Dürfen Welpen Nüsse essen?
Nein, Welpen sollten grundsätzlich keine Nüsse bekommen.
Ihr Verdauungssystem ist noch nicht vollständig ausgereift und reagiert empfindlicher auf den hohen Fettgehalt sowie mögliche Allergene.
Schimmel und Mykotoxine: die unterschätzte Gefahr
Nicht nur die Nusssorte entscheidet, auch der Zustand der Nuss.
Auf älteren oder feucht gelagerten Nüssen, besonders auf Walnüssen, Erdnüssen und Pistazien, können Schimmelpilze wachsen, die neurotoxisch wirken.
Sie können bei Hunden zu Erbrechen, Zittern, Bewegungsstörungen und im schlimmsten Fall zu Krampfanfällen führen.
Besonders tückisch: Hunde nehmen solche Nüsse häufig beim Stöbern im Müll, auf dem Kompost oder bei einem Herbstspaziergang unter Nussbäumen auf.
Bewahre Nüsse deshalb trocken und gut verschlossen auf, und lass Deinen Hund keine heruntergefallenen oder bereits älteren Nüsse vom Boden aufsammeln.
Diese Nüsse sind für Hunde giftig
Einige Nusssorten fallen unter die giftigen Lebensmittel für Hunde und dürfen niemals verfüttert werden:
Macadamianüsse
Schon wenige Macademianüsse können bei Hunden zu Schwäche, insbesondere in der Hinterhand, Erbrechen, Zittern, Bewegungsstörungen und erhöhter Körpertemperatur führen.
In den meisten Fällen verläuft die Vergiftung nicht tödlich und klingt innerhalb von 12 bis 48 Stunden wieder ab, dennoch solltest Du im Verdachtsfall umgehend einen Tierarzt kontaktieren.
Bittermandeln
Sie enthalten das cyanogene Glykosid Amygdalin, aus dem bei der Verdauung giftige Blausäure freigesetzt wird.
Süße Mandeln enthalten dagegen nur minimale Mengen und gelten als unbedenklich.
Muskatnüsse
Der enthaltene Wirkstoff Myristicin wirkt nervenschädigend und kann in größeren Mengen Erbrechen, Desorientierung, Halluzinationen und Krämpfe auslösen.
Halte Deinen Hund von gewürzten Speisen und Weihnachtsgebäck fern, in denen Muskat oft steckt.
Bucheckern und Eicheln
Beide sollten Hunde nicht fressen, achte beim Spazierengehen im Herbst besonders darauf.
Unreife Walnüsse und Rosskastanien
Unreife Walnüsse und Walnüsse mit Schale sowie Rosskastanien (nicht zu verwechseln mit essbaren Esskastanien beziehungsweise Maronen) sind ebenfalls tabu.
Welche Nusssorten sind für Hunde geeignet?
Diese Nusssorten kannst Du Deinem Hund verfüttern:
Erdnuss
Erdnüsse (botanisch übrigens eine Hülsenfrucht, keine echte Nuss) liefern wertvolle Proteine, gesunde Fette sowie Kalium, Eisen, Kalzium, Zink, Kupfer, Mangan und Fluor.
In kleinen Mengen, ungesalzen und geschält, gelten sie als unbedenklich. Sie können allerdings Allergien auslösen.
Möchtest Du Erdnussbutter geben, achte unbedingt darauf, dass sie ausschließlich aus Erdnüssen besteht.
Viele Produkte enthalten Salz, Zucker oder den Süßstoff Xylit, auch als Birkenzucker deklariert, der für Hunde hochgiftig ist und innerhalb von 10 bis 60 Minuten zu einer gefährlichen Unterzuckerung führen kann.
Cashewkerne
Cashewkerne sind für Hunde in kleinen Mengen unbedenklich, haben aber einen hohen Fettgehalt.
Füttere sie nur ungesalzen und wirklich sparsam, als seltene Ausnahme statt als regelmäßigen Snack.
Haselnuss
Die Haselnuss liefert gesundes Eiweiß, Kalium, Kalzium und verschiedene Vitamine, ist gut verträglich und bei vielen Hunden beliebt.
Das Allergierisiko ist bei Haselnüssen vergleichsweise hoch, und der hohe Fettgehalt kann bei zu großen Mengen Übergewicht begünstigen.
Gib sie nur geschält und in kleinen Mengen, bei kleinen Hunden besteht sonst zusätzlich Erstickungs- und Verstopfungsgefahr.
Mandel
Süße Mandeln sind für Hunde in kleinen Mengen unbedenklich und liefern viel Vitamin E, sie sind allerdings recht hart und schwer verdaulich, weshalb kleine, gemahlene Portionen die sicherere Wahl sind.
Bittermandeln sind, wie oben beschrieben, giftig und gehören niemals in den Napf.
