Es ist Frühjahr, der Rhabarber steht im Garten – und Dein Hund schnuppert interessiert daran herum. Darf er mal knabbern? Die kurze Antwort: lieber nicht.


Die ausführliche Antwort erklärt, warum Rhabarber für Hunde kein harmloses Stangengemüse ist, sondern ein echtes Risiko – und welche pflanzlichen Alternativen bedenkenlos in den Napf dürfen.

Warum ist Rhabarber giftig für Hunde?

Das Problem steckt in der Chemie: Rhabarber enthält hohe Mengen Oxalsäure, die Kalzium im Blut bindet und dabei Kalziumoxalat-Kristalle bildet. Diese lagern sich in den Nieren ab und können die Nierenfunktion ernsthaft schädigen – bei größeren Mengen droht Nierenversagen


Rhabarberstiele enthalten zwischen 460 und 650 mg Oxalsäure pro 100 g. Die Blätter kommen auf 600 bis 1.200 mg pro 100 g – und schon ab etwa 5 g Blättern pro Kilogramm Körpergewicht können erste Vergiftungssymptome auftreten. Für einen mittelgroßen Hund von 10 kg wäre das bereits ein einziges kleines Blatt.


Besonders kritisch: Oxalsäure entzieht dem Körper nicht nur Kalzium, sondern auch Eisen. Für Welpen und Junghunde ist das besonders gefährlich, da ihre Knochen noch im Aufbau sind und dringend Kalzium benötigen. 

Ist auch gekochter Rhabarber giftig für Hunde?

Eine häufige Frage, und die Antwort ist eindeutig: Kochen reduziert den Oxalsäuregehalt zwar etwas, macht Rhabarber aber nicht sicher.


Sollte Rhabarber überhaupt verfüttert werden, dann ausschließlich gegart – und das Kochwasser, in dem sich die Oxalsäure anreichert, muss weggegossen werden.


Für Hunde mit Nierenproblemen, Welpen, Junghunde oder Tiere mit Störungen des Eisenstoffwechsels gilt dennoch: kompletter Verzicht, keine Ausnahmen. 


Rhabarberkuchen, -kompott oder -saft sind ohnehin tabu – der verarbeitete Zucker macht ein ohnehin problematisches Lebensmittel noch gefährlicher.

Schwarzer Labrador schnuppert im Garten an frischem Rhabarber – warum die Pflanze für Hunde giftig ist

So erkennst Du eine Rhabarber-Vergiftung bei Hunden

Die Symptome können leicht oder schwerwiegend sein, abhängig von der aufgenommenen Menge. Erste Warnsignale sind Erbrechen und Durchfall sowie übermäßiger Speichelfluss, der auf eine Reizung des Verdauungstrakts hinweist.


Bei stärkerer Vergiftung zeigen betroffene Hunde Schwäche, Zittern und Muskelkrämpfe – ausgelöst durch den gestörten Kalziumhaushalt. 


Im weiteren Verlauf kommt es zu stark vermehrtem Trinken und Urinieren. Durch das einsetzende Nierenversagen produziert der Hund schließlich auffällig wenig oder gar keinen Urin mehr. Diese Symptome zeigen sich typischerweise 24 bis 36 Stunden nach der Aufnahme. 


Wichtig: Sofort Deinen Tierarzt oder die Tiergiftzentrale kontaktieren – auch dann, wenn noch keine Symptome sichtbar sind. Menge und Zeitpunkt des Verzehrs notieren. Nicht abwarten.

Rhabarber im Garten: unterschätztes Risiko

Besonders im Frühjahr, wenn die Rhabarberpflanze frisch austreibt, ist die Gefahr im eigenen Garten real. Hunde, die unbeaufsichtigt draußen sind, können an Blätter und Stiele gelangen, ohne dass Du es bemerkst.


Rhabarberpflanzen gehören deshalb eingezäunt oder in einen hundesicheren Bereich des Gartens – gerade, wenn die Saison beginnt.

Was darf stattdessen in den pflanzlichen BARF-Anteil?

Wer seinen Hund nach dem BARF-Prinzip ernährt, weiß: Hunde sollten zwar nicht vegan ernährt werden, aber der pflanzliche Anteil ist trotzdem ein wichtiger Baustein der artgerechten Ernährung.


Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine – all das liefert Gemüse, und zwar ohne Risiko, wenn Du die richtigen Zutaten wählst.

Fazit: Rhabarber für Hunde – klares Nein

Rhabarber ist für Hunde kein harmloses Frühlingsgemüse, sondern ein echtes Risiko. Der hohe Oxalsäuregehalt – in Stielen und erst recht in den Blättern – kann die Nieren ernsthaft schädigen, den Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden.


Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt Rhabarber konsequent weg – und greift beim pflanzlichen Anteil lieber zu Karotte, Zucchini oder Kürbis.

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