Ich bin Nele, zertifizierte BARF-Ernährungsberaterin bei BARFER'S, und wenn im Sommer die Temperaturen steigen, gehört für mich und meinen kleinen Terrier Archie das Wasser einfach dazu.


Egal ob Schwimmen im See oder eine Runde SUPen, Archie liebt beides. Trotzdem mache ich mit ihm regelmäßig Pausen an Land und für längere Schwimm-Sessions hat er eine Hunde-Schwimmweste.


Nicht aus Vorsicht allein, sondern weil ich genau weiß, was Überlastung im Wasser bei Hunden auslösen kann: die sogenannte Wasserrute.

Was ist eine Wasserrute überhaupt?

Die Wasserrute, medizinisch auch als kaudale Myopathie oder Limber-Tail-Syndrom bezeichnet, ist eine schmerzhafte Entzündung der Schwanzmuskulatur. Sie entsteht meist durch eine Kombination aus intensiver Belastung der Ruten- und Rückenmuskulatur und kaltem Wasser.


Gerade Hunde wie Labradore und Golden Retriever, die ausgiebig schwimmen, toben oder lange apportieren, sind gefährdet, vor allem wenn sie das nicht regelmäßig trainiert haben. Aber grundsätzlich kann jeder Hund bei übermäßigem Toben im Wasser eine Wasserrute bekommen.


Die Symptome zeigen sich oft erst Stunden nach dem Baden, manchmal sogar erst zu Hause auf dem Sofa: Die Rute wird einige Zentimeter vom Ansatz weg gerade gehalten, während der Rest schlaff nach unten hängt.


Dein Hund wedelt nicht mehr freudig, wirkt unruhig, mag sich kaum hinlegen und nimmt beim Sitzen oft eine Schonhaltung ein, den sogenannten Welpensitz, bei dem das Becken seitlich gekippt wird. Manche Hunde reagieren zusätzlich empfindlich, wenn man sie im hinteren Rückenbereich berührt.


Wichtig: Eine Wasserrute geht nicht von allein weg. Wenn Du diese Anzeichen bei Deinem Hund bemerkst, gehört er zum Tierarzt. Dort wird meist geröntgt, um Brüche oder einen Bandscheibenvorfall auszuschließen, bevor die eigentliche Behandlung mit entzündungshemmenden Mitteln und viel Ruhe beginnt.


Wer sich tiefer in die medizinischen Hintergründe einlesen möchte: Das Cornell University College of Veterinary Medicine (Hinweis: der Text ist auf Englisch verfasst) ordnet die Wasserrute als Folge von Überlastung und plötzlicher Muskelverletzung ein.


Die Rutenmuskulatur liegt in einer engen, wenig dehnbaren Faszienschicht, sodass eine Schwellung dort den Blutfluss einschränken kann, ähnlich einem lokal begrenzten Kompartmentsyndrom.

Wie Du einer Wasserrute vorbeugen kannst

Die genauen Ursachen einer Wasserrute sind bis heute nicht vollständig erforscht, aber ein paar Dinge haben sich in der Praxis bewährt, um das Risiko zu senken:

  • Pausen einbauen. Genau das mache ich mit Archie. Statt eine Stunde am Stück zu schwimmen, gönnen wir uns immer wieder Landgänge, in denen er sich schütteln, ausruhen und aufwärmen kann.
  • Nicht überfordern. Ein Hund, der selten schwimmt, sollte nicht direkt eine ausgedehnte Session einlegen. Die Muskulatur braucht Gewöhnung, genau wie bei uns Menschen.
  • Gründlich abtrocknen. Nasses Fell kühlt den Körper zusätzlich aus, besonders am Rutenansatz. Ein Handtuch nach dem Schwimmen gehört bei uns fest ins Reisegepäck.
  • Hilfsmittel nutzen. Für längere Einheiten oder ungeübte Schwimmer ist eine Schwimmweste eine echte Erleichterung. Sie entlastet die Muskulatur und gibt gerade kleineren Hunden wie Archie mehr Sicherheit im Wasser.

