Warum Mais am Kolben für Hunde lebensgefährlich werden kann
Der Maiskolben ist für Hunde grundsätzlich unverdaulich, er zerfällt im Magen nicht in Einzelteile und birgt dadurch ein erhebliches Risiko für einen Darmverschluss.
Zusätzlich kann die raue Oberfläche des Kolbens zu einem Darmdurchbruch führen. Ein Darmverschluss ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der operativ behandelt werden muss.
Achte deshalb darauf, dass Dein Hund niemals an einem Maiskolben knabbert, weder beim Grillen noch bei Spaziergängen an Feldrändern.
Zu gieriges Schnappen nach dem Kolben führt in vielen Fällen dazu, dass Hunde ihn im Ganzen verschlucken.
Anzeichen für einen Darmverschluss:
- Wiederholtes Erbrechen, gegebenenfalls auch von Wasser
- Durchfall
- Fehlender Kotabsatz
- Abgeschlagenheit
- Angespannter oder aufgeblähter Bauch, Bauchschmerzen
- Appetitverlust
Hat Dein Hund einen Maiskolben oder größere Kolbenteile verschluckt, kontaktiere umgehend einen Tierarzt.
Je nach Situation kann versucht werden, den Kolben endoskopisch oder operativ zu entfernen, bei kleineren Teilen mitunter auch durch gezieltes Erbrechen.
Beobachte Deinen Hund auch nach einer Behandlung in den folgenden Tagen weiter auf die oben genannten Symptome, da vereinzelt Kolbenreste unbemerkt im Magen zurückbleiben können.
Welche Nährstoffe liefert Mais?
Mais liefert Kohlenhydrate als Energiequelle sowie Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen können.
Dazu kommen Kalium, Magnesium und Eisen sowie die Vitamine A, B und C. Sein glykämischer Index liegt im mittleren Bereich von etwa 50 bis 70.
Im Vergleich zu anderen BARF-Komponenten ist Mais aber eher nährstoffarm.
Größere Mengen verdrängen wertvollere Bestandteile wie Innereien aus der Ration und können durch enthaltene Antinährstoffe wie Phytat und Lektine sogar die Aufnahme von Calcium, Magnesium, Eisen und Zink hemmen.
Zusätzlich steht Mais im Verdacht, Zahnstein zu begünstigen und das Risiko einer Magendrehung zu erhöhen.
Das spricht nicht gegen den gelegentlichen Einsatz in kleiner Menge, aber gegen eine großzügige oder regelmäßige Fütterung.
Mais als mögliches Allergen
Mais gehört neben Weizen und Reis zu den häufigeren Futtermittelallergenen bei Hunden.
Zudem kann es zu Kreuzreaktionen mit anderen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Reis sowie mit Soja oder Nüssen kommen.
Reagiert Dein Hund empfindlich auf eine dieser Zutaten, ist bei Mais besondere Vorsicht angebracht.
Wie sollte Mais zubereitet und verfüttert werden?
Löse die Körner vor dem Kochen vom Kolben, koche sie weich, püriere sie und verfüttere sie ungesalzen und ungewürzt.
Dosenmais kann eine praktische Option sein, achte hier aber genau auf die Zutatenliste: Viele Sorten enthalten zugesetzten Zucker oder Salz, was für Deinen Hund ungeeignet ist.
Greife nach Möglichkeit zu einer ungesalzenen, ungesüßten Variante oder spüle den Mais vor dem Verfüttern gründlich ab, um überschüssiges Salz zu entfernen.
Idealerweise pürierst Du auch den Mais aus der Dose, bevor Du ihn verfütterst, denn die Schale ist sehr schwer verdaulich.
Alternativ eignen sich in Wasser aufgeweichte Maisflocken, die besonders weich und bekömmlich sind.
Verarbeitete Maisprodukte: Vorsicht ist geboten
Mais-Chips und Maiswaffeln sind für Hunde tabu, sie enthalten häufig Salz, Gewürze wie Paprika, Knoblauch oder Zwiebeln, Zucker und künstliche Zusatzstoffe, die Deinem Hund schaden können.
Manche Maiswaffeln sind zudem mit Schokolade überzogen, die durch das enthaltene Theobromin giftig für Hunde ist.
Popcorn darf Dein Hund in kleinen Mengen essen, allerdings ausschließlich naturbelassen, ohne Salz, Zucker oder künstliche Zusatzstoffe.
Achte bei kleinen Hunden zusätzlich auf die Erstickungsgefahr, wenn Popcorn verschlungen statt gekaut wird.
Mais beim Barfen: optionale Getreidekomponente, kein notwendiger Bestandteil
Mais zählt beim Barfen zur Kategorie Getreide, die in der natürlichen Ernährung von Hunden eigentlich nicht vorkommt.
Hunde haben, wie ihre wilden Vorfahren, keinen Kohlenhydratbedarf, können Kohlenhydrate aber vergleichsweise gut verwerten.
Es spricht deshalb nichts dagegen, Mais in kleinen Mengen einzusetzen, solange Dein Hund ihn verträgt, ein pauschales Verbot von Getreide ist nicht nötig.
Als Richtwert gilt: maximal 10 bis 15 % der Gesamt-BARF-Ration, immer gekocht und püriert oder aufgeschlossen, etwa als Flocken.
So kannst Du sie zum tierischen BARF-Bestandteil hinzufügen - zum Beispiel zu unseren Mono-Protein-Pur-Mixen, die aus Muskelfleisch, Innereien und rohen fleischigen Knochen bestehen.
Gerade bei übergewichtigen Hunden solltest Du auf größere Mais-Portionen verzichten, da der Kohlenhydratgehalt eine Gewichtsreduktion zusätzlich erschweren kann.