Ab wann kann ein Kitten vollständig gebarft werden?
Ab der zwölften Lebenswoche ist ein Kitten bereit für eine vollständige BARF-Ernährung.
Es kann feste Nahrung vollständig verwerten, ist nicht mehr auf Muttermilch angewiesen und profitiert nun besonders von einer artgerechten, rohfleischbasierten Ernährung.
Die Zusammensetzung der Mahlzeiten bleibt dabei grundsätzlich dieselbe wie bei adulten Katzen.
Was sich unterscheidet, ist vor allem die Menge – denn Kitten wachsen schnell und haben einen deutlich höheren Energie- und Nährstoffbedarf als ausgewachsene Tiere.
Wie oft und wie viel sollte ein Kitten fressen?
Kitten haben kleine Mägen, aber einen enormen Energiebedarf. Deshalb gilt: lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen.
In den ersten 8 Lebenswochen
In den ersten acht Wochen werden fünf bis sechs Mahlzeiten täglich ad libitum angeboten – also so viel, wie das Kitten möchte.
Pro Mahlzeit kannst Du grob mit etwa 20 g kalkulieren, wobei manche Kitten in dieser Phase bis zu 20 % ihres Körpergewichts pro Tag fressen. Das ist völlig normal.
Zwischen der 9. und 12. Lebenswoche
Zwischen der neunten und zwölften Lebenswoche reduziert sich die Fütterungsfrequenz von Kitten schrittweise auf vier bis fünf Mahlzeiten täglich.
Bis zum ersten Lebensjahr
Bis zum ersten Lebensjahr gilt grundsätzlich: Kitten dürfen so viel fressen, wie sie möchten.
Besonders großen Appetit entwickeln sie zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat, wenn die Wachstumskurve noch einmal deutlich anzieht.
Worauf Du bei der BARF-Zusammensetzung bei Kitten achten solltest
Eine ausgewogene BARF-Mahlzeit für Katzen bezieht sich auf die tägliche Gesamtfuttermenge und setzt sich folgendermaßen zusammen:
- ca. 60 % Muskelfleisch
- ca. 15 % Taurinreiches Fleisch (z.B. Herzfleisch)
- ca. 10 % Innereien-Mix (Leber, Niere, Milz, Herz, Lunge)
- ca. 10 % Rohfleischige Knochen (RFK)
- ca. 5 % Gemüse & Obst
Dazu kommen gezielte Ergänzungen – dazu weiter unten mehr.
Fettgehalt: etwa 15 % im Muskelfleisch
Für Kitten empfehlen wir einen Fettanteil von etwa 15 % im Muskelfleisch.
Dieser Wert trägt dem hohen Energiebedarf in der Wachstumsphase Rechnung und ist gleichzeitig gut verträglich für die noch nicht vollständig ausgereifte Verdauung junger Katzen.
Bei sehr magerem Fleisch kann gezielt etwas Fett ergänzt werden.
Kalzium: wichtig für Knochen und Wachstum
Kalzium ist neben Phosphor das wichtigste Mineral im Knochenstoffwechsel – und in der Wachstumsphase besonders entscheidend.
Als Kalziumquelle eignen sich rohe, fleischige Knochen wie Hühnerhälse sehr gut. Alternativ kann Knochenmehl eingesetzt werden. Das ideale Kalzium-Phosphor-Verhältnis liegt bei etwa 1,1 bis 1,3:1.
Taurin: unverzichtbar für Katzen
Taurin ist für Katzen essenziell – das bedeutet, es muss über die Nahrung aufgenommen werden, da Katzen es nicht selbst synthetisieren können. Ein Taurinmangel kann zu ernsthaften Erkrankungen führen.
Die beste natürliche Quelle ist Herzfleisch, zum Beispiel Hühnerherzen oder Putenherzen. Alternativ empfiehlt sich ein hochwertiges Taurin-Supplement.
Konsistenz und Stückgröße
Kitten müssen das Fressen buchstäblich erst lernen. Starte mit fein gewolften Komponenten, die leicht zu schlucken sind. Ganze rohe fleischige Knochen wie Hühnerhälse gibst Du nur unter Aufsicht.
Ab der zwölften Lebenswoche können die meisten Kitten bereits Fleisch am Stück problemlos fressen.
Ergänzungen: das gewisse Extra
Neben den Hauptkomponenten profitieren Kitten von natürlichen BARF-Nahrungsergänzungen:
- Fischöl liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die die Gehirnentwicklung und das Immunsystem unterstützen
- Seealgenmehl ist eine natürliche Jodquelle und wichtig für die Schilddrüsenfunktion
- Dorschlebertran wird hauptsächlich für die Vitamin-D-Versorgung eingesetzt - alternativ kannst Du auch Eigelb füttern
Futterprägung: Jetzt die Weichen stellen
Die ersten Wochen im Leben eines Kitten sind eine prägende Phase – auch beim Fressen.
Um das Immunsystem nicht zu überfordern, sondern gezielt zu trainieren, empfehlen wir in den ersten vier Wochen der Umstellung jeweils nur eine Fleischsorte pro Woche einzuführen.
So kann sich der Organismus schrittweise an verschiedene Eiweißquellen gewöhnen.
Nach dieser Eingewöhnungsphase gilt: so viel Abwechslung wie möglich. Verschiedene Fleischsorten, unterschiedliche Konsistenzen – wer jetzt variiert, vermeidet später wählerisches Fressverhalten.
Tipp: Halte eine Proteinsorte zurück (zum Beispiel Pferd), auf die Du im Falle einer Ausschlussdiät zurückgreifen kannst.