Auch beim SUPen achte ich auf dieselben Prinzipien: kurze Etappen, genug Trinkpausen und ein wachsames Auge auf Archies Rute und Körperhaltung.

Brauner Terrier mit Schwimmweste sitzt an der Spitze eines SUP-Boards auf der Havel

Abkühlung im Sommer, aber richtig

Wasser ist für viele Hunde die liebste Abkühlung, aber es gibt noch weitere Methoden, mit denen Du Deinen Hund an heißen Tagen sicher herunterkühlst, ohne die Rutenmuskulatur zu strapazieren:

  • Schattenplätze und kühle Böden, etwa Fliesen oder eine Kühlmatte, zum Ausruhen anbieten
  • Spaziergänge in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen
  • Pfoten und Bauch mit einem feuchten Tuch kühlen, statt den ganzen Hund komplett zu durchnässen
  • Immer ausreichend frisches Wasser bereitstellen

Eine süße Abkühlung: unser Hundeeis in den BARFER'S Stores

Apropos Abkühlung: In unseren BARFER'S Stores in Hamburg, Berlin und Potsdam bekommst Du an heißen Tagen auch unser Hundeeis, direkt vor Ort in der Tiefkühltruhe.


Es ist bei Archie und mir im Sommer ein echtes Ritual nach dem Schwimmen geworden, eine kleine, artgerechte Erfrischung als Belohnung.


Aktuell gibt es das Eis ausschließlich in unseren Läden zu kaufen, online im Shop führen wir es noch nicht. Schau also gerne vorbei, wenn Du in der Nähe einer unserer BARFER'S Filialen bist.

Was das mit BARF zu tun hat

Als BARF-Ernährungsberaterin schaue ich bei Themen wie der Wasserrute natürlich auch auf die Fütterung. Auch wenn die genaue Ursache der Wasserrute wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt ist, spielt eine gut versorgte Muskulatur eine wichtige Rolle dabei, wie belastbar und regenerationsfähig Dein Hund ist.


Fehlt es an bestimmten Nährstoffen wie Elektrolyten, Proteinen oder Vitaminen, kann das die Muskulatur anfälliger für Überlastung und kleinere Verletzungen machen.


Genau hier setzt eine ausgewogene BARF-Fütterung an. Hochwertiges Muskelfleisch liefert die Proteine, die Deinem Hund beim Muskelaufbau und bei der Regeneration nach dem Toben im Wasser helfen.


Innereien und Knochen tragen zur Mineralstoffversorgung bei, während frisches Obst und Gemüse wichtige Vitamine liefern. Gerade in den Sommermonaten, wenn Dein Hund durch Schwimmen, Hitze und mehr Bewegung insgesamt aktiver ist, lohnt sich ein Blick darauf, ob die Ration noch zum aktuellen Bedarf passt.


Mit unserem BARF-Rechner kannst Du das ganz unkompliziert für Deinen Hund prüfen, egal ob Du komplett individuell barfst oder auf unser BARF-Alleinfuttermittel zurückgreifst.

Mein Fazit als Hundehalterin und BARF-Ernährungsberaterin

Archie und ich lassen uns den Sommer im und am Wasser nicht nehmen, und das müsst Ihr auch nicht. Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen, ausreichend Pausen und einer Fütterung, die die Muskulatur unterstützt, lässt sich das Risiko einer Wasserrute deutlich senken.


Und falls es doch mal passiert: Ruhe bewahren, zum Tierarzt gehen und Deinem Hund die Zeit geben, die er zum Heilen braucht. Bis dahin sehen wir uns vielleicht ja beim Hundeeis in einem unserer Stores.

Autor

Nele Marie Ott
Nele Marie OttZertifizierte BARF-Ernährungsberaterin

Nele ist zertifizierte BARF-Ernährungsberaterin der THP-Schule (Swanie Simon) und begeisterte BARFerin – ihr Tierschutzhund Archie, ein Terriermischling, hat sie 2023 dazu gebracht. Nach ihrem Abschluss Anfang 2024 befasst sich Nele mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zuhause.