Der Yorkshire Terrier ist laut FCI-Standard eine der kleinsten Hunderassen überhaupt und wiegt im Idealfall bis etwa 3,1 kg.


Bei diesem geringen Gewicht bekommt ein ausgewachsener Yorkie täglich etwa 3  seines Körpergewichts an BARF, bei 3 kg also rund 90 g.


Tauchst Du bei der Recherche auf deutlich höhere Gewichtsangaben, etwa um die 8 kg, handelt es sich meist nicht mehr um einen reinrassigen Yorkshire Terrier nach Standard, sondern um einen Mischling oder einen übergewichtigen Hund.


In beiden Fällen gilt: Richte die Futtermenge immer am tatsächlichen Gewicht und Körperbau Deines Hundes aus, nicht an der Rassebezeichnung.

Warum BARF beim Yorkshire Terrier besonders durchdacht sein sollte


Bei einer ausgewogenen BARF-Ration mit Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Obst sowie den passenden Ergänzungen wie Seealgenmehl und Ölen fütterst Du Deinen Yorkie mit allem, was er braucht.


Eine rassetypische gesundheitliche Veranlagung verdient beim Yorkshire Terrier besondere Aufmerksamkeit: Er zählt zu den Rassen, bei denen ein portosystemischer Shunt, eine angeborene Fehlbildung der Leberdurchblutung, in Europa überdurchschnittlich häufig auftritt.


Dabei wird ein Großteil des Blutes an der Leber vorbeigeleitet, erkennbar oft ab dem 6. Lebensmonat an Minderwuchs, Untergewicht, schlechtem Fell oder wechselndem Appetit.


Zeigt Dein Yorkie-Welpe solche Anzeichen, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig, ein bestehender Shunt braucht meist eine individuell abgestimmte, diätetisches Versorgung.


Die Zähne des Yorkshire Terriers stehen in seinem winzigen Kiefer eng beieinander. Ein kleiner, roher Hühnerhals passt genau zu seiner Kiefergröße und unterstützt beim Kauen gleichzeitig die Zahnhygiene.

So kann BARF-Futter für den Yorkshire Terrier aussehen

Ein ausgewogener BARF-Napf für einen Yorkshire Terrier besteht aus mehreren Komponenten, die Du entweder selbst zusammenstellen oder als fertiges Alleinfuttermittel kaufen kannst:

Hand hält BARFER'S Komplett-Mix Kaninchen & Lamm, DLG-zertifiziertes Fertigbarf mit Fütterungstabelle, vor geöffnetem Gefrierfach mit weiteren Würfel-Portionen

Rund 20 % der täglichen Ration sollten pflanzlich sein, davon etwa 70 % Gemüse und 30 % Obst, was insgesamt rund 6 % der Gesamtration ausmacht. Der Fettanteil im Muskelfleisch liegt je nach Alter, Aktivität und Gewichtszustand bei 15 bis 25 %.

Wie viel BARF braucht ein Yorkshire Terrier am Tag?

Als grobe Orientierung bekommt ein ausgewachsener, normal aktiver Yorkie täglich etwa 3 % seines Körpergewichts an BARF-Ration:

  • 2 kg Körpergewicht: rund 60 g täglich
  • 2,5 kg Körpergewicht: rund 75 g täglich
  • 3,1 kg Körpergewicht (oberes Idealgewicht): rund 93 g täglich

Diese Werte sind eine Orientierung. Wie viel BARF Dein Hund tatsächlich braucht, hängt von Gewicht, Aktivität, Alter und Körperform ab, die genaue Menge berechnen wir in der BARF-Beratung individuell für Deinen gesunden Hund.


Welpen brauchen anteilig deutlich mehr, hier gilt bei dieser Rasse besondere Vorsicht.


Sehr kleine Yorkie-Welpen unter etwa 500 g gelten als unterzuckerungsgefährdet, weshalb regelmäßige, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt hier besonders wichtig sind, sprich im Zweifel mit Deinem Tierarzt die passende Fütterungsfrequenz ab.

Was Du beim Barfen eines Yorkshire Terriers vermeiden solltest

Der häufigste Fehler beim Yorkie ist, die Futtermenge grob zu schätzen statt genau zu wiegen.


Weil die Tagesration insgesamt so gering ausfällt, wirkt sich jede ungenaue Portion überproportional aufs Gewicht aus, eine Küchenwaage gehört bei dieser Rasse zur Grundausstattung.


Auch zu große oder zu harte Rohfleischknochen sind keine gute Wahl, sie sollten immer zur Kiefergröße des Yorkies passen.


Wiege Deinen Yorkie regelmäßig und beobachte seine Körperform, kleine Gewichtsschwankungen fallen bei dieser Rasse schnell ins Gewicht.


Ein wachsender Yorkie-Welpe braucht häufigere, kleinere Mahlzeiten als ein ausgewachsener Hund, und bei einem älteren Yorkie lohnt sich ein genauer Blick auf Aktivität und eventuell sinkenden Energiebedarf.

Fazit

Der Yorkshire Terrier ist klein, selbstbewusst und bei der Futtermenge ein Fall für Präzision.


Richte die Ration an seinem tatsächlichen Gewicht statt an Durchschnittswerten aus, und behalte seine rassetypische Veranlagung zu einer Leberfehlbildung im Blick, besonders im Welpenalter.


Mit passend dosierten Portionen, kleinen oder gewolften Rohfleischknochen und einer gut durchdachten, ausgewogenen Ration widerlegst Du ganz praktisch das Vorurteil, BARF führe automatisch zu Mängeln.


Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du die Mahlzeiten konkret zusammenstellst, kannst Du auf fertig abgestimmte BARF-Menüs zurückgreifen oder eine BARF-Beratung für Deinen Yorkie buchen.

Autor

Barbara Rivers
Barbara RiversBARF-Autorin & angehende BARF-Ernährungsberaterin


Barbara ist seit 2015 begeisterte BARFerin und befindet sich 2026 in der Ausbildung zur zertifizierten BARF-Ernährungsberaterin an der THP-Schule (nach Swanie Simon). Den Anstoß zum Barfen gab damals eine gesundheitliche Herausforderung ihrer Boxer-Mischlingshündin Missy.


Seitdem befasst sich Barbara mit BARF nicht nur als Autorin bei BARFER'S, sondern auch täglich zu Hause – heute mit Jagdhund Wally und Labrador-Hündin Pepper.


Vor ihrer Zeit bei BARFER'S arbeitete Barbara neun Jahre lang als professionelle Dog-Walkerin und Hundesitterin – mit täglich wechselnden Hunden unterschiedlichster Rassen, Altersgruppen und Gesundheitszustände. Diese Praxiserfahrung schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Hunden im Alltag.

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