Walnuss
Reife, geschälte Walnüsse dürfen Hunde in kleinen Mengen fressen, sie sind nicht per se giftig und liefern Vitamine, ungesättigte Fettsäuren und Kalium.
Gefährlich sind dagegen unreife Walnüsse, die grün vom Baum fallen, sowie schimmelige Walnüsse, die Mykotoxine bilden können, siehe dazu den Abschnitt weiter oben.
Walnüsse sind zudem recht groß und sehr fettreich, füttere deshalb wirklich nur kleine Mengen.
Pistazien
Ungesalzen und geschält sind Pistazien in kleinen Mengen unbedenklich und liefern viel Vitamin B6 sowie Proteine.
Wie Walnüsse neigen sie bei zu langer Lagerung zu Schimmelbefall, verfüttere deshalb nur frische Ware.
Pekannüsse und Pinienkerne
Beide Sorten sind sehr fettreich, Pekannüsse zusätzlich vergleichsweise groß, was bei kleinen Hunden eine Verstopfungsgefahr birgt.
Auch Pekannüsse sind schimmelanfällig. Gib beide Sorten, wenn überhaupt, nur in sehr kleinen Mengen.
Paranuss
Die eher unbekannte Paranuss ist außergewöhnlich selenreich, mit rund 1.900 µg Selen pro 100 g, das kann besonders für Hunde sinnvoll sein, die keine Niere im Futter bekommen, da Niere ebenfalls ein wichtiger Selenlieferant ist.
Wegen der enthaltenen natürlichen Radioaktivität sollte die Menge aber begrenzt bleiben, selbst große Hunde brauchen nur sehr wenige Paranüsse, um ihren Selenbedarf zu decken.
Dazu kommt ein hoher Fettgehalt, weshalb sie insgesamt nur in sehr kleinen, gelegentlichen Mengen auf dem Speiseplan stehen sollte.
Esskastanien (Maronen)
Esskastanien versorgen Deinen Hund mit Vitamin B1, das Nervensystem, Fell und Haut unterstützen kann.
Gib sie ausschließlich geschält und gekocht, sonst besteht Darmverschluss-Gefahr.
Wichtig: Verwechsle Esskastanien nicht mit den giftigen Rosskastanien, die trotz ähnlichem Namen und Aussehen nicht zum Verzehr geeignet sind.
Kokosnuss
Auch Kokosnuss beziehungsweise Kokosflocken sind selenreich und werden manchmal eine wurmwidrige Wirkung gegen Spulwürmer nachgesagt.
Da Kokosnuss botanisch keine echte Nuss, sondern eine Steinfrucht ist und eigene Besonderheiten mitbringt, findest Du alle Details dazu in unserem separaten Artikel Dürfen Hunde Kokosnuss essen?
Vorsicht bei Studentenfutter und Nussmischungen
Fertige Nussmischungen wie Studentenfutter enthalten häufig Rosinen, diese sind für Hunde schon in sehr geringen Mengen giftig, eine Toxizität wird übrigens auch bei Katzen vermutet.
Verfüttere solche Mischungen deshalb generell nicht an Deinen Hund, auch wenn die enthaltenen Nüsse für sich genommen unbedenklich wären.
Hund hat Nüsse gefressen: Was tun?
Bleib zunächst ruhig. Hat Dein Hund eine einzelne, unbedenkliche Nuss erwischt, etwa eine gesalzene Erdnuss, ist das meist unkritisch, beobachte ihn einfach weiter.
Handelt es sich dagegen um eine giftige Nuss wie Macadamia, Bittermandel oder Muskatnuss, um schimmeliges Material oder eine größere, unbekannte Menge, solltest Du sofort reagieren:
- Beobachte Deinen Hund genau auf Symptome wie Erbrechen, Zittern, Schwäche, Bewegungsstörungen oder Orientierungslosigkeit.
- Kontaktiere umgehend Deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst und schildere, was und wie viel Dein Hund gefressen hat.
- Löse kein Erbrechen selbst mit Hausmitteln aus, das kann mehr schaden als nutzen, diese Entscheidung trifft die Tierarztpraxis.
Nüsse und die BARF-Fütterung: gelegentlicher Snack, keine feste Zutat
Unbedenkliche Nusssorten können gelegentlich als kleine, kalorienreiche Belohnung dienen, sie sind aber kein fester Bestandteil einer ausgewogenen BARF-Fütterung.
Der Fleischanteil aus Muskelfleisch, Innereien und Knochen bleibt für Deinen Hund die zentrale Komponente, die von Gemüse sowie natürlichen BARF-Zusätzen wie Ölen und Mineralien ergänzt wird.
Nüsse liefern höchstens eine gelegentliche, kleine Extra-Portion Fett, Eiweiß und Mineralstoffe.
Als Alternative zu Nüssen eignen sich für den gesunden Snack zwischendurch auch Karotten, Gurken oder Heidelbeeren, sie bergen deutlich weniger Risiken.