körperform, da sich Übergewicht bei dieser Rasse unter dem dichten Fell leicht verstecken kann.
Ein junger, wachsender Neufundländer braucht eine andere Zusammensetzung als ein ruhiger, ausgewachsener Hund mit geringem Bewegungsdrang.
Auch innerhalb der erwachsenen Lebensphase lohnt es sich, die Futtermenge an die tatsächliche Aktivität wie Schwimmen oder lange Spaziergänge anzupassen, statt sie starr beizubehalten.
Du kannst dazu beitragen, das Risiko bei Deinem Neufundländer zu senken, indem Du die Tagesmenge auf mehrere kleinere Portionen aufteilst, ihm Zeit zum ruhigen Fressen gibst und Stresssituationen rund um die Fütterung möglichst vermeidest.
Magendrehung: ein rassetypisches Risiko im Blick behalten
Riesenrassen mit tiefem Brustkorb wie der Neufundländer haben ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für eine Magendrehung, bei der sich der Magen verdreht und Gase nicht mehr entweichen können.
Unbehandelt verläuft sie innerhalb weniger Stunden tödlich.
Eine Studie zu ernährungsbedingten Risikofaktoren fand ein erhöhtes Risiko bei großen und riesigen Rassen, die täglich nur eine große statt mehrerer kleinerer Mahlzeiten bekommen (Hinweis: die Studie ist auf Englisch verfasst).
Du kannst das Risiko bei Deinem Neufundländer also spürbar senken, indem Du die Tagesration auf mehrere kleinere Portionen aufteilst, ihm Zeit zum ruhigen Fressen gibst und Stresssituationen rund um die Fütterung möglichst vermeidest.
Häufig vermutete Auslöser wie Bewegung direkt nach dem Fressen oder das Füttern vom Boden aus gelten dagegen wissenschaftlich als nicht bestätigt, eine große Kohortenstudie an über 1.600 Hunden großer und riesiger Rassen (darunter Neufundländer) fand hierfür keinen erhöhenden, teils sogar einen gegenteiligen Effekt (Hinweis: die Studie ist auf Englisch verfasst).
Fazit
Der Neufundländer ist trotz seiner imposanten Größe ein bemerkenswert gelassener Familienhund.
Als große Rasse verbraucht er pro Kilo Körpergewicht deutlich weniger Energie als kleine Hunde, sein ruhiges Wesen kommt noch dazu.
Deshalb entscheidet die Futtermenge maßgeblich darüber, ob Dein Neufundländer sein Idealgewicht hält oder seine Gelenke durch überflüssige Kilos unnötig belastet werden.
Statt pauschal auf mageres Fleisch zu setzen, lohnt sich ein Blick auf Aktivität, Gewicht und Futterverwertung Deines individuellen Hundes, denn der passende Fettanteil im Muskelfleisch ergibt sich daraus, nicht aus der Rassezugehörigkeit allein.
Gerade während der langen Wachstumsphase brauchst Du außerdem Geduld: Teile die Tagesmenge bis weit ins zweite Lebensjahr auf mehrere Mahlzeiten auf und serviere kleinere BARF-Portionen in Ruhe.
So trägst Du dazu bei, das Magendrehungsrisiko dieser durch ihren tiefen Brustkorb besonders gefährdeten Rasse zu senken.
Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du die Mahlzeiten für Deinen Neufundländer konkret zusammenstellst, kannst Du auf fertig abgestimmte BARF-Menüs zurückgreifen oder eine BARF-Beratung für Deinen sanften Riesen buchen.